Straßen-Beleuchtung, Schoko-Kalender, Schul-Feste: Noch nie war so viel Ramadan in Deutschland
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Immer häufiger kommt es zu einer muslimischen Neugestaltung von christlichen Traditionen. Ob Adventskalender, Schulfeste oder öffentliche Feiertagsbeleuchtung – der Ramadan nimmt Einfluss.
Während des Ramadans dürfen gläubige Muslime zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und Sonnenuntergang nicht essen, trinken, rauchen oder Sex haben. In diesem Jahr begann die Fastenzeit am Sonntag, dem 10. März und endete am Abend des 9. April. An diesem Abend wird das Ende der Fastenzeit gefeiert, es beginnt mit dem traditionellen Essen einer Dattel. Einen Tag später folgt dann das Zuckerfest.
Ramadan-Lichterglanz in Frankfurt am Main
Das grün-regierte Frankfurt am Main überrascht seine Bürger dieses Jahr mit Feiertagsbeleuchtung – nicht etwa zu Ostern, nein. Die Beleuchtung wurde anlässlich des muslimischen Feiertags Ramadan installiert.
Seit Montagmorgen bauen Techniker Halbmonde, Sterne und sonstige thematische Beleuchtungen in der Mainstadt auf, berichtet die Bild.

Techniker bringen allerorts Ramadan-Deko an.
Die Ramadan-Beleuchtung wurde 2023 von den Grünen und der SPD ins Leben gerufen, trotz Gegenstimmen der CDU. Als Begründung dienen 100.000 bis 150.000 Frankfurter Einwohner muslimischen Glaubens – das sind ganze 15 Prozent der Stadt.
„Mit der Schmückung während des Ramadans setzt die Stadt Frankfurt ein wichtiges Zeichen für muslimisches Leben und wertschätzt dabei die Menschen muslimischen Glaubens in dieser Stadt“, heißt es im Antrag der Grünen.
Ramadan-Lichter „gegen Antisemitismus“
Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) ordnete die Installation folgendermaßen ein: „Es sind Lichter des Miteinanders, gegen Vorbehalte, gegen Diskriminierungen, gegen antimuslimischen Rassismus und auch gegen Antisemitismus.“ Inwiefern die Lichter „gegen Antisemitismus“ sind oder selbigen gar bekämpfen, erklärte sie dagegen nicht.
Laut Bild kostete die Installation der Ramadan-Dekoration zwischen 50.000 und 100.000 Euro.
Türchen für Türchen näher am Zuckerfest
Der Adventskalender gehört für viele Bürger und vor allem Kinder zum traditionellen Dezembervergnügen. Jetzt gibt es eine Alternative für muslimische Kinder. Der „Ramadan-Kalender“ ist in deutschen Supermärkten und Drogerien zu finden. Das Konzept ist identisch mit dem christlichen Pendant – jeden Tag wird ein Türchen geöffnet und eine Süßigkeit genascht, natürlich erst nach Sonnenuntergang.

In vielen Supermärkten bezeugen halbleere Aufsteller die hohe Nachfrage.
Ramadan statt Ostern
An der Gesamtschule in der Nähe von Stuttgart (Baden-Württemberg) wurden 2023 die Schüler der zehnten Klasse eingeladen, das muslimische Fastenbrechen zu feiern.
Irritierend ist nur: Im Gegensatz zum Ende des Ramadans wird Ostern – das Fastenbrechen der Christen – an der Schule nicht gefeiert.

Beim Schul-Buffet gab es Börek, Fladenbrot und Datteln. (Foto: altenburg-gms)
Auf der Website der Schule hieß es zu der Veranstaltung: „Dieses Ereignis ist in den letzten Jahren zu einer wunderschönen Tradition geworden, die natürlich auch im Abschlussjahr nicht fehlen durfte.“ Dass die christliche Tradition gar nicht erst zelebriert wird, wurde nicht erwähnt.
Laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg leben in dem Bundesland rund 800.000 Muslime. Insgesamt bekennen sich 3,6 Millionen Menschen in dem Bundesland (38 Prozent) zum christlichen Glauben – also die Mehrheit.
Auf konkrete Anfrage von NIUS konnte die Schule keine genauen Angaben machen. Wenn, wurde vereinzelt in Klassen Ostern gefeiert, so die Antwort des Schul-Sekretariats. Ob dies tatsächlich der Fall ist, konnte jedoch weder bestätigt noch verneint werden.
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