Gelddruck-Maschine für die FIFA: Hört auf, von Trinkpausen zu sprechen!
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Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kommt mit einer Reihe an Neuerungen daher – die wohl prominenteste ist die sogenannte „Hydration Break“. In der Mitte jeder Halbzeit sollen die Teams sich für drei Minuten mit Flüssigkeit versorgen dürfen. Was auf den ersten Blick nach sinnvollem Hitzeschutz klingt, entpuppt sich als Gelddruck-Maschine für die FIFA, die zudem noch das Potenzial hat, den Wettbewerb zu verzerren.

DFB-Stürmer Kai Havertz
Weit über 30 Grad Celsius hatte es in Houston, als die deutsche Nationalmannschaft ihren 7:1-Kantersieg gegen Curaçao gefeiert hatte. Aber nicht im NRG-Stadion: Das war dank Klimaanlage auf angenehme 22 Grad heruntergekühlt worden. Zwei Trinkpausen, die sich perfekt als dreiminütige Werbeunterbrechungen geeignet hatten, gab es trotzdem.

Unser erster WM-Torschütze: Felix Nmecha
Werbeplätze während der „Hydration Breaks“ für rund 250 Millionen Dollar
Bei 21 der bisher 32 WM-Spiele lag die Außentemperatur während des Spiels entweder bei 27 Grad Celsius oder die Stadien waren, wie in Houston, klimatisiert. Nur bei einer Handvoll Spiele zeigte das Thermometer 30 Grad Celsius oder mehr an. Wirklich geboten sind die Trinkpausen also allenfalls bei einigen wenigen Begegnungen.
Lohnend sind die Trinkpausen dennoch: Schließlich konnte die FIFA für alle 106 Spiele der WM zwei dreiminütige, zusätzliche Werbepausen vermarkten. Und das lassen sich auch die TV-Sender gut bezahlen. Der US-Sender Fox News etwa soll allein die Werbeplätze während der „Hydration Breaks“ für rund 250 Millionen Dollar verkauft haben, wie Analysen zeigen. Viele TV-Sender und Streaming-Anbieter werden es ähnlich gemacht haben.
Im Netz werden bereits Scherze über die „Hydration Break“ gemacht. Auch die Billigflug-Airline Ryanair ist bereits in die Erstellung von Memes eingestiegen. Zu sehen: Ein Verkaufswagen aus dem Ryanair-Flieger mit Softdrinks und Süßigkeiten, dazu die Überschrift „nur Kartenzahlung“.
Fußball-Analysten kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass die Zusatzpause mitten in beiden Halbzeiten auffällig zu einem Momentum-Wechsel führt. Dass also das Team, das eben noch im Hintertreffen war, plötzlich die Oberhand gewinnt. Kein Phänomen, das bei jedem Spiel zu erkennen ist, aber viel häufiger als üblich.
Sind wir also ehrlich: Ja, es gibt warme Spielorte. Nach menschlichem Ermessen hat niemand etwas dagegen, wenn der Schiedsrichter bei 34 Grad im Schatten eine kurze Trinkpause einberuft. Das, was wir bei der WM jedoch erleben, ist keine Trinkpause. Es ist eine zusätzliche, milliardenschwere Werbefläche. Also sollten wir es auch nicht Trinkpause nennen. Sondern Gelddruck-Maschine der FIFA.
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