Nach mehrfacher Vergewaltigung einer Minderjährigen: Verurteilter Sexualstraftäter Steven van de Velde tritt bei Olympia für die Niederlande an
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Bei den kommenden Olympischen Spielen in Paris (ab 26. Juli) tritt für die Niederlande der Beachvolleyballer Steven van de Velde auf. Das Schockierende: Der 29-jährige Athlet ist zugleich verurteilter Sexualstraftäter.
2016 wurde Steven van de Velde wegen mehrfacher Vergewaltigung einer 12-jährigen britischen Schülerin verurteilt. Im Jahr 2014, als van de Velde 19 Jahre alt war, flog er nach England, um das Mädchen zu treffen, das er über Facebook kennengelernt hatte. Medienberichten zufolge soll er sie mit Alkohol gefügig und mehrfach vergewaltigt haben. Für diese Taten wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch nach einem Jahr auf Bewährung entlassen. Van de Velde ist bis heute im britischen Sexualstraftäterregister vermerkt, der Eintrag ist auf Lebzeiten.
Der Fall hat in den Medien und der Sportwelt große Empörung ausgelöst. Internationale Opferorganisationen fordern vehement ein Verbot seiner Teilnahme an den Olympischen Spielen. Ju'Riese Colon, CEO des US Center for SafeSport, äußerte sich tief besorgt darüber, dass jemand, der wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen verurteilt wurde, bei den Olympischen Spielen 2024 antreten darf. Eine Petition auf der Online-Plattform Change.org fordert unterdessen den Ausschluss des Niederländers von den Spielen. Bis zum heutigen Samstag unterzeichneten fast 40.000 Personen das Begehren.

Wird im Juli und August in Paris bei den Olympischen Spielen teilnehmen: der Beachvolleyballer Steven van de Velde.
Van de Velde spricht vom „größten Fehler seines Lebens“
Steven van de Velde selbst äußerte sich in Form eines Statements, das der niederländische Volleyballverband veröffentlichte: „Ich kann das Geschehene nicht rückgängig machen und muss die Konsequenzen davon tragen.“ Der sexuelle Missbrauch ist für ihn „der größte Fehler meines Lebens“. Verteidiger van de Veldes verwiesen darauf, dass das Mädchen sich zum Zeitpunkt der Vergewaltigung als 16-Jährige ausgegeben hatte. Dem Beach-Volleyballer ist nach eigener Aussage außerdem bewusst, dass die Nominierung „im Vorfeld des größten Sportereignisses der Welt die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich zieht“.
Wenn er die Bilder eines Interviews von damals sehe, sei er dankbar für die zweite Chance, die er bekommen habe, so der 29-Jährige. „Aber ich denke auch an den Teenager zurück, der ich war, der unsicher war, nicht bereit für ein Leben als Spitzensportler und innerlich unglücklich, weil ich nicht wusste, wer ich war und was ich wollte“.
Trotz der Verurteilung und des öffentlichen Aufschreis steht der niederländische Volleyballverband Nevobo hinter van de Velde. In einer Erklärung betonte Nevobo, dass van de Velde seine Strafe gemäß englischem Recht verbüßt habe und nun vollständig in die niederländische Volleyballgemeinschaft integriert sei. Daher erfülle er alle Qualifikationskriterien für die Olympischen Spiele. Nach seiner Entlassung habe van de Velde den Verbandsangaben zudem professionelle Beratung gesucht. „Er erweist sich als vorbildlicher Profi und Mensch, und seit seiner Rückkehr gibt es keinen Grund, an ihm zu zweifeln. Wir unterstützen ihn und seine Teilnahme in Paris, die er und Matthew verdient haben, voll und ganz“, so der Verband.
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