Woke-Wahnsinn: Hollywood-Star gerät in Shitstorm, weil er Nasenprothese trägt
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Der US-Schauspieler und Filmemacher Bradley Cooper, bekannt aus Blockbustern wie „A Star is Born“ und „The Hangover“, ist ins Fadenkreuz der Berufsempörten geraten. Sein Verbrechen? Eine Nasenprothese. Ja, richtig gelesen. Eine. Nasen. Prothese.
Manchmal sind Nachrichten so skurril, dass man sie für Satire hält. Als ich hörte, dass Bradley Cooper wegen einer Nasenprothese in „Maestro“ unter Beschuss steht, dachte ich, es wäre ein Beitrag von „Der Postillon“. Immerhin handelt es sich bei „Maestro“ um ein Biopic über den Komponisten Leonard Bernstein, den Cooper zutiefst bewundert. Ich war mir sicher, dass es sich um einen Spaß-Tweet handelt, von einem Scherzkeks, der einfach nur die hypersensible Woke-Polizei humorvoll aufs Korn nehmen wollte.
Kurz darauf wurden die ersten Nachrichten darüber veröffentlicht und ich dachte nur: „Haha, diese dummen Journalisten sind auf einen noch dümmeren Scherz-Tweet reingefallen!“ Es dauerte eine Weile, bis ich erkannte, dass es gar kein Scherz war. Offensichtlich unterschätze ich immer noch die epidemische Ausbreitung des politisch korrekten Gehirnfraß'. Wir leben jetzt tatsächlich in einer Welt, in der ein Schauspieler als Rassist beschimpft wird, weil er eine Nasenprothese trägt, um der von ihm verkörperten Person ähnlicher zu sein.
Welle der Empörung
Der 1990 verstorbene Komponist Leonard Bernstein (West Side Story, Die Faust im Nacken) hatte eine größere Nase als Bradley Cooper. Also beschloss Cooper, eine Nasenprothese zu tragen, um die Figur glaubhafter verkörpern zu können. Völlig logisch, oder?
Allerdings hatte Bernstein jüdische Wurzeln und da eine große Nase als Darstellung antisemitischer Klischees gilt, ist Bradley Cooper jetzt Antisemit. Die Organisation „StopAntisemitism“ hält das Ganze für „widerlich“, schließlich gäbe es jüdische Schauspieler, die seit Jahren von dieser Rolle träumen: „Hollywood besetzte Bradley Cooper, der kein Jude ist, um die jüdische Legende Leonard Bernstein zu spielen, und klebte ihm eine widerliche übertriebene ‚Juden-Nase‘ an. Und das alles, während man Jake Gyllenhaal, einem echten Juden, der seit Jahrzehnten davon träumt, Bernstein zu spielen, eine Absage erteilt. Widerlich.“
Wie die Nase eines Mannes, so auch sein Antisemitismus? Leider scheint dieser Gedanke nicht nur jüdische Organisationen anzutreiben. Ich halte es für besonders verachtenswert, dass sogar Schauspielkollegen Bradley Cooper anfeinden: „Wenn er eine Nasenprothese tragen muss, ist das, für mich und viele andere, das Äquivalent von Blackface oder Yellowface“, kritisiert die britische Schauspielerin Tracy-Ann Oberman, die jüdischer Abstammung ist.
Dass Carey Mulligan, die in „Maestro“ Bernsteins Ehefrau spielt, ebenfalls beim Maskenbildner saß, um sich älter schminken zu lassen, scheint niemanden zu stören, dabei hätte man doch sicher ältere Schauspielerinnen finden können. Mal sehen, wie lange es dauert, bis empörte Trottel den Begriff „Rentnerfacing“ ins Spiel bringen.
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Ironie des Schicksals: Frau Oberman spielt gerade Shylock in Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“. Shylock, ursprünglich ein jüdischer Geschäftsmann, wurde für diese Inszenierung in eine Geschäftsfrau umgewandelt. Ist das nicht ungerecht, jüdischen Theaterschauspielern gegenüber? Und warum darf eine Schauspielerin eine Geschäftsfrau darstellen, wenn es da draußen genug echte Geschäftsfrauen gibt, die sicherlich Bühnenluft schnuppern möchten?
Ich bekenne mich zum Copfacing
Vor einigen Jahren war ich als Komparse im Franken-Tatort zu sehen. Ich musste einen Kripo-Beamten spielen, der in diversen Szenen im Hintergrund herumsteht. Weil ich groß und fett bin, nutzte mich der Regisseur geschickt als lebendige Deko, um spärliche Kulissen zu kaschieren. Als Kind türkischer Gastarbeiter blicke ich heute zurück und schäme mich. Wahrscheinlich gibt es tausende Polizisten, die genauso talentiert im Hintergrund stehen könnten wie ich, doch ich schamlose Drecksau habe sie dieser einmaligen Chance beraubt.
Fast hätte ich’s vergessen: Mittlerweile haben sich auch Leonard Bernsteins Kinder in die Diskussion eingeklinkt. „Es ist wahr, dass Leonard Bernstein eine schöne, große Nase hatte. Bradley entschied sich dafür, Make-up zu verwenden, um seine Ähnlichkeit zu verstärken, und das finden wir völlig in Ordnung. Wir sind uns auch sicher, dass unser Vater damit einverstanden gewesen wäre. Die lautstarken Beschwerden zu diesem Thema erscheinen uns vor allem als unaufrichtiger Versuch, eine erfolgreiche Person herabzusetzen – eine Praxis, die unser Vater nur zu oft erleiden musste.“
Das alles ist fast komisch, wenn man bedenkt, dass Bradley Cooper jahrelang davon geträumt hat, Leonard Bernsteins Leben auf die Leinwand zu bringen. Er hat nicht nur am Drehbuch mitgewirkt, sondern auch Regie geführt. Sein Ziel war es, einem seiner Helden ein filmisches Denkmal zu setzen.
Ohne Coopers Leidenschaft und Engagement wäre dieser Film wahrscheinlich nie entstanden. Anstatt Kritik zu üben, sollten die übereifrigen Ankläger ihm eigentlich dankbar sein, dass er das Leben eines herausragenden jüdischen Künstlers feiert. Und wenn sie eine große Nase automatisch mit Antisemitismus in Verbindung bringen, sollten sie vielleicht überlegen, ob sie nicht selbst rassistische Stereotypen bedienen. War der Autor von Pinocchio etwa auch ein Judenhasser?
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