100 Millionen Euro pro Jahr: So hat Nike die Adidas-Tradition beim DFB beendet
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Vier mal Weltmeister, drei mal Europameister – wer die Bilder der deutschen Fußball-Sternstunden im Kopf hat, denkt dabei unausweichlich an die Trikots mit den drei Streifen. Adidas gehörte zum DFB wie der Adler auf der Brust. Damit ist jetzt Schluss: Nach mehr als 70 Jahren rüstet nicht mehr die deutsche Firma aus Herzogenaurach (Bayern) den größten Sportverband der Welt aus, sondern US-Konkurrent Nike. Ab 2027 läuft die Nationalmannschaft nicht mehr mit drei Streifen, sondern dem „Swoosh“ auf.
Das Trikot hat bald einen Haken.
Nicht nur die deutsche Öffentlichkeit wurde von dem Wechsel überrascht – auch Adidas selbst kalt erwischt, bekam offenbar nur eine kurze Vorwarnung. Hier das knappe Statement aus der Adidas-Zentrale vom Donnerstag: „Wir sind vom DFB heute darüber informiert worden, dass der Verband ab 2027 einen neuen Ausrüster haben wird.“

Goldene Momente mit drei Streifen: Der kürzlich verstorbene Andreas Brehme versenkt im Finale von 1990 den Elfmeter unten links, Deutschland wird Weltmeister
Der DFB wiederum verrät zwischen den Zeilen, worum es bei dem Ausrüsterwechsel geht: Gesichterte Einnahmen und Geld. „Nike hat das mit Abstand beste wirtschaftliche Angebot abgegeben“, erklärte Dr. Holger Blask, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFB GmbH & Co. KG. Das Bekenntnis „für die Förderung des Amateur- und Breitensports sowie die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland beinhaltet“ scheint da eher nachgelagert.
100 Millionen Euro – so viel soll Nike dem DFB ab 2027 pro Jahr garantiert überweisen. Das berichtet das „Handelsblatt“. Der Vertrag ist bis 2034 ausgelegt, macht also in Summe 800 Millionen Euro. Damit würde Nike die bisherige Vertragssumme von Adidas bei Weitem übertreffen: Die Deutsche Firma soll rund 50 Millionen Euro im Jahr zahlen, heißt es aus Branchenkreisen.

Bern 1954: Deutschland wird zum ersten Mal Weltmeister – mit drei Streifen an den Füßen. Zeugwart damals beim DFB: Adi Dassler. Im Bild zu sehen: Links Helmut Rahn, rechts Fritz Walter
Habeck: „Hätte mir Standortpatriotismus gewünscht“
Selbst Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte sich zu Wort gemeldet: „Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen. Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht“, sagte Habeck.
Der DFB schrieb auf Twitter: „Wir verstehen jede Emotionalität. Auch für uns als Verband ist es ein einschneidendes Ereignis, wenn feststeht, dass eine Partnerschaft, die von vielen besonderen Momenten geprägt war und ist, nach mehr als 70 Jahren zu Ende geht. Das lässt uns nicht kalt.“
Am Ende hat aber wohl nicht die emotionale Verbundenheit, sondern der Blick aufs Konto entschieden …
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