Süddeutsche Zeitung empfiehlt auf Instagram: „Kein Kind braucht einen Erwachsenen, der ihm zeigt, wie es schwimmen soll“
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Ein skurriler Beitrag der Süddeutschen Zeitung (SZ) sorgt für Aufregung. „Kein Kind braucht einen Erwachsenen, der ihm zeigt, wie es schwimmen lernen soll, das lernen Kinder viel besser allein“, verlautbart eine Erziehungswissenschaftlerin in einem Interview. Der Vorsitzende der Wasserwacht Halle kommentiert: „Das ist leider fachlicher Unsinn“. Auch die DLRG äußert gegenüber NIUS, dass es lebensrettend sein kann, das Schwimmen unter fachkundiger Anleitung zu erlernen.
In einem Instagram-Post der SZ behauptet die Erziehungswissenschaftlerin und Gründerin der ersten holistischen Schwimmschule, Evelyn Podubrin: „Das Unterrichten von Schwimmbewegungen ist überflüssig. Kein Kind braucht einen Erwachsenen, der ihm zeigt, wie es schwimmen soll. [...] Das lernen Kinder viel besser allein. [...] Das Einzige, was Kinder auf dem Weg zum sicheren Schwimmer brauchen, ist eine lückenlose Aufsicht und ausreichend Zeit im Wasser. Und zwar am besten in Flüssen, in Seen oder im Meer.“

„Der Anteil der Nichtschwimmer unter Grundschulkindern hat sich einer Studie zufolge seit 2017 verdoppelt. Die DLRG mahnt: Schwimmen müsse man lernen wie Lesen und Schreiben“, das berichtete das ZDF bereits im Januar 2023.
DLRG: Richtig schwimmen lernen ist für Kinder lebensrettend!
Auf NIUS-Anfrage kommentiert ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG): „Das Schwimmenlernen durch ausgebildete Fachleute hat sich in Deutschland bewährt. Jedes Jahr erlernen hunderttausende Kinder diese im Ernstfall lebensrettende Fähigkeit. Eine didaktisch-methodisch geplante Vorgehensweise in der Lehre des Schwimmens führt unserer Auffassung nach schneller zum Ziel des Sicher-Schwimmen-Könnens. Mindestens eine Schwimmart richtig zu erlernen und ausdauernd zu üben, ist wichtig, um sich auch einen längeren Zeitraum über kraftsparend im Wasser bewegen zu können.“
„Eltern spielen eine entscheidende Rolle in dem Prozess des Schwimmenlernens. Je öfter sie mit dem Nachwuchs im Wasser sind, desto besser“, heißt es weiter.

Die DLRG sorgt für sicheren Badespaß an den Stränden der Bundesrepublik.
„Gilt das für alle Kinder oder nur für die, die man loswerden will?“
Podubrins These sorgt auch in der Kommentarspalte des Posts für Empörung:
- Dr. Sven Thomas, Vorsitzender der Wasserwacht in Halle schreibt: „Liebe Süddeutsche, das ist leider fachlicher Unsinn. Gerade kleine Kinder sind durch Ertrinken gefährdet und brauchen die Unterstützung der Erwachsenen. Ihr solltet so etwas nicht unkritisch veröffentlichen. Schwimmen lernen ist der beste Schutz gegen das Ertrinken.“
- Ein weiterer User schreibt: „Als ehemaliger Rettungsschwimmer ist der Artikel für mich schmerzhaft zu lesen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, was alles falsch ist. [...]“
- Eine entsetzte Userin fragt die SZ: „Gilt das für alle Kinder oder nur für die, die man loswerden will? Was für ein Schwachsinn.“
- Ein anderer Nutzer stellt fest „Ich glaube Erziehungswissenschaftler sollten dabei bleiben, sich mit Erziehung zu beschäftigen und schwimmen beibringen Rettungsschwimmern und Schwimmlehrern überlassen.“
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