Bosch: Operativer Gewinn bricht um fast die Hälfte ein
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Die Kosten für den Abbau Tausender Arbeitsplätze haben den Gewinn von Bosch 2025 deutlich belastet. Nach vorläufigen Zahlen sank das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, teilte der Technologiekonzern aus Gerlingen bei Stuttgart mit. Schon 2024 war der Wert um ein Drittel zurückgegangen. Der operative Gewinn liegt damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr: Selbst im Corona-Jahr 2020 hatte Bosch noch gut zwei Milliarden Euro erreicht.
Trotz des Einbruchs blieb jeder der vier Geschäftsbereiche laut Unternehmen im operativen Ergebnis im Plus. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2024 leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Konzernchef Stefan Hartung sagte: „Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider. 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch.“ Die eigenen Umsatz- und Gewinnziele seien verfehlt worden.

Konzernchef Stefan Hartung
Belastungsfaktor Weltkonjunktur
Als Belastungsfaktoren nennt Bosch die schwache Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten und zusätzliche Zölle, darunter 2025 auch US-Zölle. Hartung verwies zudem auf eine deutlich schärfere Konkurrenz, vor allem durch Anbieter aus China. In mehreren Bereichen sei Bosch nach eigener Einschätzung nicht mehr wettbewerbsfähig. Der Konzern will in seinen wichtigsten Märkten weiterhin zu den drei führenden Anbietern zählen, setzt dafür aber auf sinkende Kosten und Kapazitäten, die stärker an der Nachfrage ausgerichtet sind. Von der Politik forderte Hartung außerdem Local Content Regeln, um aus seiner Sicht verzerrten Wettbewerb zu korrigieren.
Besonders teuer ist für Bosch der Umbau im Personalbereich. Der Konzern hatte im September angekündigt, rund 13.000 weitere Stellen zu streichen, zusätzlich zu bereits laufenden Programmen. An mehreren Standorten wird darüber noch verhandelt. Finanzchef Markus Forschner sagte: „Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich.“ Für 2025 habe Bosch rund 2,7 Milliarden Euro zurückgestellt, etwa für Abfindungen. Zusätzlich belasteten gestiegene Zölle das Ergebnis.
Ende 2025 beschäftigte Bosch weltweit rund 412.400 Menschen, 5.400 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig zeigt sich nach Angaben des Konzerns eine Verlagerung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional betroffen war Deutschland: Dort arbeiteten zuletzt rund 123.100 Beschäftigte, 6.500 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres. Knapp 30 Prozent der Belegschaft sitzt damit weiterhin in Deutschland.

Markus Forschner, Vorstand für Finanzen des Technologiekonzerns Bosch
Vorfinanzierung von Zukunftsprojekten drückt auf Rendite
Parallel drückt Bosch die hohe Vorfinanzierung von Zukunftsprojekten auf die Rendite. E‑Mobilität, Software für automatisiertes Fahren, Wasserstoff, Wärmepumpen und bestimmte Chips gelten als strategische Felder, die aber bisher weniger Ertrag liefern als erhofft. Forschner sagte: „Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet.“ Auch einzelne Projekte leiden unter Marktrisiken: Bei einem Brennstoffzellen-Antrieb für Lastwagen sei die Nachfrage nach der Pleite eines Hauptkunden überschaubar, bis sich das System rechne, dürften Jahre vergehen.
Schwach ist zudem das Konsumgeschäft. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich schlechter, nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 zurück. Hartung beschreibt einen Trend zu weniger Käufen und günstigeren Produkten, häufig bei Anbietern aus Fernost. In Deutschland etwa würden weniger und preiswertere Küchen gekauft.
Werksschließung wegen „katastrophaler ökonomischer Situation“
Konkrete Folgen zeigt Bosch bei der Hausgeräte Tochter BSH. Hartung sagte, zwei deutsche Herdwerke seien zuletzt nur noch bis maximal zur Hälfte ausgelastet gewesen. Gleichzeitig sei der Kern der Produktion eine energieintensive Emaillierungsanlage. „Wenn man die nur zur Hälfte betreibt, hat man gigantische Kosten.“ Wegen dieser „katastrophalen ökonomischen Situation“ habe man entschieden, eines der Werke zu schließen. Zu BSH gehören die Marken Bosch, Siemens, Neff und Gaggenau. Ähnliche Probleme sieht Bosch auch bei Elektrowerkzeugen, dort folgen ebenfalls Werksschließungen, Stellenabbau und Produktionsverlagerungen ins Ausland.
Für 2026 erwartet das Management keine schnelle Entspannung. Forschner sagte: „Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken.“ Gleichzeitig rechnet er mit spürbaren Fortschritten bei den Sparprogrammen und damit mit einer besseren Ertragslage. Die Zielrendite von mindestens sieben Prozent, die Bosch für Zukunftsinvestitionen anpeilt, werde aber frühestens 2027 erreichbar sein. 2025 lag die Rendite nach Unternehmensangaben bei 1,9 Prozent. Eine konkrete Prognose sowie die vollständigen und geprüften Jahreszahlen inklusive Nettogewinn will Bosch im April vorlegen.
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