Automobil-Zulieferer ZF in der Krise: Betriebsrat sieht Verhandlungen über Zukunft von 5000 Mitarbeitern als gescheitert
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- Keine langfristige Jobgarantie für rund 5000 Beschäftigte bei ZF Friedrichshafen.
- Betriebsrat kritisiert das Scheitern der Verhandlungen, Unmut und Enttäuschung unter den Mitarbeitern.
- ZF-Führung unter Druck: Finanzielle Schwierigkeiten, Schulden und die Notwendigkeit von Einsparungen.
Bei ZF Friedrichshafen brodelt es mächtig! Für etwa 5000 Beschäftigte, tätig in Verwaltung, Entwicklung und anderen Bereichen, gibt es keine langfristige Jobgarantie. Betriebsratsvorsitzender Franz-Josef Müller äußerte sich tief enttäuscht: „Wir sind total gefrustet und enttäuscht“. Dies betrifft fast die Hälfte der Belegschaft am Standort Friedrichshafen, darunter Mitarbeiter der Konzernzentrale und des Bereichs für autonome Transportsysteme.

Der ZF-Standort in Friedrichshafen
ZF steckt durch Zukäufe in finanziellen Schwierigkeiten
Die schwierige finanzielle Lage von ZF, verschärft durch die von Akquisitionen und Krisen der letzten Jahre herbeigeführten Milliardenschulden, zwingt das Unternehmen zu „massiven Einsparungen“. Betriebsratsvorsitzender Achim Dietrich betont die prekäre Lage: „Das Unternehmen hat sich durch die Zukäufe von Wabco und TRW in Milliardenhöhe verschuldet“ und erwähnt einen Einstellungsstopp als Teil der Sparmaßnahmen.
Personalleiter Frank Iwer zeigte sich verwundert über die Kritik des Betriebsrats und betonte, dass man weiterhin zu hohen Garantien bereit sei. Er unterstrich auch, dass Beschäftigungssicherungen nicht vom Tisch seien, aber Differenzen in Zeitraum und Rahmenbedingungen bestehen. „Wir brauchen valide Zahlen“, so Iwer. Dazu wurde die Beratungsfirma McKinsey beauftragt, die er als hilfreichen „neutralen Blick von außen“ beschreibt.
Achim Dietrich poltert dagegen: „Ich würde McKinsey noch heute vom Hof jagen.“

ZF stellt unter anderem Getriebe her, die bei zahlreichen Herstellern verbaut werden. Das Foto zeigt die Tochter-Produktionsstätte in Brandenburg.
Betriebsversammlung unterbrochen
Der Betriebsrat kündigte an, weiter Druck auszuüben, um eine Lösung zu erreichen. „Wir lassen uns das nicht gefallen“, so Müller. Die Betriebsversammlung wurde offiziell unterbrochen und soll im Januar vor der Hauptverwaltung fortgesetzt werden. Eine massive Mobilisierung ist zu erwarten, was zu weiteren Spannungen führen könnte.
Die Situation bei ZF Friedrichshafen spiegelt die größeren Herausforderungen der Autozulieferer-Industrie wider.
Während die Branche sich an die sich verändernden Marktbedingungen, wie etwa die zunehmende Bedeutung von Elektromobilität, anpasst, stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Zusätzlich steigt der Druck durch billige Fahrzeugproduktionen aus China, die jetzt auch nach Europa expandieren. Die Angestellten und der Betriebsrat fordern Sicherheit und Perspektiven, während das Management mit wirtschaftlichen Realitäten jonglieren muss.
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