Tschüss, schwarz-rot-gold: Hier sind Deutschland-Flaggen überall verboten!
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Die schwarz-rot-goldenen Wochen brechen an! Oder nicht?
Am 14. Juni beginnt die Fußball-EM in Deutschland. Endlich wieder ein Heim-Turnier! Vier Wochen, in denen die Nationalmannschaft alles überstrahlt und das ganze Land mitreißen und einen kann. Egal, wie zerstritten die Gesellschaft ist – wenn Deutschland spielt, sind alle schwarz-rot-gold. So wie im Sommer 2006, als die Welt zu Gast bei Freunden war und wir unsere Liebe zu den Nationalfarben wiederentdeckt haben.
18 Jahre nach dem Sommermärchen müssen wir festhalten: Schwarz-Rot-Gold ist kein gern gesehener Gast mehr in der Öffentlichkeit. Immer öfter werden unsere Farben bei Veranstaltungen verboten oder sind unerwünscht. NIUS dokumentiert, wie schwarz-rot-gold aus der Öffentlichkeit verdrängt wird.
1. Mai 2024: Der Rentner Joachim D. (87) zeigt auf seinem Balkon in Berlin-Neukölln eine Deutschland-Flagge, während eine linke Mai-Demo an seiner Wohnung vorbei marschiert. Die Reaktion der Demonstranten: Böller-Würfe auf den Mann und Buh-Rufe. Sein Hauseingang wurde später regelrecht als Ziel markiert: „Hier wohnt ein Nazi! 1. OG.“ … „Wir wissen, wo du wohnst“ … „Nazis töten“. Die Botschaft: Wer die Nationalfarbe zeigt, ist ein Nazi und wird bekämpft.
2. April 2024: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verbietet es Polizisten, während der EM die Deutschland-Flagge an Dienstautos oder der Uniform zu zeigen: „Insbesondere das Neutralitätsgebot und verkehrsrechtliche Regelungen […] stehen einer Beflaggung von Dienstfahrzeugen grundsätzlich entgegen“. Brisant: Beim Christopher-Street-Day im Juli 2023 ist ein Polizeiwagen mit Regenbogen-Flagge mitgefahren – und Faeser ließ sich mit dem Auto ablichten …

15. Juli 2023: Deutschland-Fahnen an Polizei-Autos verbietet Faeser, vor der Regenbogen-Flagge posiert sie
3. Februar 2024: Hunderttausende Menschen demonstrieren vor dem Reichstag in Berlin „gegen Rechts“. Die Veranstaltung ist eine Reaktion auf das sogenannte Geheimtreffen von Potsdam, die Regierung unterstützt die Massenkundgebung („Wir sind die Brandmauer“). Brisant: Die Initiatoren haben „ausdrücklich verboten“, schwarz-rot-goldene Fahnen mit zur Demo zu bringen, wie mehrere Beobachter berichten.

Exakt eine Deutschland-Flagge hat sich ins Bild geschmuggelt – das ist die offiziell gehisste vorm Reichstag. Bei den Demonstranten: Schwarz-Rot-Gold-Verbot!
3. Februar 2024: Bei einer Anti-Rechts-Kundgebung in Aalen (Baden-Württemberg) ist auch der CDU-Kreisverband Ostalb am Start. Und beschwert sich später schriftlich beim Veranstalter: „Beim Start der Kundgebung wurde von Seiten der Versammlungsleitung am Bahnhofsplatz die Anweisung erteilt, dass ein Demonstrationsteilnehmer seine schwarz-rot-goldene Fahne einrollen möge und dass keine Nationalfahnen präsentiert werden sollen.“ Schwaebische.de hat über den Fall berichtet.
3. Oktober 2023: Am Tag der Deutschen Einheit steigen die offiziellen Feierlichkeiten in Hamburg. Kanzler, Bundespräsident, Bundestagspräsidentin – unsere ganze Staatsspitze ist vor Ort. Nur eine Sache ist nirgendwo zu sehen: Die Deutschland-Flagge. Die Fotos zum offiziellen Festakt: Ohne schwarz-rot-gold, das offizielle Logo zum Tag der Deutschen Einheit ist sogar farblich verfremdet: Gelb-Blau-Rot.

Das Logo zum Tag der Deutschen Einheit 2023
Juli 2023: Es ist „Pride Month“, im ganzen Land werden Regenbogen-Flaggen gehisst, das ganze soll ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt sein. Vor dem Amtsgericht in Berlin-Kreuzberg hängt keine Deutschland-Flagge mehr – dafür zwei Regenbogen-Flaggen und die so genannte Progress-Flagge. Regenbogen-Flaggen vor staatlichen Gebäuden? Ist seit 2022 in Deutschland erlaubt, weil Innenministerin Nancy Faeser (SPD) einen entsprechenden Flaggenerlass verabschiedet hat.

Das Gericht im Berliner Stadtteil Kreuzberg
22. September 2013, eine legendäre Szene: Am Abend der Bundestagswahl steht Kanzlerin Angela Merkel mit weiteren CDU-Granden auf der Bühne, lässt sich feiern, es ist ihre 3. gewonnene Wahl. Der damalige Generalsekretär Hermann Gröhe drückt der Kanzlerin eine Deutschland-Fahne in die Hand – Merkel guckt angewidert und lässt die Fahne schnell von der Bühne entfernen. Gefeiert wird ohne schwarz-rot-gold.

Bitte keine Nationalfarben bei der Kanzler-Party!
Schafft die EM jetzt das, was im öffentlichen Raum immer verpönter ist, nämlich einen respektvollen Umgang mit unseren Nationalfarben? Die Frage wird sich wohl erst während des Turniers beantworten lassen.
Zumindest von offizieller Seite dürfte es keine große Unterstützung geben: Selbst in der offiziellen Farbwelt zur EM im eigenen Land spielt schwarz-rot-gold nur eine Nebenrolle: Das farbenfrohe Logo spiegelt die Farbwelt aller 55 UEFA-Mitglieder wider, die deutschen Farben fallen kaum auf. Das Logo des offiziellen Kulturprogramms zur EM, gefördert durch die Bundesregierung, kommt komplett ohne schwarz-rot-gold aus, blau-gelb-grün-rot.
Schwarz-rot-gold ist kurz vor der Heim-EM kein gern gesehener Gast mehr in Deutschland …
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