Vom Woke-Wind verweht: Diese beliebten Filme würde es heute nicht mehr geben
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- Es gibt Filme die wir lieben, die aber nie wieder gedreht werden dürften.
- Denn sie passen nicht mehr in unsere Zeit.
- Hier kommen elf Highlights der Filmgeschichte, die es nach heutigen zeitgeistigen Maßstäben gar nicht geben dürfte.
Otto Waalkes ist nur noch mit Vorsicht zu genießen – jedenfalls wenn es nach dem WDR geht: „Das folgende Programm wird, als Bestandteil der Fernsehgeschichte, in seiner ursprünglichen Form gezeigt. Es enthält Passagen mit diskriminierender Sprache und Haltung“, erscheint als Warnhinweis vor dem Programm.
Der Ostfriese ist nicht die einzige Kunstfigur, die aufgrund der heutigen Political Correctness mit derlei Warnhinweisen versehen wurde, um Augen und Ohren der Zuschauer auf mögliche Verletzungen oder Diskriminierungen aus vergangenen Zeiten vorzubereiten. Und wenn man einen Blick in die Filmgeschichte wagt, stößt man auf Klassiker, die bei heute geltenden woken Zeitgeist-Maßstäben ganz bestimmt nicht mehr gedreht würden...
King Kong
Schwarzer Primat raubt blonde, weiße Frau. Mehr muss man da eigentlich nicht sagen. Klar, dass der Film durchaus Kritik am Kolonialismus beinhaltet darf genauso bleiben, wie die Tatsache, dass Kong zum Schluss das eine oder andere Flugzeug aus dem Weg wischt, was die CO2-Bilanz des Planeten deutlich verbessern dürfte. Aber irgendwie kommen wir nicht drumherum, dass dieser Abenteuerfilm-Klassiker inzwischen – ohne Schuld der der Filmemacher - zum feuchten Traum von Alice Weidel geraten sein könnte. Geht also gar nicht mehr.

Der US-amerikanische Abenteuerfilm "King Kong" erschien erstmals 1933 in den Kinos. Er wurde später mehrfach neu verfilmt.
Frühstück bei Tiffany
Hier haben wir die Geschichte einer Frau, die sich von Männern für ihre Gesellschaft bezahlen lässt. Okay, das mit der Abrechnung ist immer sehr nebensächlich. Aber Einhundert Dollar als Trinkgeld für die Klofrau hebt doch die eine oder andere Augenbraue. So schön Audrey Hepburn auch ist und so sehr man sie lieben mag: eine Frau, die mit Männern schläft, um ein angenehmes Leben zu haben, passt nicht in unsere Zeit. Genauso wenig wie ihr chinesischer Vermieter, der von dem wenig asiatischen Mickey Rooney gespielt wird. Einer der schönsten Filme aller Zeiten, aber wir dürfen ihn nicht mehr mögen – und müssen uns das Unangenehme hinzuerfinden.

Frühstück bei Tiffany (Originaltitel: Breakfast at Tiffany’s) mit Schauspielikone Audrey Hepburn in der Hauptrolle.
Vom Winde verweht
Ein wunderbarer Film, der aber dummerweise in einer Zeit spielt, in der man sich Sklaven hielt und bestenfalls nett zu ihnen war. Ja, es gab auch eine erste Oscarnomonierung für eine schwarze Schauspielerin, aber der zweitwichtigste Satz des Films ist „Ich werde nie wieder Hunger leiden“. Rhett Butler mag damals gesagt haben dürfen, dass ihm das alles am Allerwertesten vorbei geht (hier paraphrasiere ich jetzt), aber auch dies würde man heute als Apathie sehen und entsprechend verurteilen. Ein Musterbeispiel für klares, weißes Privileg. Warten wir also auf das Sequel, „Von der Windkraft zersägt“, dem Film über Naturhölzer und Fledermäuse.

