Werbung mit Holocaust-Überlebender: FAZ veröffentlicht am Tag der Auschwitz-Befreiung pietätlosen Image-Film
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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung am 27. Januar einen Werbefilm für das eigene Blatt veröffentlicht, in dem auch Margot Friedländer auftritt. Eine Image-Kampagne, in dem eine Holocaustüberlebende als Testimonial fürs eigene Blatt präsentiert wird – geschmackloser geht es wohl kaum.
Dass das Gedenken an sechs Millionen ermordete Juden kein Marketing für welches Produkt auch immer sein sollte: Man sollte meinen, dass dieser Grundsatz Konsens in Deutschland ist.

Margot Friedländer liest im Werbefilm die FAZ.
Doch während Tausende auf den Straßen „Nie wieder“ rufen, veröffentlicht ein deutsches Leitmedium einen pietätlosen PR-Film mit breitem Branding, der vor dem Holocaust-Mahnmal gedreht wurde. Und das am Tag der Auschwitz-Befreiung. Eine Instrumentalisierung des Leids von Millionen Menschen.

Ein Drohnenflug über das Holocaust-Mahnmal ist Teil des Image-Films. Zu sehen ist auch die FAZ-lesende Margot Friedländer – daneben das dicke FAZ-Branding.
Bei dem Film handelt es sich um die neueste Ausgabe der FAZ-Kampagne „Kluge Köpfe“, die seit 1995 herausragende Persönlichkeiten porträtiert. Doch eine überlebende Jüdin gerade an diesem geschichtsträchtigen Tag für die eigene PR zu missbrauchen: Das ist mehr als geschmacklos.

Erst vergangene Woche zeigte ein Vorfall, wie sehr Menschen, die den Schrecken des Holocaust überlebt haben, instrumentalisiert werden. Ein Plakat warb für eine „gegen Rechts“-Demo in Nürnberg und stellte dabei einen Holocaust-Überlebenden wie eine Attraktion dar. „Holocaust-Überlebender“ stand dort neben Ankündigungen verschiedener Attraktionen wie „Livemusik“ und „Safe Space für Familien mit Kindern“.
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