Das kann nur die Deutsche Bahn: 67 Jahre Verspätung in einem Jahr
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Diese Zahl ist verblüffend und deprimierend zugleich: Zählt man die Verspätungen der Deutschen Bahn (DB) auf allen Strecken in einem Jahr zusammen (2025), ergibt sich eine Gesamtverspätung von 67 Jahren! Diese furchterregenden Zahlen stammen vom Tech-Start-up „Chuuchuu“.
Das Unternehmen hat die Daten von 17,3 Millionen Zugfahrten, die in einem Jahr in Europa stattfanden, analysiert. Ergebnis: Die deutschen Züge versagen in spektakulärem Ausmaß, wie die Berliner Zeitung berichtet. Die errechneten 67 Jahre Verspätung sind fast so viel, wie sich alle Züge der Schweiz, der Niederlande, Belgiens, Österreichs, Frankreichs und Italiens zusammen verspäten.
Wenn man sich diese Zahlen anschaut, sagt mir mein gesunder Menschenverstand: Kein Wunder, dass die Deutsche Bahn für viele Menschen zum Sinnbild des deutschen Niedergangs geworden ist. Vergangenes Jahr kamen nur noch 60 Prozent der Langstreckenzüge pünktlich an, und die DB musste allein 156 Millionen Euro für Entschädigungen an Fahrgäste zahlen. Die französische Zeitung Le Monde fragte im Mai: „Warum deutsche Züge niemals mehr pünktlich fahren“. Und die britische Zeitung The Telegraph titelte: „Wie Deutschlands Züge zur Schande einer Nation wurden“.

So titelt The Telegraph
Die Schweiz stoppt deutsche Züge an der Grenze – wegen Unpünktlichkeit
Mein Herz will sich gegen Verunglimpfungen deutscher Institutionen aus dem Ausland wehren, allein mein Verstand weiß, dass diese angesehenen Publikationen Recht haben. Die Schweiz stoppt schon seit Jahren deutsche Züge an der Grenze, weil die ständig zu spät kommen.
Der Niedergang der Deutschen Bahn erinnert mich schmerzlich an die Begeisterung meiner beiden Söhne, als sie noch keine zehn Jahre alt waren. Sie waren Bahnfans (wegen ihrer Spielzeug-Eisenbahn, genannt „Tschu-Tschu“). Eines Tages fragten sie mich: Wo fuhr eigentlich die erste große Eisenbahn? Ich antwortete: Von Nürnberg nach Fürth. Es war die erste mit Dampf betriebene Lokomotive, die den Zug im Dezember 1835 mit 200 geladenen Fahrgästen zog. Überall flatterten blau-weiße Fähnchen der bayerischen Landesfarben. Tausende Schaulustige feierten das historische Ereignis entlang der sechs Kilometer langen Fahrstrecke. In Nürnberg wurde später feierlich ein Gedenkstein mit der Inschrift enthüllt: „Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft 1835“.

„Die erste deutsche Eisenbahn“ (1835, Farblithographie nach Heinrich Heim)
„Papa, warst du eigentlich bei der ersten Eisenbahnfahrt dabei?“
Das alles habe ich meinen Söhnen damals nicht mehr erzählt, sie hatten sich schon wieder über ihre Spielzeugbahn gebeugt. Plötzlich hielt einer von ihnen inne, guckte mich an und fragte mit ernstem Gesicht: „Sag mal, Papa: Warst du eigentlich bei der ersten Eisenbahnfahrt dabei?“
Diese Frage ging in die Familiengeschichte ein und wird noch heute als lustiges Bonmot zitiert.
Wie gesagt: Die wunderbar kindliche Frage meiner Söhne (meine gespielt empörte Antwort damals: „So alt bin ich doch nun auch noch nicht“) zeigte einen gewissen Stolz. Sie fanden es großartig, dass ihr Lieblingsspielzeug in echt auf deutschem Boden losgefahren ist – einst, vor langer Zeit, als ihr Vater noch jung war.
Und heute, 20 Jahre später, kann keiner mehr stolz sein auf die Deutsche Bahn. Ich glaube, auch keine Kinder mehr. Wie traurig!
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