„Erkundungsreisen“: SPD, Grüne und Linke wollen Heimatbesuche für Syrer
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Syrische Migranten, die vorübergehend in ihr Herkunftsland reisen und anschließend nach Deutschland zurückkehren, riskieren derzeit den Verlust ihres Schutzstatus. Wie die FAZ berichtet, wollen SPD, Grüne und Linke nun, dass solche Reisen erlaubt werden. Begründung: Betroffene sollen die Möglichkeit erhalten, zu prüfen, ob eine langfristige Rückkehr in ihre Heimat infrage kommt.
Die fachpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen der SPD, der Grünen und der Linken fordern, syrischen Flüchtlingen „Erkundungsreisen“ in ihre Heimat zu erlauben. „So können sich die Menschen vor Ort selbst ein Bild davon machen, ob sich für sie eine dauerhafte Rückkehrmöglichkeit eröffnet“, sagt der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Fiedler, der FAZ. „Das würde sicherlich auch bei allen Fragen rund um das Engagement der Menschen beim Wiederaufbau Syriens helfen.“ Auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Filiz Polat, spricht sich gegenüber dem Blatt für Heimatbesuche auf Probe aus. „Die Bundesregierung sollte diese Reisen ermöglichen – unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltstitel – und gewährleisten, dass den Betroffenen daraus keine Nachteile entstehen“.

Luftaufnahme der syrischen Zentralbank aus Januar 2026.
Die Union sieht Erkundungsreisen hingegen kritisch. „Sogenannte Erkundungsreisen nach Syrien sind mit den Grundgedanken unseres Schutzsystems nicht vereinbar“, sagte CDU-Innenpolitiker Throm der FAZ. „Wer so weit ist, dass er über die bestehenden Möglichkeiten der modernen Kommunikation hinaus hin- und herreist, der befindet sich offensichtlich nicht in einer Verfolgungssituation. Das Entfallen des Schutzstatus ist dann die logische Konsequenz.“
Zahlreiche Heimatbesuche im Jahr 2025
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich Ende März für eine Rückkehr eines Großteils der in Deutschland lebenden Syrer in die Heimat ausgesprochen. Innerhalb von drei Jahren sollen demnach 80 Prozent der Syrer zurück in ihre Heimat kehren. Viele davon „werden zuhause gebraucht“, so Merz.
Die FAZ fragte auch beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach, wie häufig derartige Reisen stattfinden. Im Jahr 2025 seien 2.593 Widerrufsprüfverfahren für das Herkunftsland Syrien aufgrund von temporären Heimreisen angelegt worden, im ersten Quartal dieses Jahres 708. Bei wie vielen Syrern aufgrund von Heimatbesuchen die Schutzgewährung aufgehoben wurde, wurde nicht erfasst.

Kanzler Friedrich Merz mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa im trauten Gespräch.
„Die freiwillige Rückkehr ist dabei immer die bessere Lösung“
Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Alexander Throm (CDU), sagte gegenüber der FAZ: „Flüchtlingsschutz ist ein Schutz auf Zeit. Mit dem Sturz Assads entfällt für die meisten hier lebenden Syrer der Schutzgrund.“ Und weiter: „Wer kein anderweitiges Aufenthaltsrecht hat, muss in seine Heimat zurückkehren. Die freiwillige Rückkehr ist dabei immer die bessere Lösung als eine Abschiebung – für alle Beteiligten.“
Von den vielen hunderttausend Syrerinnen und Syrern, die während des Bürgerkriegs nach Deutschland kamen, ist nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024 bislang nur eine vergleichsweise kleine Zahl freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.
Syriens Machthaber al-Scharaa war Ende März zu Besuch in Berlin, wurde dabei auch von Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen.
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