Auch Swiss, Austrian & Co. betroffen: Lufthansa streicht kostenloses Handgepäck!
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Unter „Economy Light“ kommt nun „Economy Basic“. Im günstigsten Flugtarif sind bei Airlines der Lufthansa-Gruppe künftig nur noch ein kleiner Rucksack oder eine Laptoptasche gratis – wer mehr mitnehmen will, zahlt drauf.
Die Lufthansa streicht auf ihren Kurz- und Mittelstreckenflügen die bislang kostenfreie Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers. Es werde bei allen Airlines der Gruppe ein neuer „Economy Basic“-Einstiegstarif eingeführt, der einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Laptoptasche oder einen Rucksack enthalte, teilte das Unternehmen mit.
Entsprechende Tickets für zunächst ausgewählte Strecken seien ab dem 28. April für Reisen ab dem 19. Mai buchbar. Lufthansa begründet den Schritt mit dem veränderten Verhalten der Passagiere. Gerade für Tagesreisende bilde der neue Tarif eine zusätzliche Wahlmöglichkeit zum attraktiven Einstiegspreis. Welcher Kunde sich das Streichen von ehemaligen Inklusivleistungen explizit gewünscht haben soll, teilt Lufthansa hingegen nicht mit. Dass der neue Tarif günstigere Preise bedeutet, ist unwahrscheinlich. Zahlreiche Blogs prognostizieren, dass der künftige Tarif ohne Gepäck einfach die bisherigen Einstiegspreise ersetzen wird.

In der Economy Class können Kunden jetzt zwischen bis zu fünf Tarifen wählen.
Wird Lufthansa zum Ryanair und Easyjet?
Der persönliche Gegenstand darf höchstens 40 × 30 × 15 Zentimeter groß sein. Zusätzliches Hand- oder Aufgabegepäck könne als Zusatzleistung flexibel ab 15 Euro zugebucht werden. Damit folgt der Lufthansa-Konzern dem Konzept, das bisher vorwiegend Low-Cost-Airlines wie Norwegian Air, Ryanair, Transavia, Volotea, Easyjet, Wizz oder Vueling in ihrer Preisstruktur angewendet haben.
US-Blogger Ben Schlappig kommentiert den Lufthansa-Plan:
„Die Lufthansa Group ist ein Meister darin, Kunden den Kopf zu verdrehen und jede negative Änderung als positiv darzustellen. Als Lufthansa 2021 in der Economy Class ein Kauf-Konzept für Essen einführte und kostenlose Speisen und Getränke abschaffte, behauptete die Fluggesellschaft, dies sei auf ‚Kundenfeedback‘ zurückzuführen. Klar. Es handelt sich schlicht und einfach um eine Preiserhöhung, die darauf abzielt, Passagiere zum Kauf teurerer Tarife zu bewegen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tarife ‚Economy Zero‘ und ‚Economy Diet‘ folgen werden.“
Klagen der Verbraucherschützer
Zahlreiche Fluggesellschaften sind vom europäischen Verbraucherverband BEUC wegen ihrer strengen Handgepäckregeln in der Vergangenheit abgemahnt worden. Die Verbraucherschützer wollen mit Prozessen erreichen, dass jeder Passagier neben dem persönlichen Gegenstand noch einen Handgepäckkoffer mit in die Kabine nehmen darf. Dies sei „angemessen“. Das lehnt unter anderem der Airline-Verband A4E ab, dem auch die Lufthansa angehört. Der Verband argumentiert, dass die Billigtarife mit einem Mini-Gepäckstück millionenfach von Konsumenten gebucht würden. Sie dürften nicht gezwungen werden, für Leistungen zu bezahlen, die sie gar nicht benötigten.
Zuletzt stand die Lufthansa in den Schlagzeilen, als sie aufgrund des Iran-Kriegs über 20.000 Flüge strich und die Airline auch im April von Pilotentreiks betroffen war. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte zudem für die Airline beklagt, dass sich die Vernetzung der Luftfahrt jüngst zurückentwickelt habe.
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