Ist es in Ordnung, wenn DFB-Star Rüdiger mit einer Sierra-Leone-Flagge den Champions-League-Sieg feiert?!
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Samstag, 1. Juni, London: Der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger gewinnt mit Real Madrid die Champions League, den wichtigsten Titel im europäischen Vereinsfußball. Den Triumph feiert der Innenverteidiger, indem er sich eine Sierra-Leone-Flagge um den Körper wickelt und über den Rasen von Wembley spaziert.
Ein deutscher Nationalspieler inszeniert sich als Patriot eines anderen Landes – ist das in Ordnung?!
NEIN, sagt NIUS-Reporter Louis Hagen:
„Man kann seine Gesinnung nicht mit den Schuhen wechseln“, lässt der große hessische Dramatiker Georg Büchner einen seiner Helden sagen. Es ist, als hätte er nicht die Französische Revolution gemeint, sondern einen anderen, wenn auch unblutigen Kampf, der unmittelbar bevorsteht: Den Kampf um die Ehre, welches Land Europas Fußballkrone tragen darf. Die Weltmeisterschaft und die Europameisterschaft sind die größten nationalen Ereignisse, die in einem Fußball-Leben passieren können. Es ist der Höhepunkt eines jeden Kickers, so wie Wimbledon der Mount Everest im Tennis ist. Auf Antonio Rüdiger bezogen, sollten seine Kernsätze lauten: Ich spiele für Deutschland, und ich erlaube mir, darauf stolz zu sein. Deutschland hat meine Familie gut aufgenommen, als meine Mutter aus dem Bürgerkrieg in Sierra Leone hierher geflohen ist. Kinder vergessen nicht. Dieses Land hat mir die Möglichkeit gegeben, zu werden, was ich heute bin. Als ich ein guter Fußballer und erfolgreich wurde, hat Deutschland mich in sein Herz geschlossen. Deutschland ist ein Fan von mir – und ich bin ein Fan von Deutschland.
Wenn ich mit einer Nationalflagge einen großen Sieg feiere – dann doch mit den deutschen Fahnen! Wenn Antonio Rüdiger nach dem Champions-League-Sieg die Flagge von Sierra Leone präsentiert, dann zeigt er nur, wie egal ihm Deutschland ist. Warum spielt er dann nicht für Sierra Leone, wenn er sich diesem Land in diesem Moment näher fühlt als seinem Geburtsort Berlin?

Stammspieler bei der Heim-EM: DFB-Star Antonio Rüdiger
Wer sich für die deutsche Nationalmannschaft entscheidet, dem muss schwarz-rot-gold wichtig sein. 2021 hat Rüdiger über Deutschland gesagt: „Ich wurde hier geboren, aber für einige Deutsche werde ich nie ein Deutscher sein … es ist bittersüß, weil Deutschland meiner Familie alles gegeben hat.“ Ganz ehrlich: Rüdiger tut alles dafür, dass die Deutschen mit ihm fremdeln. So kurz vor dem EM-Start bestätigt er ungewollt seine Aussage von damals: Deutschland könnte ihm als Fußballer ALLES geben. Zum Europameister krönen. Obwohl er für das Land offensichtlich keine großen Gefühle hegt …
So ein Quatsch! Natürlich ist das in Ordnung, sagt NIUS-Reporter Willi Haentjes
Antonio Rüdiger wurde 1993 in Berlin geboren – aber seine Wurzeln liegen in Sierra Leone. Rüdigers Mutter floh vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland, der Fußballprofi ist der Heimat seiner Mutter eng verbunden: 2017 reiste er das erste Mal dorthin, traf später in der Hauptstadt den Präsidenten, 2022 wurde er zum Fußball-Botschafter des westafrikanischen Staates ernannt.
Dass Rüdiger den größten Triumph seiner fußballerischen Karriere mit einer Sierra-Leone-Flagge feiert – vollkommen ok! Er steht dort als Spieler von Real Madrid, nicht im DFB-Trikot. Seinen Fußballverein kann man sich aussuchen, seine Heimat nicht. Es gibt 100 gute Gründe, Rüdiger als problematischen Charakter einzuordnen: Sein überhebliches Auftreten auf dem Platz (Never forget: WM 2022, die Lauf-Kasperle-Einlage bei der Pleite gegen Japan) und seine offenkundige Nähe zum Islamismus (ISIS-Finger, Allahu-Akbar-Rufe nach wichtigen Spielen). Seine Verbundenheit zum Land seiner Eltern gehört nicht dazu.

Moment des Triumphes: Rüdiger am Samstagabend in Wembley
Rüdiger ist der einzige Fußballer, der Wurzeln in Sierra Leone hat und die Champions League gewinnen konnte (übrigens schon zum 2. Mal nach dem Sieg mit Chelsea 2021) – warum sollte er das nicht herausstellen dürfen in diesem Moment der Freude?! Natürlich kann ein deutscher Nationalspieler auch stolz sein auf die Wurzeln, die NICHT schwarz-rot-gold sind.
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