„Wie man Burschenschafter schlafen legt“: Eine linksextreme Kampfsportgruppe wirbt mit Gewalt gegen Rechte
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Wenn man den eigenen Angaben glauben mag, ist es Selbstschutz der besonderen Art – wobei „Selbstschutz“ für politisch motivierte Gewalt steht und „besondere Art“ für „gegen Rechte“: In einem neuen Video erklärt die Düsseldorfer Krav-Maga-Gruppierung „Left Hook“, wie man „am besten Burschenschafter schlafen legt“. Der 90-sekündige Clip zeigt dabei einen vermummten Trainer, der Techniken erläutert, mit Hilfe derer Nachahmer Korporierte, also Mitglieder von Studentenverbindungen, Corps und Burschenschaft, effektiv zusammenschlagen können.
„Harte Kopfschüsse setzen“
In dem Video heißt es in Anspielung auf Korporierte, die ein über die Kleidung gelegtes Band tragen, die sogenannte Schärpe: „Da sind wir mit unserem Burschenschafter, der hat hier sein peinliches Bändchen“. Dann erklärt ein Trainer: „Die rechte Schulter ist gerade frei für uns, also geht die linke Hand drauf. Wir hauen ihm vor die Brust, unser Daumen kommt dahinter.“ Im Anschluss gehe man mit der zweiten Hand zur Schulter und hole sich gleichzeitig den Kopf. „Wir ziehen den Kopf an uns ran und wir drücken den Gurt, das Bändchen zur anderen Schulter hinter seinen Rücken.“ Es folgt ein Ziehen des Kopfes nach vorne sowie ein Tieftritt – und schon liegt der Angegriffene.
Die gleiche Technik sei auch gegen größer gewachsene Burschenschafter anzuwenden, wobei in diesem Fall zuerst ein tiefer Tritt erfolgen müsse, sodass der Angegriffene zusammensacke und sein Kopf in den Schwitzkasten genommen werden könne. Zum Ende des Videos hat der Krav-Maga-Trainer noch weitere didakatische Tipps: „Wenn das nicht klappt, können wir harte Kopfschüsse setzen.“ Wenn es kein Burschenschafter mit so einem Bändchen sei, sondern „irgendein anderer Nazi mit einer Gürteltasche“, finde die Angriffstechnik ebenfalls beste Anwendung.

Essenziell, wenn Burschenschaftler angegriffen werden: Tritte in den Unterkörper.
Notwehrsituationen – aber als aktiver Übergriff
Das Video stammt von der Düsseldorfer Krav-Maga-Gruppe „Left Hook“, einer spezifisch antifaschistischen Kampfsportorganisation, die sich an alle richtet, die sich „von rechter oder anderer diskriminierender Gewalt bedroht“ fühlen. Die Gruppe verortet sich als „explizit links“ und verklausuliert die eigene Selbstverortung in Phrasen wie: „Nichts sagen, nicht helfen, ist fadenscheinig angesichts der steigenden Zahlen rechter Gewalt.“ Fokus der Gruppierung sei die „Vorbereitung auf potenzielle Notwehr- oder Nothilfesituationen“, wenngleich das Video, das am Donnerstag auf Instagram veröffentlicht wurde und inzwischen mehr als 1100 Likes aufweist, ganz speziell keine Notwehrsituation simuliert – sondern einen eigenen Angriff demonstriert.

Die Selbstverortung der Krav-Maga-Gruppe.
Der einzige auf der Website ausgewiesene Kampfsportlehrer ist ironischerweise verpixelt, sein Name geschwärzt. „Trainer“ weist aber rund 20 Jahre Erfahrung im Kampfsport aus, darunter Bareknuckle-Fights, Muay Thai, Judo oder philippinischen Stockkampf. Seine Gruppe trifft sich zum Training im Düsseldorfer Volksgarten, wobei die Adressen variieren. Und: Auch das Impressum von Left Hook Krav Maga wirft Fragen auf. Dort gibt es keinen zuständigen Verantwortlichen und keine Adresse.

20 Jahre Kampfsporterfahrung – nun in der Praxis gegen Burschenschaftler.
Zudem darf die Vision „Left Hooks“ von einer „gewaltfreien, emanzipierten Gesellschaft“ angezweifelt werden: Auf der Instagram-Seite finden sich zahlreiche Aufrufe, die den eigenen Gewaltverzicht unglaubwürdig erscheinen lassen, etwa Sticker und Plakate mit der Aufschrift „Nazis Boxen“, begleitet vom Zusatz: „Kann man machen!“. Wobei unklar ist, wer mit „Nazi“ gemeint ist. Das eingangs erwähnte Video lässt den Schluss zu: vermutlich auch jeder Burschenschafter. Klar ist auch, dass „Offen für Alle“ in Wirklichkeit so viel bedeutet wie: „Offen für alle, die links und linksextrem sind“.