Vivien Leigh und Clark Gable in "vom Winde verweht" 1939.
Forrest Gump
Gut, jetzt landen wir schon gleich in zwei Problemzonen, bei einem der besten Filme der 90er. Der gute Forrest ist nicht ganz Helle, um es mal gelinde zu sagen. Und seine Vorfahren kommen vom Ku-Klux-Klan. Dass er das selbst nicht so sieht, ist egal. Hier gilt die Sippenhaft. Er schüttelt außerdem noch Richard Nixon die Hand, wo man sich fragen muss, wo da die Brandmauer bleibt. Forrest Gump ist ein Gutmensch, der nie das Schlechte in anderen erkennen möchte. Und rennt unkritisch durch eine Welt, in der sich andere lieber an den Asphalt kleben. Voll aus der Zeit gefallen.

Tom Hanks in "Forrest Gump" 1994. Der Film wurde mit sechs Oscars und drei Golden Globes ausgezeichnet.
Casablanca
Ein Mann hat der Politik den Rücken gekehrt und kollaboriert mit Nazis. Hat jemand AFD gesagt? Egal, wenn nicht. Er arbeitet jedenfalls lokal in seinem Lokal und muss mit den Leuten auskommen, die dieses bevölkern. Und dann tritt eine Frau wieder in sein Leben, weil sie sich ausgerechnet seine Bar aussuchte, um einen Drink zu sich zu nehmen. Und selbst das hält ihn nicht davon ab, die Wirren des Krieges zu ignorieren. Typischer Nichtwähler. Dass zum Schluss eine Mineralflasche in den Papierkorb fällt, ist zwar hilfreich, aber offensichtlich fehlt hier die Mülltrennung. Aber der Pianist ist zumindest, wie fast alle guten Jazzgrößen, schwarz. Pluspunkt für Multikulti.

Der Filmklassiker "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in den Hauptrollen wurde 2002 vom American Film Institute zum besten US-Liebesfilm aller Zeiten und 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten.
Pretty Woman
Okay, das führt uns auf „Frühstück bei Tiffanys“ zurück, aber es ist die bekannteste und beliebteste Liebesgeschichte unserer jüngeren Zeit. Julia Roberts macht eine sehr klare Ansage, was sie an Geld verlangt – der Film hieß in der Drehbuchversion „3000“ – und die Protagonistin beeindruckt einen Multimillionär damit, dass sie die Gangschaltung seines Lotus Esprit beherrscht. Hier kommen also selbstbestimmte Prostitution und hochgezüchtete Verbrenner zusammen – und spätestens, wenn beide im Privatjet die paar Meilen nach San Francisco fliegen, um sich eine elitäre Oper anzuschauen, beißt Greta weinend ins Sofakissen.

Richard Gere und Julia Roberts in der Liebeskomödie "Pretty Woman" 1990.
Stirb Langsam
Okay, Bruce Willis als Polizist landet außer Dienst in einem Hochhaus. Da sind Terroristen. Er bringt sie um. So weit, so gut. Aber er befragt sie nicht zu ihren Motivationen, die ja auch irgendwie sinnvoll sein könnten. Abgesehen davon ist er in der falschen Jurisdiktion, so dass das Gewaltmonopol wohl bei seinen (abwesenden) Kollegen liegen dürfte. Macht nichts, er ballert sie alle nieder – und etwas schneller, als der Titel des Films suggeriert. Aber es sind deutsche Terroristen – zumindest in der Originalversion, in der Synchro wurde dies geändert, um uns Deutsche nicht zu schockieren. Die hatten wir übrigens seit den 70ern nicht mehr in großer Zahl oder Kompetenz. Aber egal.

Die Filmreihe „Stirb langsam” besteht aus insgesamt fünf Filmen. Der erste Film erschien im November 1988 in den Kinos und entwickelte sich schnell zu einem Klassiker.
Wall Street
Hier muss man ein wenig innehalten, da es sich um einen grundsätzlich antikapitalistischen Film handelt. Was man aber erst am Ende merkt, denn wir jeder gute Film, verführt uns dieses Meisterwerk der 80er erst, um uns dann um dien eigene Achse zu drehen. Selbst Regisseur Oliver Stone gibt inzwischen zu, dass die größten Fans seines Werkes Jungkapitalisten waren und sind. Es gibt viele tolle Dialoge in „Wall Street“, aber nur einen Satz, der uns allen im Gedächtnis bleibt. „Gier ist gut!“. Genug gesagt.

