Willenlose Stars, Top-Spiele vergeigt, ratloser Trainer: Die Bayern haben ein Tuchel-Problem!
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Stellen Sie sich vor, der Vorstandsvorsitzende eines DAX-Unternehmens fragt seinen Bereichsleiter, warum das bisher über mehrere Jahre so erfolgreiche Produkt des Unternehmens plötzlich auf dem Markt einen schmerzhaft spürbaren Einbruch erlebe. Der hoch bezahlte Bereichsleiter antwortet mit leerem Blick: „Ich habe keine Ahnung.“
Man muss da kein Wirtschaftsweiser sein, um zur Erkenntnis zu gelangen: Der gute Mann wird freigestellt und muss sich um einen neuen Job umschauen. Genau so hat sich Thomas Tuchel, hoch bezahlter Fußballtrainer des FC Bayern München, nach der 0:1 Niederlage seiner Mannschaft im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Lazio Rom auf die Frage von Journalisten geäußert, wie er sich den Leistungsabfall der Truppe in der zweiten Halbzeit erklären könne. „Ich habe keine Ahnung!“

Pleite nach Elfmeter: Bayern hat das Hinspiel in Rom mit 0:1 verloren.
Das war ehrlich, aber es war auch das Geständnis, dass er gerade nicht die Überzeugung und einen Plan habe, wie man das verändern könne, kurzum, dass er die Lage nicht im Griff habe.
Warum brach die Mannschaft wieder mal nach passablem Beginn ein? Warum erlitt diese auf dem Papier immer noch Weltklasse darstellende Bayernmannschaft unter seiner Führung die fünfte Niederlage im siebten K.O.-Spiel? Ja, noch ist nach der Pleite in Rom die berechtigte Hoffnung auf ein Weiterkommen in der Champions League da, aber immer mehr geht es den Fans, aber auch den Verantwortlichen an der Säbener Straße, darum, wie die Mannschaft die Spiele verliert.
Wie in Leverkusen zum Beispiel, als der Gegner zeigte, wie man mit Lust und Laune als Einheit Spaßfußball erfolgreich betreiben kann. Tuchel hat sich, auch wenn er das bis heute bestreitet, beim Gipfeltreffen mit der Aufstellung verzockt. In Rom gestand er das mit seiner Anfangsformation ein. Da spielten die elf, welche in einer repräsentativen Umfrage unter Fans wohl auch ausgewählt worden wären. Und es funktionierte ja auch nicht so schlecht.

Beim Top-Spiel in Leverkusen stürmte am Ende auch Kapitän Neuer mit. Vergeblich – das Spiel endete 0:3

Ratlos: Bayern-Trainer Thomas Tuchel
Nur, und auch das ist nicht neu, man sollte dann die sich bietenden Chancen auch nützen. Selbst so erfahrene und hochbegabte Kicker wie Harry Kane oder Musiala versagten dabei, wie andere auch zuletzt in der Bundesliga. Dafür kann der Trainer auf den ersten Blick nix, aber warum ist das so? Warum hat man bei den Bayern den Eindruck, dass Wille und Leidenschaft, dass der Spaß und die Lust in der Kabine bleiben? Oder beim Training, wie jüngst Thomas Müller erklärte. Zuerst muss sich das die Mannschaft selbst fragen.
Tuchel denkt zuerst an Tuchel
Und der Trainer? Tuchel gehört zu den Übungsleitern, die ihre Arbeit quasi als Projekt sehen. Das plappern sie gerne ihrem Guru Guardiola nach. Taktik und Wissenschaft stehen über allem. Fußball wird aber von Menschen betrieben. Auch im Profisport. Tuchel führt seine Kommunikation mit der Mannschaft zu oft über die Öffentlichkeit. Das Repertoire reicht dann von „Schockverliebt in die Mannschaft“ bis zum Unverständnis für die Leistung und die Demontage einzelner Stammspieler. Das kommt nicht gut an bei den Betroffenen und den Verantwortlichen. Ich fürchte, dass er sich nicht die Spur ändern wird.
Tuchel denkt zuerst an Tuchel. Zum Überleben bei Bayern hilft ihm dann nur der Erfolg, das heißt: wenn er nicht Deutscher Meister wird und wenigstens ins Viertelfinale der Champions League kommt, ist die Mission Bayern impossible geworden. Noch sagte Sportdirektor Christoph Freund nach der Niederlage bei Lazio: „Wir sitzen alle im gleichen Boot“. Bei stürmischer See führt das Ruder beim deutschen Rekordmeister aber immer noch Uli Hoeneß.
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Waldi Hartmann
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