Neuer Fahrplan der Deutschen Bahn: Fahrdienstleiter schickt ICE auf falsche Route
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Philippe FischerICE-Wirrwarr nach der Umstellung des Fahrplans! Seit Sonntag fährt Deutschlands Fernverkehr nach einem neuen Fahrplan. Bereits am Montagmorgen kommt heraus: In manchen Stellwerken sind die Änderungen noch nicht angekommen. Ein ICE wurde – aus Gewohnheit der Vorjahre – auf die falsche Route geschickt.
Montagmorgen, 6:43 Uhr am Hauptbahnhof Braunschweig. Dutzende Fahrgäste warten auf die Abfahrt des ICE 851 am Gleis 7, welche schon zwei Minuten später erfolgen soll. Dann die Durchsage: „Information zu ICE 851, Abfahrt 06:45 Uhr, fällt heute aus.“ Das Besondere an diesem Fall: Der Zug hat den vorherigen Halt Hannover Hbf pünktlich verlassen, außerdem ist er auch pünktlich an seinem Folgebahnhof Wolfsburg Hbf eingetroffen. Warum der ICE-Stopp ausfiel? Keine Auskunft der Bahn in App und Web.
NIUS erfuhr von einem Bahnmitarbeiter: Intern wird der Ausfall des Haltes mit einer „Fehlleitung“ begründet. Heißt: Im Stellwerk wurde der Zug auf die falsche Schiene geschickt und kam so nicht an sein nächstes Ziel. Fahrgäste mussten auf den Regionalverkehr ausweichen oder 80 Minuten auf den Folgezug warten.

Frustrierte Gesichter in Braunschweig: Wenige Sekunden vor Abfahrt entfällt der Zug ersatzlos.
„Wegen einer kurzzeitigen Störung im Stellwerk Oebisfelde konnte der ICE 851 heute Morgen zwischen Hannover Hbf und Wolfsburg Hbf nicht wie geplant die Kurve über Braunschweig befahren. Dadurch musste der Verkehrshalt Braunschweig Hbf leider außerplanmäßig entfallen. Wir bedauern diese Unannehmlichkeit für unsere Fahrgäste“, erklärt ein Bahnsprecher auf NIUS-Nachfrage. Die Bahn behauptet weiter: „Es gab keine Fehlhandlung oder Zusammenhang mit dem neuen Fahrplan. Die Störung ist mittlerweile behoben.“

Eine Störung in Oebisfelde sorgte dafür, dass der ICE die blaue statt rote Route fahren muss. Eher unwahrscheinlich! Plausibel hingegen: Seit Jahren fuhr zur gleichen Zeit ein Zug die blaue Route. Der Fahrplanwechsel wurde schlichtweg vergessen.
Dass der betroffene Zug, die Züge davor und die Züge danach problemlos den Bereich Oebisfelde passieren konnten, erwähnt die Bahn in ihrer Erklärung nicht. NIUS hakte nach: „Wie erklären Sie sich die interne Meldung ‚Fehlleitung‘, welche den Kolleginnen und Kollegen im Zug vorlag?“ Eine Antwort stand bis zur Veröffentlichung dieses Artikels aus.
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