Michael Douglas in "Wall Street" 1987. Der Film erzählt die Geschichte eines Nachwuchsbörsenmaklers in New York.
Flashdance
Bei diesem Film weiß man eigentlich nicht, wo man anfangen soll, wenn es um das Bemängeln geht. Eine Schweißerin (also eine Fachkraft) möchte eigentlich eine Tänzerin sein. In beidem ist sie gut; in letzterem so gut, dass sie das wandelnde Auge ihres Chefs erhascht. Besonders beachtenswert (bzw. verachtenswert) ist die Hintergrundgeschichte des Films, bei dem drei Frauen um die Hauptrolle konkurrierten. Der Studiochef machte mit allen Probeaufnahmen und lud danach „einfache“ Leute, also LKW-Fahrer und Handlanger ins Screening ein. Er stellte ihnen eine sehr konkrete und politisch nicht korrekte Frage: „Mit welcher von den drei Frauen wollt ihr am ehestens ins Bett gehen?“ Die Gewinnerin hieß Jennifer Beals und bekam die Rolle.

"Flashdance" aus dem Jahr 1983 gewann einen Oscar für den von Irene Cara gesungenen Titelsong Flashdance … What a Feeling.
Goldfinger
Wenn man über Bond-Filme spricht, die heute nicht mehr so gedreht würden, kann man so gut wie jedes 007-Abenteuer bis in die späten 80er rauspicken – aber bleiben wir beim unübertroffenen Klassiker: Guy Hamiltons „Goldfinger“, mit dem die Franchise begann, so richtig Spaß zu machen. Zum einen heißt das Bondgirl Pussy Galore, was die Namensgebung von Honey Rider in „Dr. No“ noch harmlos klingen lässt – und beinahe in den USA zensiert wurde. Außerdem steht sie in Flemings Roman eigentlich auf Frauen, was Bond ihr aber sowohl im Buch als auch im Film fix austreiben kann. „Goldfinger“ hat das erste wirklich coole Bond-Auto, den legendären Aston Martin DB5 – und einen Bösewicht, der Frauen vor dem Sex gern mit Gold überpinselt. Das war einmal, da wir Bond inzwischen beim „Aufwoken“ zuschauen können – und das länger, als viele denken. Schon seit „Diamantenfieber“ (1971) gab es immer wieder missglückte Versuche, Bond dem Zeitgeist anzupassen –„Der Hauch des Todes“ (1987) wurde beispielsweise damit beworben, dass Bond im Zeitalter von AIDS nicht sofort mit jeder Frau schläft. Tat er später natürlich dennoch – und hier liegt, auch für die kommenden Filme, ein Fünkchen Hoffnung.

"Gold Finger" ist der dritte Teil der James-Bond-Filmreihe und gilt bis heute als einer der besten Bond-Filme.
Showgirls
Zu guter Letzt ein Film, den man echt nicht hätte machen sollen. Damals nicht, heute nicht. Aber genau das macht ihn zu einem unvergleichlichen Klassiker. Eine Kellnerin möchte Tänzerin werden (siehe „Flashdance“), was aber in Las Vegas Stripperin bedeutet. Auch sie schläft mit ihrem Chef, wenn man die gewagte Akrobatik in seinem Pool so deuten möchte. Aber der Film enthält neben einer Multitüde an Plattitüden auch Lehrreiches: wenn Frauen wollen, dass man ihre Nippel besser sieht, sollen sie einen Eiswürfel über besagte Körperstellen reiben. Funktioniert bei Männern auch, aber das interessiert irgendwie niemanden. Wie diesen Film, der dennoch in Kreisen von so gut wie allen Schwulen und ein paar seltsamen Heteros Kultstatus genießt. Und nicht zu Unrecht. „Showgirls“ ist wie „Dallas“ oder „Denver Clan“ mit weniger Klamotten und Eis im BH.

Elizabeth Berkley in der Hauptrolle der 'Nomi Malone' 1995
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Karsten Kastelan
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