Woker Irrsinn: Botanische Gärten sollen „strukturellen Rassismus“ fördern
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Eigentlich sind botanische Gärten beliebte Ausflugsziele, deren Pflanzen nicht nur Hobbygärtner begeistern. Groß und Klein bestaunen Gewächse aller Art und es gibt viel Wissenswertes zu entdecken.
Doch nun stehen botanische Gärten in der Kritik und sehen sich offenbar in der Verantwortung, ihre kolonialgeschichtliche Vergangenheit aufarbeiten zu müssen.
Gärten fördern „strukturellen Rassismus“
Im 18. und 19. Jahrhundert standen botanische Gärten hoch im Kurs. Neben exotischen Zierpflanzen wurden allerlei Nutzpflanzen gesammelt, katalogisiert und gezüchtet. Insbesondere für die aufkommende Industrialisierung spielten die Gärten eine wichtige Rolle, da es immer wieder Bestrebungen gab, Rohstoffe in den nördlichen Gefilden anzubauen. Besonderes Interesse galt Nutzpflanzen – wie etwa Kautschuk für die aufkommende Automobilindustrie – und auch kulinarischen Pflanzungen wie Kaffee, Vanille oder Zuckerrohr. Zahlreiche Ausstellungen exotischer Zierpflanzen erfreuten sich großer Beliebtheit und zogen wissbegierige Besucherströme in ihren Bann.
Jetzt stehen die Gärten im Kreuzfeuer der Kritik, da sie „strukturellen Rassismus“ fördern würden, weil sie vor allem Pflanzen aus „dem globalen Süden“ zeigen, ohne ausreichend auf den Kolonialismus hinzuweisen.
Der Hintergrund: Die botanischen Gärten dienten einst als Ausstellungshäuser großer Gärtnereien, deren Geschäftsmodell eng mit den Plantagen verwoben war. Schließlich sei der Handel mit diesen pflanzlichen Rohstoffen ein Grund, warum es zur Sklaverei kam. Und dies sei einer der wesentlichen Indikatoren für das Ungleichgewicht zwischen dem „globalen Norden“ und dem „globalen Süden“.

Kew Gardens in London möchte über die Kolonialgeschichte aufklären.
Wenn Gärten woke werden
Während der berühmte Kew Gardens im Südwesten Londons seit einigen Jahren für seine woke Aufarbeitung von britischen Pflanzenliebhabern angefochten wird, fängt man in Deutschland gerade erst an, auf dieser Woke-Welle mitzuschwimmen.
Beispielsweise bieten die Bonner Gärten eine spezielle Führung zu dem Themenkomplex „Koloniale Spuren in den Gärten“ an, die vor allem die politische Dimension der Pflanzen thematisiert. Die Gärten wollen weg vom Image der blühenden Erholungsorte, hin zu einer politischen Bildungsstätte, die in der Pflanzenwelt verortet ist.
Wie diskriminierend ist Wissenschaft?
Was früher noch als wissenschaftliche Errungenschaft galt, steht nun auf dem Prüfstand. Sei es die Namensgebung in Latein oder generell die Tatsache, dass indigene Sichtweisen in den westlichen Publikationen zu wenig Beachtung fänden. Für die Kritiker sind das sind wesentliche Hinweise, warum die Forschung neu aufgesetzt werden sollte – selbstverständlich unter Berücksichtigung des woken Weltbildes.

Die Grünen zeigen sich gerne mit Sonnenblumen.
Botanische Gärten haben ihre Unschuld verloren
Wer nun meint, sich bei einem Spaziergang zwischen Kakteen, Titanenwurz und Dahlien an der Faszination der Pflanzenwelt berauschen zu müssen, macht sich jetzt schuldig im Sinne des woken Zeitgeists. Schließlich hätten alle nichtheimischen Pflanzen irgendwas mit Kolonialismus zu tun, was schlussendlich in Rassismus mündet.
Betroffen ist übrigens auch die Sonnenblume, die aus Mittelamerika stammt und einst von den Indianern kultiviert wurde. Wissen die Grünen eigentlich welch hochproblematisches Symbol ihr Logo ziert?
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