Das wichtigste Enthüllungsbuch des Jahres: Polizisten erzählen, worüber niemand offen spricht
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Mehr als drei Jahre hat die RTL-Reporterin Liv von Boetticher mit Polizeibeamten aus dem gesamten Bundesgebiet gesprochen. Fazit: „Einige Polizisten haben mir wörtlich gesagt: ‚Wir haben dieses Land schon verloren.‘“
Von Boetticher arbeitet seit zehn Jahren für RTL – zunächst als Ostdeutschland-Korrespondentin, nun in der tagesaktuellen Produktion. Mit ihren Investigativ-Reportagen hat sich die Journalistin in Deutschland einen Namen gemacht.
Nun hat sie ein neues Buch veröffentlicht: „Wir verlieren dieses Land“ (Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, 25 Euro).
Darin lässt sie Polizisten aus unterschiedlichen Bereichen, Altersstufen und Bundesländern zu Wort kommen. Die Folgen der Migration waren dabei in allen Gesprächen zentrales Thema. Der grundlegende Tenor: „Es wird immer schlimmer.“ Verlag und Autorin beschreiben den Inhalt als „Geschichten von der Angst und der Wut, der Gewalt, dem Kontrollverlust und der gescheiterten Migrationspolitik, und dem Gefühl der Ordnungshüter, von Politik und Gesellschaft oft allein gelassen zu werden“.
Was das Wort „Asyl“ verändert
Beeindruckend schildert von Boetticher den Bericht einer Bundespolizistin: Achtmal kontrollierte sie nach eigenen Angaben denselben Mann aus der Türkei beim versuchten illegalen Grenzübertritt. Jedes Mal habe er sinngemäß erklärt, ihm sei im Lager langweilig, er wolle nach Deutschland. Beim neunten Mal sei dann das Wort „Asyl“ gefallen.
Damit änderte sich die rechtliche Lage schlagartig und die Beamtin musste die vorgeschriebenen Schritte einleiten. Die vorherigen Zurückweisungen spielten plötzlich keine Rolle mehr. Von diesem Moment an gebe es praktisch keinen „Exit“ mehr, so von Boetticher. Der Mann befinde sich im Asylverfahren und bleibe fortan im Land.
Fassungslos habe sie die Beamtin gefragt: „Wissen Ihre Chefs das?“ Die Antwort: „Ja, natürlich, wir melden das ja alles nach oben.“
„Das Deutschland, das wir kennen, verschwindet langsam“
Mehrere Polizisten, vor allem aus Berlin, haben der Reporterin ihre Meinung offen und ehrlich mitgeteilt. Sie sagten:
„Wir haben dieses Land schon verloren“ oder „Dieses Land ist am Ende“.
Ein Berliner Beamter bemerkte zu den hohen Einbürgerungszahlen: Ihm werde dabei „schwindelig“. Langfristig könne kaum jemand abschätzen, was das bedeute, aber: „Das Deutschland, das wir kennen, verschwindet langsam.“
„Deutschland ist zum Rauben und Vergewaltigen freigegeben“
Das Thema Migration beschäftigt alle interviewten Polizisten. Und ihre Bemerkungen zu diesem Thema sind hart und direkt. Zum Beispiel: „Diese Einbürgerungen sind ein Flächenbrand, der auf Deutschland zukommt.“ Und ein hochrangiger Polizeibeamter sagt in dem Buch: „Deutschland ist zum Rauben und Vergewaltigen freigegeben.“
Er habe diesen Satz bewusst sehr spitz gewählt. Es waren seine ersten Gedanken nach dem Silvesterabend 2016 – und er würde ihn immer wiederholen, sagt er.
Einbürgerungen, Sprachzertifikate und Testmissbrauch
Mehrere (auch hochrangige) Beamte deutscher Sicherheitsbehörden sagten zur Autorin von Boetticher: Man müsste rückwirkend die Einbürgerungen der letzten fünf Jahre überprüfen und erstmal stoppen – ebenso die Vergabe von Aufenthaltstiteln und alles, wofür Sprachzertifikate und der Test „Leben in Deutschland“ nötig sind (relevant auch für Familiennachzug).
