DFB-Chefkoch verrät: An Spieltagen bekommt die Nationalmannschaft ...
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- Anton Schmaus ist der Chef-Koch unserer Fußball-Nationalmannschaft.
- Er entscheidet, was für Kroos, Havertz & Co auf den Tisch kommt.
- Lesen Sie hier alles über die Teller-Taktik des Teams
Die Herangehensweise von Anton Schmaus in der Küche passt ziemlich gut zur Ausrichtung von Julian Nagelsmann auf dem Rasen. Keiner der beiden möchte unerhebliche Arbeit abliefern. „Wenn es um die Gerichte an sich geht, ist mir eine gewisse Grundwürzigkeit wichtig. Ich möchte nicht belanglos kochen, das Essen soll nicht dahinplätschern. Es soll schon knallen“, sagt Schmaus.
Wenn Nagelsmann Bundestrainer ist, dann ist Schmaus so etwas wie der Bundes-Chefkoch. Und als solcher ist der Regensburger schon seit August 2017 für das leibliche und irgendwie auch seelische Wohlbefinden der Nationalspieler Manuel Neuer, Thomas Müller und Co. zuständig.

Im Trainingslager Blankenhain (Thüringen) wurde alles für die Mannschaft herausgeputzt. Während der EM nutzt die englische Nationalmannschaft das Hotel als Quartier.
Die Mannschaft liebt vor allem einfache Gerichte
„Schlemmen ist wichtig“, betont Anton Schmaus beim Deutschlandfunk und macht deutlich, dass Kalorienzählen nur zu Unzufriedenheit führen würde. Über das Essen müsse auch die Stimmung hochgehalten werden. Entsprechend gebe es auch an Spieltagen Essen für die Seele. Die Gerichte vor einem Spiel sind weitgehend standardisiert. „Das ist ein einfaches Essen. Für viele Spieler aber ist das grandioses Soulfood, weil sie so was bei der Mama gegessen haben, weil sie das aus der Heimat kennen. Dann fühlen sie sich superwohl. Damit kann man zehn, 15 Spieler glücklich machen“, sagt er.
Das typische Menü an einem Spieltag sieht wie folgt aus:
- Als Vorspeise einen Hirten- oder Brotsalat
- Als Hauptgericht liebt die Mannschaft vor allem Spaghetti Bolognese
- Zum Dessert wird es ebenfalls solide und lecker: Milchreis mit Zimt
Dabei können die Spieler immer selbst wählen – es stehen etwa bei den Nudeln auch andere Soßen zur Auswahl. Gegessen wird immer mit Buffett und jeder nimmt sich, was er möchte.
Übrigens: Nutella gibt es für unsere Mannschaft, entgegen der Werbung, nicht.

Fußball-WM 1978: Bereits damals brachte die Nationalmannschaft ihre Köche mit nach Argentinien.
Chefkoch Schmaus kommt eigentlich aus der Sterne-Küche
Schmaus hat sich nach Lehr- und Wanderjahren in Lugano, St. Moritz, Stockholm und New York in Regensburg ein kleines Imperium erkocht. Er kommt aus einer Gastronomie-Familie und hat mehrere Lokale, welche zum Teil von Michelin ausgezeichnet sind.
Wie ein Trainer sein System muss Schmaus auch seine Speisen anpassen. „Generell gilt: Je näher wir einem Spiel kommen, umso ritualisierter muss das Essen sein. Es geht auch darum, den Spielern Sicherheit über das Essen zu geben. Das ist eine mentale Sache“, erzählt er. „Sie müssen wissen, dass sie sich zu hundert Prozent auf uns verlassen können. Ein Spieler wird an einem Tag vor dem Spiel nicht zu etwas greifen, was er nicht kennt. Wenn ein Spieler nie Mango isst, dann wird er das unmittelbar vor einem Spiel höchstwahrscheinlich nicht ändern.“
Vor einem Spiel gilt: „Keine Experimente mehr“
Schmaus' erster Grundsatz: „Je näher wir zum Spiel kommen, umso klarer ist alles in der Zubereitung. Dann gibt es keine Experimente mehr.“ Schmaus hat beim Kochen nicht nur die Spieler im Blick. Es geht auch um die Leute drumherum. „Wir haben eine Gruppe von 65 bis 70 Menschen zu versorgen. Dass man über den langen Zeitraum von bestenfalls 47 Tagen nicht jeden Tag mit jedem Gericht jeden Geschmack treffen kann, ist vollkommen klar“, sagt er.
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