59 Prozent weniger Baugenehmigungen seit 2021: Bürokratie, Baukosten und Zinsen ersticken den Wohnungsbau!
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Die Baubranche in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Seit Februar 2021 sind die Baugenehmigungen saison- und kalenderbereinigt um erschreckende 59 Prozent eingebrochen, was die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärft.
Während die Nachfrage nach Wohnraum stetig steigt, scheitert der Wohnungsbau zunehmend an einer Mischung aus bürokratischen Hürden, explodierenden Baukosten und höheren Zinsen.
Bürokratie: ein Dschungel aus Vorschriften
Einer der größten Hemmschuhe für den Wohnungsbau ist die zunehmend überbordende Bürokratie. Die Anzahl der Bauvorschriften hat sich in den letzten Jahren massiv erhöht. Umweltauflagen, strenge Energieeffizienzstandards und komplizierte Genehmigungsverfahren sorgen dafür, dass Bauprojekte immer mehr Zeit und Geld verschlingen.
Vermeintliche Klimaschutzmaßnahmen und Energieeinsparungen machen es Bauherren zunehmend schwer, Projekte wirtschaftlich umzusetzen. Der Bau eines Hauses gleicht heute oft einem Hindernislauf durch die verschiedenen Genehmigungsinstanzen, was die Bauvorhaben in die Länge zieht und viele Investoren abschreckt.
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Aufstellung von Flächennutzungsplänen durch die kommunalen Planungsbehörden. Diese Pläne legen fest, wie die Flächen innerhalb einer Stadt oder Gemeinde genutzt werden dürfen – etwa für Wohnbebauung, Gewerbe oder Naturschutz. Diese Flächennutzungspläne erschweren oder verhindern oftmals gezielt den Bau von Einfamilienhäusern. Besonders in Großstädten wie München oder Hamburg werden neue Baugebiete immer seltener ausgewiesen, während gleichzeitig der Druck auf den Wohnungsmarkt zunimmt.

Immer mehr Bauherren bangen um die Fertigstellung ihrer Projekte.
Baukosten: die Preise explodieren
Seit 2012 sind die Baukosten um über 75 Prozent gestiegen – ein gewaltiger Preisanstieg, der für viele Bauherren schlichtweg unerschwinglich geworden ist. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem die steigenden Materialkosten in Verbindung mit den Bauvorschriften. Besonders die Baupreise für Beton, Stahl und Holz haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt.

Allein seit 2021 sind die Baukosten für den Wohnungsbau und die Instandhaltung um knapp 30 Prozent gestiegen.
Die enormen Baukosten treiben nicht nur die Preise für Eigentumswohnungen in die Höhe, sondern machen auch den Bau von Mietwohnungen zunehmend unattraktiv. Für viele Bauträger lohnt es sich schlicht nicht mehr, in den Neubau zu investieren, da die Margen durch die hohen Kosten zu gering sind.
Zusätzlich höhere Zinsen
Einen weiteren schweren Schlag hat der Wohnungsbau durch die Zinswende erlitten. Die Zeiten von historisch niedrigen Bauzinsen sind seit Anfang 2022 vorbei. Seitdem sind die Bauzinsen von etwa 1 Prozent auf mittlerweile 3 bis 4,5 Prozent gestiegen. Dieser rasante Anstieg macht die Finanzierung neuer Bauprojekte erheblich teurer und erschwert den Zugang zu Krediten für Bauherren. Immerhin sind in den letzten Wochen die Zinsen etwas gesunken.

Sollzinsbindung über die letzten 5 Jahren; Quelle: interhyp.de
Besonders Familien, die von den eigenen vier Wänden träumen, sehen sich mit einer doppelten Belastung konfrontiert: Auf der einen Seite explodieren die Baukosten, auf der anderen Seite wird die Kreditaufnahme durch die hohen Zinsen fast unbezahlbar. Das führt dazu, dass viele Menschen den Traum vom Eigenheim aufgeben und stattdessen auf den Mietmarkt zurückgreifen müssen – was wiederum die Mietpreise weiter in die Höhe treibt.
Schleichender Verlust von Eigentumsrechten
Ein weiterer zentraler Faktor, der den Wohnungsbau in Deutschland unattraktiver macht, ist der schleichende Verlust von Eigentumsrechten. Immer mehr Eingriffe des Staates in den Immobilienmarkt, wie die Mietpreisbremse oder Diskussionen um einen bundesweiten Mietenstopp, verunsichern Investoren und private Bauherren gleichermaßen.
Durch Maßnahmen wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und umfangreiche Klimavorgaben sehen sich Eigentümer zunehmend eingeschränkt, was den Wert und die Nutzung ihrer Immobilien betrifft.
Diese Regulierungen verringern die Planungssicherheit für Bauherren, da sie mit unvorhersehbaren zusätzlichen Kosten und Einschränkungen rechnen müssen. Zudem wird durch die Diskussion um weitere steuerliche Belastungen und verschärfte Auflagen für Vermieter die Attraktivität, in Wohnraum zu investieren, weiter geschmälert. Das Resultat ist ein ernüchterndes: Immer weniger Akteure sind bereit, in den Neubau oder die Sanierung von Immobilien zu investieren, was die Wohnungsnot weiter verschärft.
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Die Folgen: Wohnungsnot und steigende Mieten
Die Konsequenzen dieser Entwicklungen sind klar: Die Baukrise verschärft die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Während die Ampel-Regierung ursprünglich das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausgerufen hatte, wurden von Januar bis Juli gerade einmal 98.700 Neubauwohnungen genehmigt. Die Ampel verfehlt ihr Ziel also nicht nur, sondern sie erreicht nicht einmal die Hälfte.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen liegt weit hinter den Zielen der Bundesregierung.
Damit verschiebt sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage weiter zugunsten der Vermieter. Steigende Mieten sind die logische Folge. In vielen Städten ist Wohnen schon jetzt für viele Menschen kaum mehr bezahlbar – und es ist zu erwarten, dass sich diese Situation weiter zuspitzen wird.
Es braucht einen echten Kurswechsel
Wenn die Bundesregierung das Ziel einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt wirklich erreichen will, muss sie dringend gegensteuern. Bürokratische Hürden müssen abgebaut und Bauvorschriften vereinfacht werden. Diese Veränderungen müssen in einer Reduzierung der Baukosten münden.
Die große wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland wirkt zusätzlich negativ. Die etwas niedrigeren Zinsen sind noch nicht ausreichend, um einen wirklichen Wandel am Wohnungsmarkt zu erzeugen.
Ohne einen grundlegenden Kurswechsel wird die Baukrise weiter eskalieren – und die Wohnungsnot in Deutschland wird noch größere Ausmaße annehmen. Bisher hat die Ampel-Regierung auf diesem Feld kaum etwas Hilfreiches getan, geschweige denn erreicht.
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