„Von U-Haft verschont“: 17-Jähriger verletzt Polizist mit illegalem Böller und der Richter lässt ihn laufen …
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„Meistens friedlich – aber auch Tote und Angriffe“ – schreibt etwa die Tagesschau über die Silvesternacht in Deutschland. Doch auch Medien wie Zeit, Süddeutsche und WAZ nennen die Nacht „weitgehend friedlich“. Als wolle man nicht zu sehr mit der Realität ins Haus fallen. Die Wahrheit ist: Tausende Einsätze, importierter Pyro-Krieg, mindestens fünf Tote durch Unfälle mit Böllern und heftige Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungskräfte.
- Unfassbar: In Berlin warf ein 17-Jähriger illegale Feuerwerkskörper auf Polizisten. Ein Beamter erlitt leichte Verletzungen. Unfassbar, was die Polizei dazu meldet: „Der 17-Jährige wurde vom Vollzug der Untersuchungshaft unter Auflagen verschont.“
- Noch ein dramatischer Fall in Berlin: In Prenzlauer Berg wurde ein Beamter von einem mutmaßlich illegalen Feuerwerkskörper getroffen. Laut Tagesspiegel habe der Verdacht bestanden, dass lebenswichtige Blutgefäße getroffen worden seien. Der Polizist musste in einer Klinik notoperiert werden, um ein Verbluten zu verhindern.
- Auch lebensbedrohlich: Im hessischen Gießen beschwerte sich ein 28-Jähriger, weil er und seine Freunde mit Feuerwerk beschossen wurden. Dafür kassierte er einen Stich in die Lunge! Eine Not-OP rettete dem Mann das Leben. Der oder die Täter sind flüchtig.
- Fürchterlich: Ein Junge (7) schwebt nach einem Kugelbomben-Abschuss in Berlin-Tegel in Lebensgefahr! Der schlimme Verdacht: Die Kugelbombe soll laut einer Zeugin gezielt in die Gruppe aus Erwachsenen und Kindern geworfen worden sein. Sieben weitere Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht.
Silvester in Deutschland war alles andere als „friedlich“!
- In Berlin wurden 36 Wohnungen durch Kugelbomben getroffen – sie sind unbewohnbar.
- In Bonn schossen Jugendliche am Bahnhof mit einer Silvesterrakete gezielt auf einen schlafenden Obdachlosen – der Mann erlitt einen Schock.
- In Rostock explodierte ein Böller vor dem Gesicht eines 10-Jährigen. Der Junge wurde schwer verletzt. Noch ist unklar, wer den Knaller in die Richtung des Kindes geworfen hat.
- In Saarbrücken schossen Unbekannte Feuerwerkskörper in eine Menschenmenge. Eine Person wurde im Gesicht verletzt.
- In Kiel war es nur unter dem Einsatz von Pfefferspray und eines Diensthundes gelungen, einem Notarzt die Arbeit zu ermöglichen. Sieben Streifenwagen und zwei Einsatzgruppen waren vor Ort, insgesamt 26 Beamte.
- In Hamburg mussten Feuerwehrleute einen Einsatz abbrechen, weil sie mit Feuerwerk angegriffen wurden.
- In Leipzig beschossen sich 100 bis 150 junge Menschen gegenseitig mit Pyrotechnik.
- Ein unfassbares Video zeigt einen arabischen Influencer, der im Berliner Stadtteil Neukölln eine Silvesterrakete in eine Wohnung hineinschießt.
In Deutschlands Großstädten brannte und knallte es unentwegt. Unzählige junge Männer verfeuerten im Schutz der Dunkelheit massenhaft Raketen und Böller. Viele Gruppen befeuerten sich gegenseitig, aber vor allem die Einsatzkräfte.
„Wir wurden gezielt beschossen“
Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte an Neujahr den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Ich ertrage dieses Macho-Verhalten auf den Straßen und in den sozialen Medien nicht mehr.“ Immer wieder gebe es junge Männer aus sozialen Brennpunkten, die meinten, sie beherrschten die Straße. Mit Blick auf die Attacken gegen Polizisten und Feuerwehrleute forderte Kopelke schnelle Konsequenzen für die Angreifer: „In Leipzig, München, Köln und Hamburg wurden wir gezielt beschossen und verletzt. Das muss schnelle und spürbare Konsequenzen für die Täter und spürbare Auswirkungen auch in die linksextremistische Szene haben.“
NIUS dokumentiert repräsentative Silvester-Bilanzen der Polizei aus den 16 Bundesländern
Berlin: 2.168 Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr. Fast 400 Festnahmen. 37 von 3000 Polizisten verletzt (14 durch Pyrotechnik). Knapp etwa 670 Ermittlungsverfahren eingeleitet (u.a. wg. Brandstiftung, Körperverletzung, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz). Wie viele der Festgenommen am 2. Januar noch in Gewahrsam waren, konnte die Polizei auf NIUS-Anfrage nicht beantworten.
Stuttgart: Mehrere 100 Beamte hatten eine vergleichsweise ruhige Nacht. 20 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und Sprengstoffgesetz sowie Körperverletzungsdelikten. Außerdem etwa 100 Brandeinsätze.
