Alarmszenario der Bundesregierung: In 5 Monaten könnte das Kerosin knapp werden
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Kerosin, der zentrale Treibstoff für den gesamten zivilen Flugverkehr, wird knapp. Deutschlands strategische Kerosinreserven reichen rechnerisch nur für etwas mehr als einen bis anderthalb Monate. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Hauke Finger hervor.
Beim Erdölbevorratungsverband lagern demnach knapp 1,1 Millionen Tonnen Kerosin. Gleichzeitig schwankt der monatliche Verbrauch in Deutschland zwischen 0,65 und 0,9 Millionen Tonnen. In der Antwort heißt es dazu wörtlich, die Reserven entsprächen „allein rechnerisch etwas über einem bis anderthalb Monaten des gesamten deutschen Verbrauchs“.
Auch unter Einbeziehung zusätzlicher Lagerbestände bleibt der Spielraum begrenzt. „Nimmt man noch die Industrievorräte hinzu, würden die Kerosinvorräte einer Vollabdeckung für etwa anderthalb bis zwei Monate entsprechen“, schreibt die Bundesregierung.
Eine deutlich längere Versorgung nennt die Bundesregierung nur unter klaren Voraussetzungen. „Unter der theoretischen Annahme einer fortdauernden Schließung der Straße von Hormus, aber Beibehaltung der – wenn auch eingeschränkten – Kerosinimporte sowie der Eigenproduktion“ sei eine „Vollversorgung des deutschen Kerosinbedarfs über etwa die nächsten 5 Monate“ möglich. Diese Zahl basiert also nicht auf den vorhandenen Reserven allein, sondern setzt weiterhin laufende Importe und Produktion voraus.

Ein Patrouillenboot des emiratischen Militärs (links) ist in der Nähe eines Tankers zu sehen, der im Golf von Oman nahe der Straße von Hormus vor Anker liegt.
„Allerdings lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten, wie sich die Situation in Gesamteuropa darstellt, so dass sich Änderungen bei der Berechnung einstellen könnten“, so die Regierung weiter.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Hauke Finger kommentiert gegenüber NIUS: „Obwohl wir massiv von Importen abhängig sind, hat die Bundesregierung eine Bevorratung sträflich vernachlässigt. Das ist energiepolitisches Versagen made in Berlin: Schön, bis die Realität zuschlägt. Und danach stümperhaftes Krisenmanagement auf Kosten der Bürger und der Wirtschaft.“
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