Renten-Hammer gegen Beitragszahler: NIUS-Umfrage zeigt, wie weit Merz an den Bürgern vorbei regiert
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Was die Bundesregierung bei der Rentenpolitik plant, analysierten unsere Reporter am Freitagmorgen bei NIUS Live. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich künftig auf deutlich höhere Beiträge einstellen, während der Staat bei Ausgaben für Migration, Entwicklungshilfe und Ukraine-Unterstützung nicht spürbar kürzt.
Für den Aufbau der Kapitalrente will die Bundesregierung jährlich rund 30 Milliarden Euro mobilisieren. Finanziert werden soll das über steigende Beiträge. Für viele Beschäftigte würde das konkret weniger Netto vom Brutto bedeuten. Bei NIUS Live rechneten unsere Reporter vor, dass ein Arbeitnehmer mit 3000 Euro brutto im Jahr rund 708 Euro weniger netto hätte. Bei 4500 Euro brutto wären es mehr als 1000 Euro. Bei 6000 Euro brutto ginge es um rund 1400 Euro im Jahr – sprich einer Mehrbelastung von >100 Euro netto monatlich. Arbeitgeber müssten jeweils dieselbe Summe zusätzlich tragen.
Sehen Sie hier Video aus der Sendung:
Die Bürger wollen Einsparungen statt höhere Beiträge
NIUS ließ die zentrale Frage von INSA überprüfen: Wie sollte die Kapitalrente finanziert werden? Durch höhere Rentenbeiträge oder durch Einsparungen bei Migration, Entwicklungshilfe und Ukraine-Hilfe? Das Ergebnis fällt eindeutig aus. 69 Prozent der Befragten wollen lieber Einsparungen in diesen Bereichen. Nur 16 Prozent bevorzugen höhere Rentenbeiträge.

Für Friedrich Merz ist besonders brisant, dass auch die eigenen Wähler mehrheitlich widersprechen. 71 Prozent der Unionswähler wollen lieber Einsparungen als höhere Beiträge. Nur 17 Prozent unterstützen den Weg über zusätzliche Belastungen. Damit steht der Kurs des Kanzlers nicht nur gegen die Mehrheit im Land, sondern auch gegen eine deutliche Mehrheit im eigenen politischen Lager.
Alexander Kissler, Autor und Moderator bei NIUS, ordnete die Zahlen in der Sendung als Beleg für eine falsche Prioritätensetzung der Bundesregierung ein. Er sagte, die Regierung setze zwar andere Prioritäten als die Opposition, aber eben auch andere Prioritäten, als es die Bevölkerung gerne hätte. Kissler sprach von einem Moment der Ehrlichkeit und fasste die Botschaft der Regierung zugespitzt zusammen. „Ihr sollt zahlen, liebe Deutsche.“

Alexander Kissler
Merz verliert die Rentenmehrheit im eigenen Lager
Pauline Voss, stellvertretende Chefredakteurin von NIUS, warf dem Kanzler vor, den Kontakt zu den Menschen verloren zu haben. Sie erinnerte daran, dass Merz mit dem Versprechen angetreten sei, den überbordenden Staat zurückzuschneiden. Nun passiere das Gegenteil. Trotz neuer Schulden und trotz wachsender Belastungen für Bürger und Unternehmen würden keine echten Einsparungen durchgesetzt.
„Er hat den Kontakt zu den Menschen, die er eigentlich vertreten soll, komplett verloren“, sagte Voss bei NIUS Live. Der Kanzler habe sich auf eine schiefe Ebene begeben. Erst habe die Regierung enorme neue Schulden ermöglicht. Jetzt reiche das Geld trotzdem nicht und am Ende müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusätzlich zahlen.

Auch Alexander Kissler sah darin ein Alarmsignal für die Union. Er verwies darauf, dass Merz nicht nur Bundeskanzler, sondern auch CDU-Vorsitzender ist. Wenn 71 Prozent der Unionswähler die Prioritäten des Kanzlers ablehnten, müsse sich die Partei fragen, wohin sie geführt werde. Kissler sagte, irgendwann müsse jemand aus der Union kommen und sagen, so gehe es nicht weiter.
Rentenbeiträge dürfen kein Spielgeld der Politik werden
Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, was mit den Milliarden aus der Kapitalrente tatsächlich geschieht. In NIUS Live wurde kritisiert, dass aus Beitragsgeld für die Altersvorsorge ein politischer Investitionstopf werden könnte. Es gehe um die Sorge, ob das Geld wirklich den Beitragszahlern zugutekommt oder ob der Staat es für industriepolitische Zwecke nutzt.
Pauline Voss warnte davor, dass die Milliarden nicht frei und renditeorientiert am Kapitalmarkt angelegt werden könnten, sondern unter politische Vorgaben geraten. Sie sagte, man könne sich kaum vorstellen, dass die Regierung einen solchen Milliardenbetrag einem wirklich unabhängigen Gremium überlasse. Der entscheidende Fehler liege darin, dass der freiheitliche Faktor des Kapitalmarkts ausgeschaltet werden könnte, damit die Politik Zugriff auf das Geld bekommt.
Alexander Kissler nannte es Etikettenschwindel, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu zusätzlichen Beiträgen verpflichtet würden und das Geld anschließend nicht klar der Stabilisierung der Altersvorsorge diene. „Industriepolitik heißt ja staatliche Politik“, sagte Kissler. Der Staat entscheide dann, wohin Geld fließe und was er für investitionsfähig halte. Das sei nicht der Sinn privater Altersvorsorge.
Sehen Sie die Sendung NIUS Live vom 26. Juni 2026 jetzt hier.
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