Frankfurt: Rund 800 Polizisten, mehr als 500 Kontrollen, rund 130 Platzverweise. Heftig: Jugendliche warfen einen 30 Kilogramm schweren E-Scooter von einer Fußgängerbrücke auf einen Streifenwagen. Dazu vier zum Glück nicht tödliche Stichattacken. Die Feuerwehr zählte 499 Einsätze – 167 Brände, 15 Hilfeleistungen und 245 Rettungsdiensteinsätze.
Bremen: Mehr als 400 Einsätze, viele Brände und Schreckschusspistolen-Vorfälle. Ein Polizist leicht verletzt.
Rostock: Drei Personen mit schweren Gesichtsverletzungen durch Böller, knapp 40 Brände, 30 Einsätze wegen Schreckschusswaffen. 395 Anrufe in der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Rostock. Die Feuerwehr hatte rund 70 Einsätze.
Hannover: Die Polizei meldet 59 Identitätsfeststellungen, sechs Sicherstellungen/Beschlagnahmen, eine Wohnungsdurchsuchung, 13 Platzverweise, elf Ingewahrsamnahmen, 66 Gefährderansprachen, 74 Personendurchsuchungen, 24 Sachdurchsuchungen. In zwölf Fällen wurde einfache körperliche Gewalt angewendet, elfmal wurde gefesselt und in einem Fall wurde Reizgas eingesetzt. Die Folge: 28 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Feuerwerksverbotszone, zehn Ermittlungsverfahren wegen u.a. gefährlicher Körperverletzung, ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung, elf Verfahren wegen Sachbeschädigung, fünf Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Sprengstoffverordnung und zwei Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte / tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten 724 Einsätze in der gesamten Region Hannover (474 Einsätze in der Landeshauptstadt).
NRW: Mehr als 4.400 Einsätze für die 7000 Polizisten (17 verletzt), in 54 Fällen wurden die Einsatzkräfte aus einer Gruppe mit Pyrotechnik angegriffen. 76 Strafanzeigen wegen Widerstandshandlungen gegen Polizisten sowie tätlichen Angriffen. Außerdem: 1204 Platzverweise, 169 Personen in Gewahrsam und 13 Personen vorläufig festgenommen. 362 Körperverletzungsdelikte (davon 245 Fällen von gefährlicher Körperverletzung). 15 Taschendiebstähle, 30 Sexualdelikte.
Rheinland-Pfalz: Eher friedlich. Die Feuerwehr in Mainz hatte 30 Einsätze. Zwei Menschen leicht verletzt. Polizeieinsätze vor allem wegen Streitigkeiten unter Betrunkenen.
Saarland: Mehr als 300 Einsätze, darunter Körperverletzungsdelikte, Schlägereien und Brände. Eine Person durch Böller leicht verletzt. Zwei Angriffe auf Einsatzkräfte.
Sachsen: Zwei Tote durch explodiertes Feuerwerk! Dazu massive Böller-Attacken auf Polizisten (drei leicht verletzt), unter anderem in Leipzig und Glashütte.
Hamburg: Knapp 830 Einsatzkräfte rückten zu 1.079 Einsätzen aus. Ein Böllerunfall endete tödlich. Bilanz: rund 120 Straf- und fast 30 Ordnungswidrigkeitenverfahren, dazu fünf vorläufige Festnahmen. 22 Personen in Gewahrsam, 240 Aufenthaltsverbote, mehr als 100 Platzverweise und rund 770 überprüfte Personen. Neun Polizisten und ein Feuerwehrbeamter leicht verletzt.
Sachsen-Anhalt: Die Magdeburger Polizei meldet 134 Einsätze und zwei Verletzte durch Böller. Dazu ein leicht verletzter Polizist. 24 Fälle von gefährlicher bzw. schwerer Körperverletzung. In Bitterfeld-Wolfen attackierten Chaoten einen Rettungswagen mit Pyrotechnik. Die Polizeiinspektion Halle hatte knapp 200 Einsätze, der Rettungsdienst wurde dort 115 Mal gerufen.
Schleswig-Holstein: 712 Einsätze, überwiegend wegen brennender Hecken, Streitigkeiten unter Betrunkenen, Verletzungen durch Feuerwerkskörper.
München: Mehr als 710 Polizei-Einsätze, darunter 46 Ruhestörungen, 65 Körperverletzungsdelikte, 110 Einsätze wegen Pyrotechnik und mehr 70 Einsätze im Zusammenhang mit Bränden. Die Feuerwehr zählte 190 Einsätze, davon 163 Brandeinsätze und 27 Technische Hilfeleistungen. Der Rettungsdienst rückte 402 Mal aus, der Notarzt 128 Mal.
Thüringen: Rund 90 Brände und mehr als 80 Körperverletzungen – zwei Menschen mussten Hände amputiert werden. Vier verletzte Polizisten.
Brandenburg: Ein Toter durch Feuerwerk und mehrere Schwerverletzte. Allein 138 Feuerwehreinsätze in Potsdam.
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