Stühle fliegen durchs Klassenzimmer: Lehrerin packt aus
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Die Schulen in Berlin befinden sich in einem desaströsen Zustand. Nicht nur die Schüler leiden unter den Bedingungen, sondern ganz besonders auch die Lehrer.
Ein in der Berliner Zeitung erschienener Artikel macht darauf aufmersam, wie miserabel es vielen Lehrern in der Bundeshauptstadt geht. Ehemalige und aktive Lehrkräfte berichten über die immer katastrophaler werdenden Zustände an Berliner Schulen. Die Lehrerin Ulrike Reimann berichtet über ihre ehemalige Schule im Westen der Stadt, einer „fast" Brennpunktschule. Eine Schule gilt in Berlin als Brennpunktschule, wenn achtzig Prozent der Kinder von der Zuzahlung für Lernmittel befreit sind. Reimanns Schule verfehlte das knapp.
„Manchmal flogen Stühle durch die Luft“
Ulrike Reimann, die an einer Grundschule im Westen Berlins unterrichtete, berichtet von immer schlimmer werdenden Verhältnissen an Berliner Schulen. Vor allem nach der Corona Pandemie sei es schlimmer geworden, erklärt Reimann gegenüber der Berliner Zeitung. „Manchmal flogen Stühle durch die Luft.“ Sehr verhaltensauffällig war ein junges Mädchen, das Ulrike Reimann damals unterrichtete. Das Mädchen neigte dazu, sich selbst und andere Klassenkameraden zu verletzen. Sie hätte sie ständig im Blick behalten müssen – was aber unmöglich sei aufgrund des notorischen Lehrer-Mangels.

Klassenraum einer Grundschulklasse
„Eigentlich hätte immer eine zweite Kraft da sein müssen“
Der Lehrermangel macht sich vor allem an problematischen Schulen bemerkbar. Bei verhaltensauffälligen Kindern „hätte eigentlich immer eine zweite Kraft da sein müssen", erklärt Ulrike Reimann. Meist war Reimann allein mit ihrer Klasse. „Das gehöre zur Idee der Inklusion", erklärt die Lehrerin. An normalen Unterricht sei nicht denken können sagt sie.
Einmal in der Woche kam für eine Stunde eine Psychologin in die Schule. Allerdings nur als Diagnostik und nicht zur Behandlung. Das wünscht sich die ehemalige Lehrerin für alle Schulen. Sie erinnert sich an einen kleinen Jungen der schwerst depressiv gewesen war. Er habe im Unterricht ständig „nein, nein" und später dann „sterben" gerufen. Der Junge habe einen Platz in einer Tagesklinik gebraucht aber nicht bekommen, erinnert sich Reimann. Nach diesen Erfahrungen hat sie ihren Beruf nicht aufgegeben, sondern ist in eine Brandenburgische Oberschule gewechselt. Dort seien Probleme andere, wie sie erzählt.
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