Darf ein Tourette-Kranker das N-Wort rufen? – Eklat bei den BAFTAS
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Es war ein Triumph für Robert Aramayo. An hoch dotierten Stars wie Leonardo DiCaprio und Timothée Chalamet vorbei gewann der Newcomer den BAFTA, den wichtigsten britischen Film- und Fernsehpreis, für seine Rolle in dem Film „I Swear“. Übersetzt heißt das in diesem Kontext: Ich fluche. Das Biopic-Drama basiert auf der Lebensgeschichte des schottischen Tourette-Aktivisten John Davidson.
Auch John Davidson selbst war zu der feierlichen Verleihung am Sonntagabend in London in Anwesenheit von Kronprinz William und Prinzessin Kate geladen. Doch während der Veranstaltung rief Davidson dreimal laut das N-Wort dazwischen. Als die beiden schwarzen Schauspieler Michael B. Jordan und Delroy Lindo aus dem Film „Sinners“ auf der Bühne standen, waren die Rufe deutlich zu hören.

Michael B. Jordan
Die Verleihung wurde Live-on-tape aufgezeichnet, also mit einer Verzögerung. Die zwei Stunden nutzte die BBC zwar, um politische Botschaften herauszuschneiden, ließ aber die Rufe des erkrankten Ehrengastes zunächst stehen. Erst nach einem Shitstorm wurde die Aufzeichnung bearbeitet. Eine Entschuldigung für das Versäumnis folgte.
Hollywoodstars sind sauer
Krankheit als Ausrede für Rassismus? Gilt nicht, meint Oscar-Preisträger Jamie Foxx und postet in den Sozialen Medien: „Von allen Worten, die Du hättest sagen können, lässt Dich Dein Tourette DAS sagen. Nah. Er meinte den Scheiß genauso. Inakzeptabel.“

Oscar-Preisträger Jamie Foxx hält die Entgleisung für „inakzeptabel“.
Obwohl Moderator Alan Cumming sich beeilte, die unfreiwilligen Ticks als typisches Krankheitsbild für Tourette einzuordnen und sich beim Publikum für mögliche Beleidigungen zu entschuldigen, gibt es jetzt doch böses Blut: Mehrere Schauspieler und eine Produktionsmitarbeiterin äußerten öffentlich ihre Bestürzung, da sie sich angegriffen fühlten.
Nach der Hälfte der Veranstaltung verließ Davidson, der seit seinem zwölften Lebensjahr an Tourette leidet, dann den Saal freiwillig. 2019 wurde er berühmt, als er bei der Verleihung des Ordens durch Königin Elizabeth II. „Fuck the Queen“ rief.
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