THW-Helfer tritt nach 36 Jahren aus, weil er gendern soll: „Ich trage diese Spaltung nicht mehr mit“
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Jahrelang sah er es als seine Berufung, zu helfen – doch nun schmeißt er hin. Weil er keine Lust auf Gender-Wahnsinn hat, hat THWler David Domjahn nach mehr als 30 Jahren als Katastrophenhelfer seinen Job gekündigt.
Anderen zu helfen war seine Berufung: Seit vielen Jahren ist David Domjahn ehrenamtlich im THW in Karlsruhe aktiv. Schon 1993 reiste er für einen THW-Auslandseinsatz in das Bürgerkriegsgebiet von Somalia, um dort beim Brunnenbau zu helfen.
In seiner Verantwortung als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit hat er über die Jahre einen erfolgreichen Instagram-Account aufgebaut, der inzwischen über 15.000 Abonnenten hat.

David Domjahn bei einer Brunnenrehabilitation im Bürgerkriegsgebiet Somalia 1993.
Diese langjährige Ära an freiwilligem Engagement endet jetzt, denn: Die THW-Rundverfügung Nr. 012/2018 zwingt Domjahn gegen seinen Willen zum Gendern.
Mit einem langen und emotionalen sowie gesellschaftskritischen Text verabschiedet er sich von den über 15.000 Followern auf dem offiziellen Instagram-Account des THW Ortsverbands Karlsruhe.
Zwischen seinem Bild aus Somalia und dem vorerst letzten Post auf Instagram liegen über 30 Jahre ehrenamtliches Engagement.

David Domjahns Abschiedsbeitrag auf dem Instagram Account des THW Karlsruhe.
So schreibt Domjahn, der seit 2020 Lehrbeauftragter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist, auf Instagram: „Dieses Ehrenamt hat mich bereichert, deshalb erwarte ich keinen Dank, denn ich halte es für selbstverständlich, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Viele Menschen habe ich kennengelernt. Lustiges und auch trauriges erlebt. Ein Einsatz vor über 10 Jahren, bei dem ein Jugendlicher tödlich verunglückte, belastet mich bis heute – immer wieder kommen mir die Bilder des Opfers in Erinnerung. Der THW-Einsatz in Afrika hat mein Leben geprägt: Dort begegnete ich Menschen, die nicht wussten, wie sie ihre Kinder ernähren sollten.“
Dass Domjahn mit dem Gendern so hadert, hat verschiedene Gründe. Zum einen ist der Helfer von Synästhesie betroffen, was eine besondere Form der Sinnenwahrnehmung ist, die das Lesen von gegenderten Texten nahezu unmöglich macht.
Wie man sich das vorstellen kann, beschreibt der Blogger Max Neumann, der Autist ist, wie folgt: „Stell dir einen wohlformulierten Brief vor, den du problemlos lesen könntest. Aber bei jedem dritten Wort klopft dir jemand auf die Schulter und hält dir eine Sirene direkt ans Ohr. Währenddessen blinkt jemand mit einer Taschenlampe immer von hinten durchs Papier.“
Vor die Wahl gestellt
Gegenüber dem Hauptamt des THW hat Domjahn seine Sorgen bezüglich des Genderns geäußert. Leider ohne Erfolg. Es folgte eine Aufforderung, die Rundverfügung auf allen Kanälen des Ortsverbandes umzusetzen und weiter: „Als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit (BÖ) wirst du den Sternchen häufig auf anderen Kanälen begegnen. Wenn du das mit deiner eigenen Gesundheit nicht vereinbaren kannst, musst du dir überlegen, ob die Position des BÖ so für dich noch machbar ist“.
Nach langer Überlegung und innerlicher Entfremdung ist Domjahn dieser Empfehlung gefolgt und begründet die Entscheidung in seinem Abschiedspost wie folgt: „Weil ich die Spaltung in vermeintlich ‚fortschrittliche Gendersensible‘ und im logischen Umkehrschluss scheinbar ‚rückständige GenderUNsensible‘ auf Kosten von Neurodivergenten nicht mittrage. Neben meinem anspruchsvollen Job als geschäftsführender Gesellschafter zweier GmbHs möchte ich in meiner Freizeit im THW auch kein schlechtes Gewissen haben, ‚genderUNsensibel‘ zu formulieren und damit den THW-Ortsverband in Schwierigkeiten bringen.“

Der Instagram Account des THW Karlsruhe (27.01.24).
Als homosexueller Mann fühlt sich Domjahn vom „Dauerbeschuss mit Regenbogenflaggen und Gendersternen selbst genervt“. Oft hegt er den Wunsch, einfach in Ruhe gelassen zu werden.
„Dieser Übereifer zerstört alles, was über Jahre mühsam an Toleranz aufgebaut wurde. Habe ich mich früher als gleichberechtigtes Mitglied unserer Gesellschaft gefühlt, bekomme ich mittlerweile den Eindruck, als ‚schützenswertes Opfer‘ von selbstgerechten Gerechtigkeitskämpfern mit stellvertretender Diskriminierungserfahrung viktimisiert zu werden..“
Domjahn selbst hat keinen Zugang zum Instagram Account des THW Karlsruhe mehr.
Inzwischen hat das THW Karlsruhe Domjahns Post offline genommen und eine Stellungnahme veröffentlicht.

Die kürzlich veröffentlichte Stellungnahme des THW Karlsruhe.
Auf NIUS-Anfrage bezüglich der Rundverfügung, äußerte sich das THW Karlsruhe nicht.
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Helena Gebhard
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