Nach Stromausfall in Reutlingen: 20-Uhr-Tagesschau verschweigt Linksextremismus-Verdacht
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Nach dem Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen mit Stromausfällen für Zehntausende Menschen ermittelt der Staatsschutz. Mehrere Brandherde und Beschädigungen am Zaun der Anlage sprechen nach bisherigen Erkenntnissen für Sabotage. Sicherheitskreise halten auch einen linksextremistischen Hintergrund für möglich. Das Landeskriminalamt ermittelt in alle Richtungen.
Die Berichterstattung der Tagesschau lässt jedoch einen wichtigen Aspekt außen vor. In der 20-Uhr-Ausgabe vom Montag wurde zwar über den möglichen Brandanschlag berichtet. Auch die jüngeren Anschläge auf die Stromversorgung wurden genannt. Dass möglicherweise Linksextremisten verantwortlich sein könnten, blieb jedoch unerwähnt.
Dabei gehört dieser Verdacht längst zur Nachrichtenlage: Auf ihrer eigenen Internetseite berichtete die Tagesschau bereits am gestrigen Nachmittag: „Laut Sicherheitskreisen könnte es sich um einen linksextremistischen Anschlag handeln.“ Dem Millionenpublikum vor den Fernsehern teilten die Tagesschau-Redakteure diese Information jedoch nicht mit. So entstand bei den Zuschauern der Eindruck eines bislang gänzlich offenen Falls.

Nach dem großflächigen Stromausfall in Reutlingen (Baden-Württemberg) sichern Polizeikräfte auf dem Gelände des betroffenen Umspannwerks unter anderem Spuren zur Klärung der Brandursache.
Zwar gibt es bislang weder ein Bekennerschreiben noch festgenommene Tatverdächtige. Dennoch ist der Verdacht keineswegs aus der Luft gegriffen. Erst in den vergangenen Monaten beschäftigten mehrere Anschläge auf die Stromversorgung in Berlin und Nordrhein-Westfalen die Sicherheitsbehörden. In mehreren Fällen bekannten sich linksextremistische Gruppen zu den Taten. Die Angriffe richteten sich ebenfalls gegen kritische Infrastruktur und führten teils zu erheblichen Versorgungsstörungen.
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