Wie der deutschen Mittelschicht ihr Wohlstand geraubt wird
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Räuber kommen nicht mit wehenden Fahnen, sie kommen gewöhnlich heimlich, still und leise. Die Beraubten wissen gewöhnlich nicht, wer sie beraubt hat und wohin ihr Geld oder ihre Wertgegenstände gingen. Beim Raub des Wohlstandes der deutschen Mittelschicht sieht es ganz ähnlich aus.
Die Mittelschicht bildet das Rückgrat der deutschen Gesellschaft und spielt eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft. Sie besteht aus Facharbeitern, Angestellten, kleinen Unternehmern und anderen Berufsgruppen, die ein ausgewogenes Einkommen haben und einen gewissen Lebensstandard pflegen können. Allerdings steht diese Schicht zunehmend unter Druck.
Woher kommt das Geld?
Die deutsche Politik hat es sich in den letzten Jahren offensichtlich zur Aufgabe gemacht, alle nur denkbaren Probleme mit einem generösen Geldregen zu lösen. Das Problem dabei ist nur, dass dieses Geld auch von jemandem kommen muss. Über Inflation, Steuern und Abgaben wird insbesondere die deutsche Mittelschicht zerrieben.
Während die Unterschicht mit Sozialleistungen versorgt wird, und die Oberschicht alternative Ausweichmöglichkeiten zu den Entwicklungen findet, ist die deutsche Mittelschicht gefangen.
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Blicken wir beispielsweise auf die Entwicklung des Immobilienbereiches. Immobilienpreise sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Während dies für Immobilienbesitzer ein Grund zur Freude sein mag, stellt es für viele Menschen der Mittelschicht ein ernsthaftes Problem dar.
Es gibt Gründe für diese Entwicklung: Die lange Phase der niedrigen Zinsen und des schwächeren Euros hat diese Entwicklung ermöglicht – davon haben vor allem Vermögende profitiert. Der Grund für die lange Phase der niedrigeren Zinsen war jedoch politisch motiviert. Das politische Projekt des Euros durfte keinesfalls scheitern, daher wurde akzeptiert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Rahmenbedingungen zur günstigen Staatsfinanzierung stellte.
Allerdings wurde die Umverteilung in Richtung Südeuropa nicht nur über die EZB organisiert, sondern seit 2020 auch über die EU direkt, also über Steuermittel.
Diese Umverteilung und Staatsfinanzierung europäischer Südstaaten ist deshalb besonders perfide, da das deutsche Wahlvolk die Prozesse kaum durchschaut.
Nun gilt aber auch in der Ökonomie die generelle Gesetzmäßigkeit: Niemandem kann etwas geschenkt werden, ohne dass es jemand anderem weggenommen wird.
Steigende Immobilien- und Energiepreise
Aber zurück zu den Immobilien: Immer mehr Vorschriften rund um Häuser und Wohnungen führen dazu, dass die Kosten zum Wohnen weiter steigen. Während die Unterschicht ihre Wohnkosten gegebenenfalls aus dem Sozialsystem finanziert bekommt (wer zahlt wohl dafür…?) und dieser Punkt weniger relevant für die Oberschicht ist, trifft er die Mittelschicht ins Mark.
Das ist insbesondere deshalb so, weil die Deutschen ein Volk von Mietern sind. Die Eigentumsquote ist im europäischen oder internationalen Vergleich sehr niedrig. Das Steuer- und Abgabensystem in der Bundesrepublik macht es vielen Menschen schwer, selber Vermögen aufzubauen und unabhängiger zu werden. Mit den gestiegenen Zinsen ist es nun sogar noch schwieriger geworden – bei weiter hohen Immobilienpreisen – Eigentum zu erwerben. Im Ergebnis treibt dies die Mittelschicht noch stärker in den Mietmarkt und führt dadurch zu steigenden Mieten. Hohe Mieten machen es wiederum schwieriger Vermögen aufzubauen.

Die Deutschen sind ein Volk von Mietern
Die Folgen von Inflation und dem Steuer- und Abgabensystem werden extrem deutlich, wenn wir auf das Medianvermögen in Deutschland schauen. Dieses ist – trotz höherer Wirtschaftsleistung pro Kopf – geringer als in Frankreich, Italien, Spanien oder dem UK.
Blicken wir auf das Energiepreis-Thema, sehen wir ein ähnliches Bild. Bereits seit vielen Jahren sind die Energiepreise in Deutschland weltweit an der Spitze. Ideologische Projekte tragen dazu bei, dass sie kontinuierlich weiter steigen. Denken wir nur an die CO2-Besteuerung oder den Ausstieg aus günstigen Energiequellen. Benzin-, Gas- und Strompreise betreffen vor allem die arbeitende Mittelschicht. Die Unterschicht wird durch das Sozialsystem finanziert und beruhigt, die Oberschicht ist prozentual weniger von dem Thema betroffen.
Sinkendes Lustprinzip
Diese Entwicklungen führen natürlich zu Verhaltensänderungen. Wenn mir bewusst wird, dass es sich nicht mehr wirklich lohnt (sozialversicherungspflichtig) zu arbeiten, weil die Alternativeinkommen (Bürgergeld etc.) fast oder genauso viel wie meine Erwerbsarbeit (nach Abzug von verbundenen Kosten) bringen – dann ist es fast schon eine rationale Entscheidung, den einfacheren Weg zu gehen.
Das führt allerdings bei allen anderen dazu, dass die Kosten zur Lebenshaltung weiter steigen. Einerseits über das Steuern- und Abgabensystem und andererseits, weil insgesamt weniger erwirtschaftet wird und damit weniger Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stehen (denken wir einmal an geschlossene Restaurants), und damit steigen dann die Preise.
Wenn wir uns fragen, warum das alles so ist, muss sich der Blick unweigerlich auf die Politik richten. Über die letzten ein bis zwei Jahrzehnte scheint die Entwicklung schlicht dahin gegangen zu sein, dass sich selbst kleinste Lobby-Gruppen Einfluss und Subventionen für ihr spezifisches Thema verschaffen können. Nur die deutsche Mittelschicht steht ohne eigenen Lobbyisten da.
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