Billig-Autoteile aus China: Deutsche Zulieferer erwarten massive Jobverluste
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Der Druck auf die angeschlagenen deutschen Zulieferer wächst weiter, berichtet die Berliner Zeitung. Auf die Absatzschwäche ihrer wichtigsten Kunden reagieren Unternehmen wie Bosch und ZF Friedrichshafen mit Massenentlassungen oder wie im Falle von Continental mit einer Abspaltung der Zuliefersparte. Seit 2018 sind in der deutschen Automobilbranche rund 120.000 Jobs verloren gegangen.
Jetzt droht eine neue Gefahr – chinesische Autozulieferer überschwemmen mit Billigkomponenten den deutschen Markt und setzen damit die heimischen Hersteller unter Druck. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. „Chinesische Autoteile strömen in unglaublicher Geschwindigkeit auf den deutschen Markt“, sagte Andreas Bohnert, Betriebsratsvorsitzender von PWO, einem Hersteller von Lenksäulen und anderen Präzisionsmetallteilen. „Das Tempo, mit dem diese Produkte eintreffen, zeigt, dass die Chinesen ihre Hausaufgaben wirklich gemacht haben.“
Chinesen werden zu großer Gefahr
xLaut Bloomberg wird der Importboom von elektrischen Systemen und Schmiedeteilen infolge einer chinesischen Expansion zur großen Gefahr für die Automobilbranche und somit für das „industrielle Herz“ Deutschlands. China entwickle sich zunehmend zu einem ebenbürtigen Konkurrenten, heißt es. Die Importe chinesischer Fahrzeuge und Komponenten nach Deutschland seien seit der Corona-Pandemie sprunghaft gestiegen.
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag des Auswärtigen Amts belegt, dass beispielsweise die Importe von Schaltbetrieben aus China im zweiten Quartal 2025 um 182 Prozent explosionsartig angestiegen ist – sie haben sich also fast verdreifacht. Grund dafür sei vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China, infolgedessen chinesische Produkte zu stark subventionierten Niedrigpreisen auf den deutschen Markt drängen. „Deutschland wird zunehmend zum Ausweichmarkt für chinesische Unternehmen, weil sich die USA stärker von China abschotten“, sagt IW-Experte Jürgen Matthes.

Auszug aus der IW-Studie „Zur Umlenkung chinesischer Exporte nach Deutschland“
Vorprodukte aus China schwächen die deutschen Margen
Die Marktflutung mit billigen chinesischen Autoteilen ist in der gesamten deutschen Zuliefererlandschaft spürbar. Laut Unternehmensvertretern schmälert der billige Import chinesischer Vorprodukte die Margen und lässt das Auftragsvolumen sinken. Zudem würden die Lieferketten weiter belastet, die durch den Umstieg auf Elektroautos und den anhaltenden Abschwung in der deutschen Automobilproduktion sowieso schon stark beansprucht sind.
Eine aktuelle Umfrage des europäischen Autozulieferverbands Clepa warnt, dass 69 Prozent der Zulieferer bereits im Wettbewerb mit chinesischen Importen stehen - ein Anstieg um 12 Prozent seit dem Frühjahr 2025. „Ohne entschiedene Maßnahmen droht die Teilfertigung in Europa zu verschwinden, sodass Unternehmen gezwungen sind, ihren Standort zu verlagern oder zu schließen, was Arbeitsplätze und Know-how gefährdet“, sagt Clepa-Generalsekretär Benjamin Krieger.
Traurige Aussichten!
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