Neue Statistik in der Schweiz: Afghanen fallen durch Gewalttaten auf
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Bei den neuen Zahlen der Kriminalitätsstatistik für den Kanton Zürich sorgt eine Gruppe für besondere Aufmerksamkeit: die afghanischen Migranten.
Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, waren unter den Tatverdächtigen für Gewalt- und Sexualdelikte im Kanton Zürich Migranten aus Afghanistan klar überrepräsentiert. Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr hob bei der Präsentation der Zahlen hervor, dass Afghanen bei den Delikten gegen Leib und Leben im Jahr 2024 zehnmal häufiger vorkamen, als das ihr Anteil an der Bevölkerung erwarten ließe.

Regierungsrat Mario Fehr, Vorsteher der Sicherheitsdirektion, spricht während einer Medienkonferenz.
Auf eine Frau kommen vier Männer
Ein Teil der Erklärung liegt in der demografischen Struktur der afghanischen Asylbewerber in der Schweiz. Denn laut den Behörden sind 37 Prozent von ihnen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 24 Jahren. Auf eine Frau kommen dabei mehr als vier Männer. Ein Großteil der Afghanen sind also junge Männer – und diese neigen auch in anderen Bevölkerungsgruppen eher zu Kriminalität und Gewalt.
Durch den fast vollständigen Stopp der westlichen Hilfszahlungen nach 2021 ist die Wirtschaft in die Krise gestürzt. Nach Jahren der Dürre leiden viele Familien Hunger und kämpfen ums Überleben. Heute leben laut den Studien der Uno knapp zwei Drittel der 41 Millionen Afghaninnen und Afghanen in Armut, in manchen Provinzen liegt die Armutsquote bei mehr als 90 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist stark gestiegen, gerade bei jungen Leuten führen die Untätigkeit und der Mangel an Perspektiven zu Frustration.

Viele Familien in Afghanistan leiden an Armut und kämpfen ums Überleben.
Arbeitslosigkeit führt zu häuslicher Gewalt
Die drastischen Einschränkungen für Mädchen und Frauen, die ohne männliche Begleitung nicht mehr auf die Straße gehen, keine höheren Schulen mehr besuchen und in vielen Bereichen nicht mehr arbeiten dürfen, sind für die Familien eine große Belastung. Die meisten Frauen verlassen kaum noch das Haus. Da wegen des Zusammenbruchs der Wirtschaft auch viele Männer arbeitslos zu Hause sitzen, gibt es vermehrt Stress, Konflikte und auch häusliche Gewalt. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass seit 2021 mehr als eine Million Afghanen ihr Heil in der Emigration gesucht haben.

Frauen dürfen sich kaum noch im öffentlichen Leben zeigen und Männer sitzen wegen Arbeitslosigkeit zu Hause herum. Das Resultat: Stress und Konflikte.
Viele afghanische Asylbewerber haben es nicht leicht, in Europa Arbeit zu finden. Manche können nicht einmal lesen und schreiben, der Anteil der Universitätsabsolventen liegt bei rund vier Prozent. Wenn eine Familie alle Ersparnisse investiert hat, um die Reise nach Europa zu bezahlen, ist der Druck auf die jungen Männer groß, Geld zu verdienen, um die Angehörigen in der Heimat zu unterstützen.
Ein hoher Männeranteil, häufige Gewalterfahrung, eine traumatische Fluchtgeschichte und eine prekäre soziale und wirtschaftliche Lage, die zu Frustration führt – all das kann helfen, die erhöhte Anzahl von Gewaltdelikten bei afghanischen Asylbewerbern in Zürich zu erklären.
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