USA wollen zurück ins Impf-Bündnis GAVI: Wird Kennedy wirklich seine Bill-Gates-Haltung verraten?
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Die US-Regierung könnte ihre Unterstützung für die internationale Impfallianz GAVI wieder aufnehmen, die eng mit der Stiftung von Bill Gates verflochten ist. Außenminister Marco Rubio kündigt an, dass die Vereinigten Staaten erneut mit der Organisation zusammenarbeiten wollen und entsprechende Gespräche bereits laufen würden. Es wäre gesundheitspolitisch ein fundamentaler Bruch, der mit der Linie von Robert F. Kennedy eigentlich nicht zu vereinbaren ist. Nicht weil der US-Gesundheitsminister prinzipiell ein „Impfgegner“ wäre, als den Medien ihn fälschlicherweise häufig darstellen. Sondern, weil er ein erklärter politischer Gegner Bill Gates’ ist.
Ebola in Afrika ist der Anlass
Anlass der Neubewertung sind aktuelle Ebola-Ausbrüche in Afrika. Nach Angaben des Außenministeriums spielen dabei sowohl humanitäre Erwägungen als auch strategische Interessen der Vereinigten Staaten eine Rolle, da GAVI als wichtiger Akteur bei internationalen Impfkampagnen gilt.
Bislang hat sich das Gesundheitsministerium unter Kennedy nicht geäußert. Ob Kennedy den Kurswechsel unterstützt oder weiterhin an seiner bisherigen Position festhält, ist derzeit unklar. Seitens kritischer Wissenschaftler hagelt es aber bereits Kritik:
„Trump-Regierung wird sich mit Bill Gates’ Impfkarussell GAVI für Ebola-‚Impfstoffe‘ wieder einmischen, nachdem RFK Jr. 600 MILLIONEN Dollar an Fördermitteln wegen Impfstoff-bedingter Kindstodesfälle gestrichen hat. Das Außenministerium trifft jetzt unsere Entscheidungen zur globalen Gesundheit … und sie stellen sich auf die Seite von Bill Gates“, schrieb der Epidemiologe bei der McCullough Foundation Nicolas Hulscher.
Rubio erklärte in einem Statement, was schwer zu vereinbaren werden dürfte. Einerseits stehe fest, dass man mit GAVI „zu einer Lösung“ kommen müsse. Andererseits soll dem Gesundheitsminister eine „führende Rolle“ auf dem Entscheidungsweg zukommen. Fakt ist allerdings: Kennedy hat seine Kritik an GAVI nie zurückgenommen.
Im Juni 2025 hatte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. die US-Finanzierung von GAVI gestoppt. Da die Vereinigten Staaten über viele Jahre zu den wichtigsten Geldgebern der Organisation gehörten, sorgte die Entscheidung für sehr viel Aufsehen.
Kennedys Begründung: fehlende Impfstoffsicherheit
Kennedy begründete den Ausstieg mit grundsätzlichen Zweifeln an der Impfstoffsicherheit und warf GAVI vor, Sicherheitsbedenken nicht ausreichend ernst zu nehmen. Die Organisation müsse „das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen“, bevor weitere amerikanische Steuergelder fließen könnten, erklärte er damals.
Vertreter von GAVI sowie zahlreiche Befürworter der Organisation weisen diese Kritik zurück. Auch Bill Gates hatte wiederholt erklärt, die von GAVI unterstützten Impfprogramme seien „sicher“, wissenschaftlich geprüft und hätten weltweit Millionen Menschenleben gerettet.
GAVI gibt es seit 2000
Die heutige Impfallianz wurde im Jahr 2000 unter dem Namen „Global Alliance for Vaccines and Immunization“ gegründet. Ziel war es, den Zugang zu Impfstoffen in ärmeren Ländern zu verbessern und internationale Impfprogramme zu koordinieren.
Es bündelt ökonomische Interessen mit staatlicher Politik. GAVI ist kein klassisches UN-Programm, sondern eine öffentlich-private Partnerschaft. In der Organisation arbeiten Regierungen, internationale Organisationen, Pharmaunternehmen, Stiftungen und Finanzinstitutionen zusammen, um Impfstoffe zu beschaffen und weltweit zu verteilen. Kritiker werfen ihr vor, aus Profitgründen die Gesundheit vieler Menschen zu riskieren.
Eine Schlüsselrolle spielte von Beginn an die damalige Bill & Melinda Gates Foundation. Sie gehörte zu den wichtigsten Gründungsförderern, stellte Milliardenbeträge zur Verfügung und besitzt bis heute erheblichen Einfluss innerhalb des globalen Netzwerks rund um GAVI und internationale Impfprogramme.
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Felix Perrefort
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