„Nazis boxen – kann man machen“, stickert die Gruppierung.
Antifa-Merchandise als (kapitalistisches?) Geschäftsmodell
Ebenfalls bemerkenswert: der zweite Kooperationspartner des Videos, die Sportbekleidungsmarke „Less Talk“ aus Hamburg, die nach eigenen Angaben von einem Mann namens „Koschitzkii“ betrieben wird. Dieser ist nicht nur für „Less Talk“ zuständig, sondern auch für die Bekleidungsmarke „Rebel Store“, die „FCK NZS“-Sticker, -Shirts, -Socken und -Badelatschen vertreibt.
Bei „Less Talk“ zu kaufen gibt es Muay-Thai-Shorts, aber auch Handwraps, Knöchelschutz, Boxhandschuhe und -säcke, Mundschutz oder Schienbeinschoner, kurz: Kampfsport-Equipment. Etliche Produkte sind bedruckt mit „Rotfront“ oder „Anti Fascist Action“. Koschitzkii, der bei „Rebel Store“ als Alexander Koschitzki ausgewiesen wird, wobei unklar erscheint, ob dies sein echter Name ist, hat antifaschistisches Merchandise zu seinem Geschäftsmodell gemacht.
T-Shirts von „Rotfront“, also dem Label, das das Burschenschafter-Gewaltvideo mitproduziert hat, finden sich interessanterweise auch auf einem jüngst veröffentlichten Foto des thüringischen Linken-Spitzenkandidaten Sören Pellmann, der sich gemeinsam mit der Genossin Eva von Angern ablichten ließ. Ob der Mann, der das Shirt des extrem linken Labels trägt, zur Wahlkampfentourage gehört – oder nur als Besucher vor Ort war –, ist unklar. Es zeigt aber in jedem Fall, dass Gewaltbereitschaft, ein Teil des Spektrums ist – um mal einen Lieblingsausdruck der Linken zu bemühen.
Erst kürzlich erfolgte in Düsseldorf ein Angriff auf Burschenschafter
Dass die Angriffstechniken von „Left Hook“ konkrete Anwendung im Alltag finden können, zeigt ein Vorfall vom 22. Juli. Eine Gruppe von maskierten Personen aus dem linksextremen Spektrum lauerte zwei Korporierten der Burschenschaft Rhenania-Salingia auf und griff diese auf dem Weg zu ihrem Haus an. Nach eigenen Angaben der Burschenschaft konnte die Polizei mehrere Personen festnehmen, nun ermittelt der Staatsschutz wegen versuchten Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Wie das Magazin Freilich berichtet, hatte die radikale Klimabewegung „Ende Gelände Düsseldorf“, die auch „Left Hook“ auf Instagram folgt, wenige Tage zuvor eine anonyme Drohung veröffentlicht, wonach man Burschenschafter „jagen“ solle. Außerdem legten vermummte Täter Pflastersteine vor der Haustür der Burschenschaft ab, die mit linksradikalen Parolen und Drohbotschaften beschriftet waren, darunter: „161“, was so viel wie „Autonome Antifa Aktion“ heißt. „Als Erinnerung daran, dass sie keinen Schutz, nicht einmal im eigenen Haus finden können und sie froh sein können, dass es diesmal nur die Hauswand erwischt hat, wurden symbolisch 2 Pflastersteine mit ‚AFA‘ und ‚161‘ vor der Tür platziert“, hieß es in einem Video von Ende Gelände. Hintergrund der Attacke und des Angriffs war ein Hausbesuch des AfD-Politikers Matthias Helferich. Die Täter markierten zudem die Hausfassade der Burschenschaft mit Farbe.

Pflastersteine vor dem Haus der Burschenschaft.

Linksautonome beschmieren das Haus der Burschenschaft.
Das neueste Video von „Left Hook“ zeigt also erneut, dass die linksextreme Szene nicht davor zurückschreckt, Gewalt gegen Andersdenkende auf rechter Seite anzuwenden. „Heute sehen wir uns an, was wir gegen Bändchen tragende Burschenschafter, oder andere Nazis mit Hip Bag quer über der Brust machen können“, frohlockt die Gruppierung auf Instagram. Unter frenetischen Jubel-Kommentaren („Mehr davon!“) und Flammen-Emojis findet sich immerhin auch folgender Kommentar: „Selbstverteidigung bedeutet, nicht anzufangen“, schreibt ein User, „sondern sich im Ernstfall verteidigen zu können“.
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Jan A. Karon
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