Die Einbürgerung sei nur die Spitze des Eisbergs. Laut Polizeiberichten aus NRW und von Boettichers eigener Recherche aus 2025 zu gefälschten Sprachzertifikaten kommt es immer wieder zu massivem Missbrauch. Ein Beispiel: Person A legt den Test für Person B ab. Das Zertifikat ist echt – nur von der falschen Person gemacht.
Zertifikate sollen sogar über TikTok käuflich sein. Oder man schickt Stellvertreter, die einem ähnlich sehen, in die Prüfung.
Als Polizisten die Identität von Prüflingen checken wollten, gingen diese in der Pause auf die Toilette und verschwanden. Kein einziger kam zurück. Das sei mehrfach passiert.
Nach Veröffentlichung ihrer Recherche habe ein Polizist erwartet, der NRW-Innenminister würde am nächsten Tag anrufen und fragen: „Ist das Problem bei uns bekannt?“ Doch es sei nichts passiert, keine einzige Rückfrage habe es gegeben. „Auch hier hat sich nichts getan. Und das macht mir Angst.“
Systemische Probleme und fehlende Konsequenzen
Von Boetticher beschreibt, welchen Eindruck sie bei ihrer Recherche gewonnen habe: Viele Probleme seien bekannt (Sozialleistungsmissbrauch, ausbleibende Rückführungen etc.), aber es werde nichts unternommen. „Wo ein Wille ist, da wäre auch ein Weg.“ Mit Ideenreichtum seien die genannten Probleme durchaus zu lösen (Beispiel: Donald Trump fror 2019 Hilfen für Guatemala, Honduras und El Salvador ein – die Maßnahme zeigte Wirkung).
Ein Informant sagte der Autorin: „Wir haben vielleicht noch zehn Jahre, bevor die Lage komplett außer Kontrolle gerät.“
Was könnte Abhilfe schaffen? Diese Maßnahmen schlagen die befragten Polizisten vor:
- Abschiebegefängnisse schaffen
- Ehrliche Altersfeststellung (z. B. mittels Röntgen)
- Schutz in Deutschland nur auf Zeit
- Missbrauch bei Sozialleistungen eindämmen
- Beweisumkehr bei Einnahmen aus Clanpolitik
Als Vorbild könnte Dänemark dienen. Dort machen die regierenden Sozialdemokraten eine Politik, wie sie hier teilweise der AfD zugeschrieben wird. Es sei keine Frage der politischen Färbung, ob man die Probleme lösen könne. In Deutschland gebe es bereits Gesetze – es fehle an der konsequenten Umsetzung.
„Das versteht wirklich kein Bürger“
Von Boetticher begleitete kürzlich eine Streife der Bundespolizei in Stuttgart. Am Bahnhof trafen sie einen Mann aus Afrika ohne gültige Dokumente, der bereits im Gefängnis gewesen war und sich beharrlich weigerte, zur richtigen Ausländerbehörde zu gehen. Der Polizist habe am Ende sinngemäß gesagt: „Ja, okay, also ich habe Ihnen jetzt gesagt, Sie müssen dahingehen, aber mehr kann ich auch nicht machen, also schönen Tag noch.“ Kommentar von Boetticher: „Das kann doch wohl nicht die Lösung sein! Das versteht wirklich kein Bürger, dass jemand, der alles missachtet, mit einem ‚Schönen guten Tag noch‘ verabschiedet wird.“
Von Boetticher arbeitete 2022 als Journalistin in Afghanistan. „Viele der afghanischen Männer würden sich in ihrem Heimatland Straftaten und Übergriffe gar nicht erlauben, weil die Strafen dort drakonisch und hart sind.“ Paradoxerweise hätten ihr in Deutschland lebende Afghanen gesagt, sie wären für die Implementierung der Scharia auch in Deutschland – weil die deutschen Strafen „zu lasch“ seien. Die Zustimmungsrate zur Scharia in Afghanistan liege bei 99 Prozent.
Fazit dieses spannenden und wichtigen Buches: Organisierte Kriminalität ist kein Schicksal, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen und Unterlassungen. Mit den Migrationsbewegungen der letzten Jahre sind neue clanartige Strukturen entstanden. Für Sicherheitsbehörden entsteht ein neues Lagebild, auf das viele Strukturen noch nicht vorbereitet sind – eine „bedrückende Bilanz“, wie Autorin Liv von Boettcher sagt.
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