Wo ist nur das schwarz-rot-goldene Farbenmeer geblieben?
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Schwarz-Rot-Gold, wohin man blickt: Die Erinnerung an die Weltmeisterschaften 2006 und 2014 ist unweigerlich mit einem Meer aus Fahnen verbunden. Lässt man den Blick heute über die EM-Fan-Meilen der Republik schweifen, ist von farbenfrohen Fan-Artikeln nur wenig zu sehen – und das, obwohl das Turnier in Deutschland ausgetragen wird.
Fast scheint es, als seien Deutschland-Fahnen nicht erwünscht bei der Heim-EM, die Deutschland gerade feiert. Wo auch immer Menschen zusammenkommen, um miteinander ein Fußball-Fest zu feiern, wirkt die Szenerie vielmehr wie ein Konzert oder eine andere Großveranstaltung. Nur vereinzelt blitzen Deutschland-Flaggen durch die Menge hindurch.
So sah es noch 2006 aus, als Fans der deutschen Nationalmannschaft zusammenkamen:

Uns so bei der WM 2014, als die Deutsche Nationalmannschaft einen Sieg nach dem anderen einfuhr.

Von einem zweiten Sommermärchen wie 2006 und rauschenden Nächten wie bei der WM 2014 in Brasilien sind wir derzeit weit entfernt. Schwarz-Rot-Gold hängt gefühlsmäßig auf halbmast. Hier die Fan-Meile in Berlin, als die Nationalmannschaft am Freitag gegen Schottland siegte:

Oder hier, beim Public Viewing in der Fanzone der UEFA EURO 2024 im Olympiapark in München, ebenfalls beim Eröffnungsspiel.

Hier beschwert sich ein Fußball-Fan, dass es im Nordstern Park keine deutschen Fan-Artikel gibt:
Die zunehmende Politisierung der Heim-EM hat dafür gesorgt, dass deutsche Fußball-Fans zum Jubeln in den Keller gehen müssen. Fast wirkt es, als habe man heute Angst, sein Deutsch-sein zu zeigen. Was früher ein Privileg war, ist heute für die Menschen offenbar ein Grund, sich zu schämen. Obwohl einerseits Vielfalt und Buntheit angepriesen werden, die Nationalhymne vor dem Eröffnungsspiel im ZDF sogar als „Einigkeit und Recht und Vielfalt“ anmoderiert wurde – feiern die Fans heute deutlich weniger farbenfroh und bunt als bei den beiden vergangenen Turnieren.
Begonnen hat diese Entfremdung mit der eigenen Nationalmannschaft bereits mit Mesut Özil.

Gefeiert als Held während der WM 2014 in Brasilien, machte er schon bald durch seine zweifelhaften Kontakte von sich reden, ließ sich mehrmals mit dem türkischen Präsidenten Erdogan ablichten, der als islamischer Hardliner gilt. Heute ist Özil ein lupenreiner Islamist, spricht Israel das Existenzrecht ab. Auch von Ilkay Gündogan gibt es ein Foto mit Erdogan, doch er distanzierte sich später.
Die Diskussion um Antonio Rüdiger befeuert nun erneut eine Debatte, die viele Menschen von National-Symbolen entfernt hat. Der Verteidiger postete auf Instagram ein Bild von sich, das in den Zeigefinger gen Himmel erhoben zeigt, später wiederholte er die Geste im Nationaltrikot im Rahmen eines Foto-Shootings.

Ein Nationalspieler, der den Gruß der Islamisten zeigt: Das stößt vielen Fußball-Fans sauer auf. In den Kommentarspalten von NIUS Live am Morgen kommentieren zahlreiche Zuschauer, dass sie sich nicht mehr repräsentiert fühlen.
Während Polizisten Regenbogen-Flaggen an ihren Autos anbringen dürfen, ist es nicht einmal allen Einheiten gestattet, die Deutschlandflagge zu zeigen.
2006 hatten wir noch ein Sommermärchen, die Welt war zu Gast bei Freunden. Heute hat man das Gefühl, dass die Mannschaft sich immer weiter vom Volk entfernt. Politisierung und die zahlreichen Verbote nehmen den Fans Stück für Stück die Freude an einem großen Fußball-Fest.
Mehr NIUS: Fake-Maskottchen auf dem Spielfeld: So leicht umgeht ein YouTuber das Sicherheits-Konzept der UEFA
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