Jan Fleischhauer bei „Schuler! Fragen was ist“: „Die Grünen liefern Comedy-Gold!“
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- Jan Fleischhauer spricht bei „Schuler! Fragen, was ist“ über knall-linke Politmagazine der Öffentlichen und die Grünen als Comedy-Gold
- Weltfremdheit ist der Grund dafür, dass die Grünen oft danebenliegen, sagt der Kolumnist.
- Im Kern ist der Streit um die Klima-Kleber eine neue Form von „Klassenkampf“ zwischen Arbeiterklasse im Auto und wohlhabenden Zöglingen aus gutem Hause.
- Den entscheidenden Programmpunkt für die steigenden Werte der AfD sieht Fleischhauer im Verhältnis zu Russland.
Ampel-Zeiten sind goldene Zeiten für Kolumnisten wie Jan Fleischhauer (Focus). „Die Partei, die verlässlich Comedy-Gold liefert, das sind natürlich schon die Grünen. Da findet man eben alles so in Reinkultur, auch diesen ganzen linken Irrsinn“, sagt er im Gespräch bei „Schuler! Fragen, was ist“. Fleischhauer, der in seinem Bestseller „Unter Linken“ die eigene Herkunft aus einem links-alternativen Elternhaus beschreibt, macht da eine klare Unterscheidung zur SPD. „Der Sozialdemokrat ist im Prinzip zu vernünftig, außer natürlich diese jungen Truppen, die dann bei den Jusos rumspringen.“

Jan Fleischhauer und Ralf Schuler im Gespräch
Ein gutes Maß an Weltfremdheit
Einen Grund dafür, dass die Grünen so dankbare Kolumnen-Lieferanten sind, sieht Fleischhauer in einem guten Maß Weltfremdheit. Ein Beispiel ist für ihn Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt. Sie hatte vor einiger Zeit erklärt: Deutschland werde sich verändern, und sie freue sich darauf. „Ich glaube den Grünen natürlich“, sagt Fleischhauer. „Wenn die an Migration denken und Einwanderer, da sehen die immer so die taz-Kolumnistin mit persischem Namen, die dann so super woken Kram von sich gibt. Es gibt ja eine ganze Reihe davon bei der taz, und dann natürlich die, die bei der Böll-Stiftung auf jedem Panel rumsitzen und erzählen, wie latent oder auch manifest rassistisch unser Land sei. Das ist sozusagen deren Ideal einer Migrantin.“
Der Kontakt mit der Wirklichkeit sei dagegen bei den Grünen eher unterentwickelt. „Frau Katrin Göring Eckardt war vermutlich noch nie in Neukölln. Oder am Kudamm, wo Sie eine besondere Form der Migration sehen kann: Junge Männer, gut rasiert, gut frisiert, die erkennbar kein Problem mit Autos haben. Im Gegenteil, die da alle natürlich im Mercedes vorfahren, schön hochgetuned, und für die das Auto – anders als für die Grünen – kein Untergangssymbol ist, sondern im Gegenteil ein Aufstiegsversprechen. Auch ein Symbol von Männlichkeit, wo die Maskulinität korrespondiert mit der Schnittigkeit der Silhouette ihrer Sportwagen.“
Fleischhauer über Klima-Kleber
Auch die Szene der so genannten Klima-Kleber beobachtet Fleischhauer mit jener geschliffen-heiteren Analytik, die selten ist im politischen Geschäft dieser Tage. „Carlas gibt es da jetzt in rauen Mengen. Und deren Vater war natürlich entweder Psychologieprofessor und die Mutter war freie Künstlerin oder die sind Millionäre wie beim Reemtsma Clan, wo ja gleich zwei Cousinen herkommen, also Luisa Neubauer und Carla Reemtsma, die mit 19 sozusagen alle schon die Urlaubsgrüße von Machu Picchu geschickt haben. Die müssen nicht mehr nach Peru, wie die armen Schweine, die da 30 Jahre lang drauf hin sparen müssen.“

... der neue Klassenkampf
Fleischhauer sieht im Streit um die Straßenblockaden auch eine Form neuen Klassenkampfes. „Und dann auf der anderen Seite eben die armen Schweine, die anders als sie und ich auch nicht im Homeoffice bleiben können. Das ist ja der neue Angestellte, der auch so einen Verdi Streik einfach aussitzt. Der Mann auf der Straße kann nicht zu Hause bleiben, sondern der muss noch in den Wagen steigen, weil er entweder Kundschaft hat oder irgendwo was saubermachen oder reparieren muss. Also letztlich The working class. Diesen Clash hat man ja gemerkt, auch in der Sprache bei den Auseinandersetzungen. Aber es gab ja dann Videos, ganz am Anfang, wo so ein Brummifahrer, also in sagen wir mal sehr deutlicher Form zu erkennen gegeben hat, was er von diesen Kindern da auf der Straße hält, die er sofort erkannt hat als Klassenfeind.“
Fleischhauer über die AfD
Die aktuell steigende Attraktivität der AfD erklärt Fleischhauer mit deren politischem Alleinstellungsmerkmal, dem Verhältnis zu Russland. „Die Leute, die sich entschließen, AfD zu wählen oder jedenfalls in den Umfragen im Augenblick ihre Sympathie bekunden für die AfD, reagieren auf etwas, was die AfD neben der Linkspartei einzigartig macht. Die haben etwas im Programm, was keine andere Volkspartei hat, und das ist die Liebe zu Putin. Das kann die CDU auch gar nicht im Programm haben. Ich glaube, das ist im Augenblick der Haupt-selling point. Das ist auch das Hauptthema auf allen Marktplätzen. Wenn Sie über die AfD reden, hören, zuhören. Dieses: Das ist nicht unser Krieg. Was haben wir überhaupt in der Ukraine zu suchen? Wollt ihr den nächsten Atomkrieg provozieren? Und dieses Milieu hat zwei Möglichkeiten Entweder die AfD oder ein nahtlos gleiches Programm bei der Linkspartei.“
... und über Böhmermann
Mit dem ZDF-Komiker Jan Böhmermann hat sich Fleischhauer auch schon verschiedentlich beschäftigt. Böhmermann allein sei ein guter Grund, die Haushaltsabgabe für den öffentlichen Rundfunk nicht zu zahlen, witzelte er mal. Das das Problem sitzt eigentlich tiefer, so Fleischhauer. „Böhmermann ist ja Teil eines größeren Problems des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Herr Böhmermann soll seine Sendung machen. Aber das Problem ist doch, dass es keinen Böhmermann auf der anderen Seite gibt. Die Antwort des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf Böhmermann ist ,Reschke Fernsehen‘, also ein Format, das sich jetzt ein Battle liefert mit Böhmermann, wer von beiden linker ist. Da muss ich irgendwann auch sagen, also Leute, habt ihr eigentlich mal in den Rundfunkstaatsvertrag geguckt? Da steht drin, dass ihr überparteilich sein sollt und unabhängig. Das kann man jetzt nicht von der Satiresendung verlangen, dass sie überparteilich ist. Aber man kann Überparteilichkeit schon dadurch herstellen, dass man zum Beispiel nicht sieben Politformate und Politmagazine hat, die alle Knall-links sind, sondern vielleicht mal eines zumindest auf der anderen Seite. Das gab es ja früher auch, ,ZDF Frontal‘ hieß das, glaube ich.“
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Ralf Schuler
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