Baugenehmigungen um 43,3 Prozent eingebrochen: Das sind die Gründe, warum in Deutschland nicht gebaut wird!
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Es sind schockierende Zahlen! Innerhalb eines Jahres sind im Januar die Baugenehmigungen in Deutschland um 23,5 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Januar 2022 beträgt der Einbruch sogar 43,3 Prozent.
Dabei war es das definierte Ziel der Ampel-Koalition, dass jedes Jahr 400.000 Wohnungen gebaut werden. Wenn es gut läuft, kann sie sich glücklich schätzen, wenn in diesem Jahr 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden, so die allgemeine Erwartung. Im Januar 2024 wurde der Bau von gerade einmal 16.800 Wohnungen genehmigt.

Besonders betroffen: Einfamilienhäuser
Blickt man genauer auf die Zahlen, dann stellt man fest, dass insbesondere Einfamilienhäuser von dem Rückgang der Baugenehmigungen betroffen sind. In diesem Segment beträgt der Rückgang im Januar 2024 gegenüber dem Vorjahr 42,7 Prozent!
Doch dies ist lediglich die mittelfristige Entwicklung. Im Januar 2021 wurden 7.512 Einfamilienhäuser genehmigt. Im Januar 2024 waren es nur noch 2.800 genehmigte Einfamilienhäuser. Das ist insgesamt ein Rückgang um knapp 63 Prozent.
Oder anders ausgedrückt: Kaum einer möchte oder kann zurzeit ein Einfamilienhaus bauen.
Warum wird in Deutschland nicht mehr gebaut?
Eine derartig drastische Entwicklung sucht nach einer Begründung. Insbesondere deshalb, da die Bevölkerungsdichte – durch den Zuzug der letzten Jahre – noch einmal zugenommen hat und bereits bis zu einer Million Wohnungen fehlen.
Das Bevölkerungswachstum und der Mangel an Wohnungen sollte eigentlich den Bau von Wohnungen attraktiver machen, da es eine hohe Nachfrage nach Wohnungen gibt. Doch dem stehen viele andere Entwicklungen entgegen, die es für private Akteure kaum noch attraktiv erscheinen lässt, Wohnungen zu bauen:
Erstens: Die Baukosten sind seit 2016 um über 61 Prozent gestiegen. Das ist vor allem das Ergebnis kontinuierlich zunehmender politischer Vorgaben für den Bau von Wohnungen und Häusern in Deutschland.

Zweitens: Die Bauzinsen sind seit Anfang 2022 von nur etwa 1 Prozent auf 3 bis 4,5 Prozent gestiegen. Mit steigenden Bauzinsen wird die Finanzierung teurer.

Chart der Bauzinsen Entwicklung; Quelle: hypochart.de
Drittens: Die wirtschaftliche Krise in Deutschland schwächt auch die Baunachfrage, natürlich, denn es sind höhere Einkommen und Beschäftigungssicherheit, die Kaufkraft und Investitionsbereitschaft steigern. Eine zunehmende Unsicherheit wird zurzeit in vielen Studien für Deutschland gemessen. Unsicherheit und Reallohnverluste führen dazu, dass sich die Menschen mit Bautätigkeiten zurückhalten.
Viertens: Auch die bürokratischen Vorschriften und Umweltauflagen beeinflussen die Baunachfrage zunehmend negativ. Wenn diese besonders restriktiv sind, dann wirkt das typischerweise dämpfend auf die Aktivität im Bausektor.
Fünftens: Nicht zu unterschätzen ist auch die wachsende Einschränkung von Eigentumsrechten für Immobilien durch „Mietpreisbremsen“, weitere Regulierungen und steuerliche Abgaben.
Sechstens: Mittel- bis langfristig werden durch die Alterung der Gesellschaft und der erwarteten sinkenden Bevölkerungsanzahl auch viele Wohnungen frei. Das mindert den Anreiz für Investoren, neue Wohnungen (teuer) zu bauen.
Diese unterschiedlichen Faktoren interagieren miteinander und führen dazu, dass zurzeit fast keiner bauen kann oder möchte.
Was zu tun wäre
Damit dem Wohnungsmangel effizient begegnet werden kann, müssen die Rahmenbedingungen verändert werden.
Recht kurzfristig könnte die Politik das verloren gegangene Vertrauen der Investoren durch eine Stärkung der Eigentumsrechte heben. Ebenso würde eine Abschaffung unnötiger Regulierung und Bauvorschriften dazu beitragen, die Baukosten zu reduzieren und so das Bauen wieder mehr Menschen zu ermöglichen.
Eine 180-Grad-Wende in der deutschen Wirtschaftspolitik würde auch der Wohlstandsentwicklung im Lande guttun und sich damit mittelfristig auch auf den Wohnungsbau auswirken.
Leider bewegt sich die Politik weiterhin konsequent in die falsche Richtung und diskutiert über noch mehr Einschränkungen von Eigentumsrechten und über staatliche Bauprogramme. Dieses Handeln zieht keine logischen Schlussfolgerungen aus der aktuellen Situation. Logisch ist nur, dass sich unter diesen Rahmenbedingungen private Akteure zurückziehen.
Das Problem: Die entstehenden Kosten durch politisches Fehlverhalten dürften wieder einmal vom Steuerzahler übernommen werden.
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