13.000 Autos in US-Häfen beschlagnahmt: Zwangsarbeiter-Skandal bei VW
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Bauteile aus dem Westen China sorgen bei Europas größten Autokonzern Volkswagen jetzt auch für Probleme in den USA: An dortigen Häfen stecken mehrere Tausend Neuwagen fest, weil darin Teil aus dem Westen Chinas, zu dem auch die Region Xinjiang zählt, verbaut wurde. „Wir arbeiten daran, eine zollbedingte Verzögerung bei der Auslieferung bestimmter Fahrzeugmodelle des Volkswagen-Konzerns von US-Häfen an die Händler zu beheben“, erklärte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Die betreffende Komponente, welches Teil eines Steuergeräts ist, werde in den Fahrzeugen nun ausgetauscht. Der Prozess dauert pro Fahrzeug etwa 30 Minuten. Zuvor hatte die Financial Times berichtet.

Zahlreiche Porsche-Modelle sind in der Auslieferung verzögert, werden vom US-Zoll an den Häfen blockiert. (Archivbild)
„Die Auslieferung der Fahrzeuge läuft weiter, es kann aber leider zu Verzögerungen kommen“, fügte der Konzernsprecher hinzu. „Grund ist ein kleines elektronisches Bauteil einer größeren Steuereinheit, die bei den betroffenen Fahrzeugen ausgetauscht wird, sobald die benötigten Teile verfügbar sind.“ Betroffen sind laut Handelsblatt 13.000 Neuwagen der Konzerntöchter Audi, Porsche und Bentley.
VW prüft Konsequenzen gegen Zulieferer
Der Financial Times zufolge stammt das fragliche Bauteil aus Westchina und dürfe in den USA wegen eines dortigen Gesetzes gegen Zwangsarbeit nicht verwendet werden. Volkswagen selbst habe aber keine Kenntnis von der Herkunft gehabt. Es sei von einem Zulieferer in einem größeren Bauteil verbaut worden. Volkswagen habe davon erst durch einen Hinweis des Zulieferers erfahren und dann selbst die US-Behörden informiert. „Wir klären den Sachverhalt auf und leiten geeignete Maßnahmen ein“, erklärte der VW-Sprecher. „Dazu kann auch die Beendigung der Lieferantenbeziehung gehören, wenn unsere Untersuchungen schwerwiegende Verstöße bestätigen.“

Das Volkswagen-Saic-Werk in der chinesischen Provinz Xinjiang.
Volkswagen steht seit Langem wegen seiner Aktivitäten in Westchina in der Kritik. In der dortigen Region Xinjiang betreibt der Konzern zusammen mit seinem chinesischen Partner Saic ein Auslieferungswerk und eine Teststrecke. Am Mittwoch hatte Volkswagen angekündigt, mit Saic „über die künftige Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten in der Provinz Xinjiang“ zu sprechen.
Gemeint ist: Man möchte sich von Tochterfirmen in der Region trennen. „Derzeit werden verschiedene Szenarien intensiv geprüft.“ Zuvor hatte der Chemiekonzern BASF angekündigt, Anteile an seinen beiden Gemeinschaftsfirmen im chinesischen Korla im Zentrum der Region Xinjiang zu verkaufen, und dabei auch auf jüngste Berichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen verwiesen.
Uiguren, Angehörige anderer Minderheiten und Menschenrechtsorganisationen berichten seit Jahren, dass Hunderttausende Menschen in Xinjiang gegen ihren Willen in Umerziehungslager gesteckt, zum Teil gefoltert und zu Zwangsarbeit gezwungen würden. Die chinesische Regierung bestreitet diese Vorwürfe.
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