Warum spricht Elmar Theveßen im ZDF immer wieder von „Deportationen”, obwohl es Abschiebungen sind?
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Felix PerrefortDeportation oder Abschiebung? In Berichten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über die US-Einwanderungsbehörde ICE ist immer wieder von „Deportationen“ die Rede, obwohl die korrekte Übersetzung des englischen Begriffs „deportation“ schlicht „Abschiebung“ lautet. „Deportationen“ haben in Deutschland, auch angesichts des NS-Regimes, eine völlig andere Konnotation. ARD und ZDF und auch der Deutschlandfunk nutzen eine falsche Übersetzung – und setzen bewusst ein Framing. Besonders aggressiv fällt dabei Elmar Theveßen auf.
Der Unterschied zwischen „Abschiebung“ und „Deportation“ ist gravierend. Während „Abschiebung“ im Deutschen ein verwaltungsrechtlicher Begriff ist, trägt „Deportation“ eine schwere historische Last. Der Duden, maßgeblicher Hüter der deutschen Sprache, definiert „Deportation“ als „Zwangsverschickung, Verschleppung, Verbannung von Verbrechern, unbequemen politischen Gegnern oder ganzen Volksgruppen“.

Für den Duden ist klar: Deportationen sind keine Abschiebungen.
Als Beispiel nennt er „die Deportation der Häftlinge in ein Arbeitslager“. Der Begriff verweist also auf staatliche Gewaltmaßnahmen totalitärer Systeme, nicht auf die Durchsetzung geltenden Aufenthaltsrechts.
Historisch belasteter Begriff
Deportationen waren im 20. Jahrhundert ein Instrument totalitärer Herrschaft. In der Sowjetunion wurden ethnische Minderheiten wie Deutsche, Polen, Krimtataren oder Tschetschenen zu Millionen in entlegene Regionen verbracht. Auch der Holocaust war organisatorisch von Deportationen geprägt – als Teil eines Systems aus Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung. In Deutschland ruft das Wort daher unmittelbare Assoziationen zu historischer Unmenschlichkeit hervor, die sich offensichtlich mit der Politik Donald Trumps verknüpfen sollen.
Folgender Zusammenschnitt verdeutlicht das Problem:
Ob im Fernsehen, im Radio oder in Podcasts – die Wortwahl zieht sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Berichte. Besonders auffällig ist dies bei Außenkorrespondent Elmar Theveßen, der als langjähriger USA-Berichterstatter das Bild der Deutschen über die Vereinigten Staaten entscheidend prägt. Immer wieder spricht er von „Deportationen“, wo nach deutscher Übersetzung eigentlich von „Abschiebungen“ die Rede sein müsste.
Ein komplexes Thema, bei dem sich Einseitigkeit verbietet
Auch in der Internetpräsenz der öffentlich-rechtlichen Medien taucht das Wort regelmäßig auf. Das Flaggschiff der Öffentlich-Rechtlichen, die Tagesschau, darf hier natürlich nicht fehlen. Sie schreibt etwa: „… wie viele Migranten hat sie deportiert?“ Ein anderes Beispiel spricht von „Untertauchen, um Deportation zu entgehen“. Die Tagesschau titelt zudem: „Deportationen in den USA – ‚Sie fragen sich: Bin ich als Nächstes dran?‘“ Und der Bayerische Rundfunk übersetzt eine Wahlkampfankündigung von Trump folgendermaßen: „das größte Deportationsprogramm der Geschichte“.

Sicher handelt es sich bei einer strikten Abschiebepolitik um ein komplexes Thema, das man auch kritisch beleuchten kann. Auffällig ist in den Berichten allerdings die Einseitigkeit der Perspektive. Fast durchgehend werden die Behauptungen von Aktivisten oder vorgeblich Betroffenen übernommen. Das heißt: Als Konsument öffentlich-rechtlicher Medien kann man gar nicht wissen, was in öffentlich-rechtlicher Berichterstattung einen gewissen Wahrheitskern aufweist, maßlos übertrieben ist oder schlichtweg sachlich falsch ist.
Sicher ist: Wo „Abschiebung“ fälschlich mit „Deportation“ übersetzt wird, hängt der Deutungsrahmen von Anfang an schief.
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