„Wir sind die Töchter“-Demo gegen „Stadtbild“-Aussage von Merz: NIUS konfrontiert Luisa Neubauer
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Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat für Dienstagabend zu einer spontanen Demonstration vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin aufgerufen. Der Grund: Die von einigen als kontrovers empfundene „Stadtbild“-Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz. NIUS war vor Ort und hat Neubauer gefragt, was sie an den Worten des Bundeskanzlers so sehr irritiert hat.
Allerdings antwortete die Klimaaktivistin lediglich „kündige deinen Job“, inhaltlich ging sie auf die Frage unserer Reporterin Helena Gebhard nicht ein.
„Das ist widerlich“
Auch Demo-Teilnehmerinnen fragten wir: „Was stört dich an der Aussage von Merz?“ Eine Frau erklärt: „Ich finde es eine Unverschämtheit, wie der Bundeskanzler sich äußert. Dass er versucht, Teile der eigenen Bevölkerung gegeneinander auszuspielen und uns instrumentalisiert. Weil er zu feige ist, auszusprechen, was er eigentlich meint. Das ist widerlich.“
Konfrontiert mit der Tatsache, dass die Hälfte der Tatverdächtigen bei Vergewaltigungen nicht deutsch ist, entgegnet eine Teilnehmerin, die ein Transparent mit der Aufschrift „Darf man wieder offen rassistisch sein“ hebt: „Die Statistiken sagen ganz klar, dass der gefährlichste Ort für eine Frau das eigene Zuhause ist und nicht die Straße oder das Stadtbild.“
Sehen Sie hier die komplette Umfrage:
Ausgangspunkt für die Debatte ist eine Äußerung des Kanzlers bei einer Pressekonferenz in Potsdam auf die Frage eines Reporters zum Erstarken der AfD. Merz sagte daraufhin unter anderem, dass man frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik korrigiere und Fortschritte mache. „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
„Fragen Sie mal Ihre Töchter“
Am Montag wurde Merz auf einer weiteren Pressekonferenz gefragt, was er genau damit gemeint habe, was er damit bezwecken wolle und ob er etwas davon zurückzunehmen habe. „Ich habe gar nichts zurückzunehmen“, sagte er daraufhin. „Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte. Ich vermute, Sie kriegen eine ziemlich klare und deutliche Antwort. Ich habe gar nichts zurückzunehmen. Im Gegenteil. Ich unterstreiche jetzt noch einmal: Wir müssen daran etwas ändern, und der Bundesinnenminister ist dabei, daran etwas zu ändern und wir werden diese Politik fortsetzen.“ Merz hat selbst zwei Töchter und insgesamt sieben Enkel.
Rund 2000 Menschen nahmen an der Kundgebung teil
Die Äußerungen des Kanzlers wurden von vielen als diskriminierend wahrgenommen. Die 29-jährige Klimaaktivistin Neubauer schrieb auf Instagram: „Wir sind plusminus 40 Millionen Töchter in diesem Land. Wir haben ein aufrichtiges Interesse daran, dass man sich mit unserer Sicherheit beschäftigt. Worauf wir gar keinen Bock haben, ist, als Vorwand oder Rechtfertigung missbraucht zu werden für Aussagen, die unterm Strich einfach diskriminierend, rassistisch und umfassend verletzend waren.“

Die Kundgebung vor dem Konrad-Adenauer-Haus fand unter dem Motto statt „Merz spricht nicht für uns.“
Vor der CDU-Zentrale in Berlin demonstrierten am Abend Menschen unter dem Motto „Feministische Kundgebung: Wir sind die Töchter“. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis „Zusammen gegen Rechts“. Laut Berliner Polizei nahmen rund 2.000 Menschen an der Kundgebung teil, die Veranstalter sprachen von 7.500 Teilnehmern. Am Mittwoch soll es auch eine Demo in Kiel geben, die von Fridays for Future organisiert wird.
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