NGO-Pornoskandal – jetzt spricht eine Betroffene: „Erst als Schüler Fotos machten, entfernten die Aktivisten das Material“
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Die aus Steuergeldern finanzierte Amadeu Antonio Stiftung ist in einen Skandal um pornografisches Material an einer sächsischen Schule verwickelt. NIUS hat mit einer betroffenen Schülerin gesprochen. Sie berichtet von einem Projekt, das ohne transparente Vorbereitung stattfand, von fragwürdigen Übungen im Wald und von Materialien, die homosexuelle Pornografie zeigten und aus einem queeren Buch mit dem Titel „Whatever the fuck you want“ stammen sollen.
Der Skandal betrifft eine 9. Klasse an einer Oberschule im sächsischen Schleife. Laut Angaben der Amadeu Antonio Stiftung lag die Durchführung bei der Organisation „Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken“, konkret beim Landesverband Berlin.

Diese Fotos sollen den Kindern gezeigt worden sein.
Sehen Sie hier das Interview:
NIUS: Bist du tatsächlich in der Klasse 9b?
Schülerin: Ja, ich bin in der Klasse 9b.
NIUS: Und an diesem besagten Tag im März – kannst du einmal schildern, wie der Tag ablief?
Schülerin: Ich war nicht von Anfang bis Ende dabei, aber als ich dazugekommen bin, standen wir im Kreis. Wir sollten uns gegenseitig unsere Namen sagen, mit so einem kleinen Ball, den wir hin- und hergeworfen haben. Dabei haben wir die Namen gesagt.
NIUS: Solltet ihr da auch schon eure Pronomen äußern?
Schülerin: Nein, das sollte wohl vorher passiert sein, aber da war ich nicht dabei. Die zwei Mädchen haben sich dann vorgestellt. Eine meinte, sie möchte nicht mit „er“, „sie“ oder „es“ angesprochen werden, die andere mit „sie“.
„Dann wurden uns in Zweiergruppen die Augen verbunden“
NIUS: Wie ging es danach weiter?
Schülerin: Nachdem wir im Kreis standen, sind wir in den Wald gegangen. Dort haben wir wieder in einem Kreis gestanden, sollten unsere Namen sagen und wiederholen. Dann wurden uns in Zweiergruppen die Augen verbunden. Wir sollten dann durch den Wald laufen – als Vertrauensübung. Später haben wir eine Art Schlange gebildet und sind gemeinsam durch den Wald gegangen. Danach sind wir zurück ins Klassenzimmer.
NIUS: Wurde euch vorher erklärt, worum es bei dem Projekt „Mut“ geht oder warum ihr in den Wald geht?
Schülerin: Nein, gar nicht. Es hieß nur, wir gehen irgendwohin und machen ein Spiel. Mehr wurde uns nicht gesagt.
NIUS: Dieses Spiel bestand also darin, sich die Augen zu verbinden und blind durch den Wald zu laufen, um Vertrauen aufzubauen?
Schülerin: Ja, genau. Außerdem sollten wir einen kleinen Glücksbringer mitbringen, der uns Mut macht.
„Da waren auch Pornohefte dabei und Zeitungen mit antifaschistischen Inhalten“
NIUS: Wie lief es dann zurück im Klassenzimmer ab?
Schülerin: Wir sollten uns hinsetzen oder hinstellen. Dann wurde uns gesagt, dass wir eine Collage machen sollen, über die wir dann sprechen. Es wurden Zeitungen ausgelegt und Fragen gestellt, zum Beispiel: „Was macht dich mutig?“
NIUS: Und diese Collage sollte diese Fragen beantworten?
Schülerin: Genau.
NIUS: Was für Materialien lagen dafür aus?
Schülerin: Da waren auch Pornohefte dabei und Zeitungen mit antifaschistischen Inhalten, also mit Sprüchen wie „Fuck Nazis“ oder „Fuck AfD“.
NIUS: Kannst du das genauer beschreiben?
Schülerin: Es waren Zeitungen mit LGBTQ-Inhalten und auch schwule Pornohefte. Ich selbst habe nicht viel reingeschaut, ich saß eher am Rand. Aber zwei oder drei Schüler haben sich das angesehen. Ich weiß nicht genau, wie viele Hefte es waren.
NIUS: Konntet ihr diese Hefte frei durchblättern?
Schülerin: Ja. Die Betreuer haben gesehen, dass einige reinschauen, haben aber zunächst nichts gesagt. Erst als Fotos gemacht wurden, haben sie reagiert.

Aus diesem Buch soll das Material stammen.
NIUS: Was haben sie dann gesagt?
Schülerin: Sie meinten, es sei nicht richtig, davon Fotos zu machen, und haben die Hefte dann weggenommen.
NIUS: Wurde erklärt, warum diese Hefte überhaupt auslagen?
Schülerin: Nein, gar nicht.
NIUS: Und die politischen Inhalte – also das Anti-AfD- oder Antifa-Material – wurden die eingeordnet?
Schülerin: Nein, das lag einfach da und wurde als normal behandelt.
NIUS: Was hast du konkret darauf gesehen?
Schülerin: Ich habe nicht viel gelesen, aber auf den Collagen waren LGBTQ-Flaggen und Bilder, die aussahen, als würden Leute den Hitlergruß machen. Und viele Sprüche gegen die AfD. Es ging eigentlich nur in eine Richtung.
NIUS: Wie ging das Projekt weiter – und wie endete es?
Schülerin: Das Projekt wurde beendet, und wir sind nach Hause gegangen. Einige Schüler haben ihren Eltern davon erzählt, die sind direkt zur Polizei gegangen und haben Anzeige erstattet. Viele Eltern haben sich beim Direktor beschwert. Der hat das Projekt sofort gestoppt. Am nächsten Tag hatten wir schulfrei, weil viele Lehrer nicht da waren. Danach war das Projekt vorbei.
Wir waren vor allem irritiert, dass so etwas überhaupt auslag
NIUS: Es gab Berichte, dass eine Schülerin nur mit ihrem Vornamen angesprochen werden wollte und nicht mit Pronomen. Hast du davon etwas mitbekommen?
Schülerin: Nein, davon habe ich nichts mitbekommen. In meiner Klasse hat das niemand bestätigt.
NIUS: Wurde das Thema danach noch einmal im Unterricht besprochen?
Schülerin: Ja, wir haben mit unserem Klassenlehrer und anderen Lehrern darüber gesprochen. Die haben auch gesagt, dass so etwas nicht geht. Unsere Vertrauenslehrerin hat angeboten, dass wir zu ihr kommen können, wenn uns das belastet.
NIUS: Hat euch das belastet?
Schülerin: Wir waren vor allem irritiert, dass so etwas überhaupt auslag. Eigentlich hätte man die Materialien vorher prüfen müssen. Für viele Schüler war es eher seltsam oder auch irgendwie lustig – die Eltern haben das deutlich ernster gesehen.
NIUS: Vielen Dank!
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