Briten-Wirtschaft ist kerngesund: Vier Jahre nach dem Brexit ist die Katastrophe ausgeblieben
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Vor und nach der Abstimmung zum Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union waren die Schlagzeilen voll mit Warnungen vor den ökonomischen Konsequenzen eines möglichen Austritts. Es waren Horrormeldungen und wie sich heute zeigt: vor allem auch Panikmache.

Auszug aus dem The Guardian vor der Abstimmung über den Brexit.
Britische Wirtschaft entwickelt sich besser als die deutsche!
Heute – knapp 4 Jahre nach dem Brexit und 3 Jahre nach den ökonomischen Abkapselungen – stellen wir fest, dass die britische Wirtschaft sich besser entwickelt hat als die deutsche Wirtschaft. Die britische Wirtschaft wuchs im Jahr 2021 um 7,6 Prozent, im Jahr 2022 um 4,1 Prozent und im Jahr 2023 um etwa 0,5 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft hingegen wuchs in den Jahren 2021 und 2022 um nur 3,2 Prozent und 1,8 Prozent. Im vergangenen Jahr 2023 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,5 Prozent.
Auch unter Berücksichtigung der Covid-Zeit zeigt sich, dass die britische Wirtschaft sich stärker als die deutsche Wirtschaft entwickelt. Seit dem 3. Quartal 2019 ist die britische Wirtschaft insgesamt um 1,4 Prozent gewachsen, die deutsche Wirtschaft hingegen nur um 0,3 Prozent – trotz Brexit-Vollzug!
Reallöhne steigen im UK – anders als in Deutschland
Die Entscheidung für den Brexit fußte vor allem darauf, dass sich die traditionellen Arbeiterstädte im Norden des Vereinigten Königreichs klar für den Brexit entschieden hatten, wohingegen die Finanzmetropole London den Brexit stark ablehnte. Ein flankierendes Thema, das die Wahlen stark prägte, war die Migration in das UK, sowohl legal aus der EU als auch illegal aus allen Teilen der Welt.

Freitag, 15. November 2019: Der britische Premierminister Boris Johnson unterwegs in seinem Wahlkampfbus. Er führte die Konservativen zu einem überwältigenden Wahlsieg, weil er den Brexit durchsetzen wollte.
In Deutschland dominierten in den Jahren nach dem Brexit die Meldungen über fehlende Arbeitskräfte im UK. Tatsächlich hat diese Entwicklung dazu geführt, dass die Reallöhne der Arbeiter und Angestellten sich positiv entwickelt haben. Die realen Wochenlöhne inklusive Boni sind heute – trotz der Rekordinflation im Jahre 2022 – höher als noch vor dem wirtschaftlichen Brexit (Jahreswechsel 2020/2021).

Britische Reallohnentwicklung monatsweise seit 2021 – jeweils gegenüber dem Vorjahr.
In Deutschland hingegeben sind die Reallöhne in 7 der letzten 11 Quartale gesunken. Die deutschen Reallöhne sind heute niedriger als Anfang 2021, die britischen Reallöhne sind heute höher als Anfang 2021. Der britische Arbeitnehmer hat heute – nach Abzug der Inflation – mehr in der Tasche, der deutsche Arbeitnehmer weniger.

Deutsche Reallohnentwicklung seit 2021 quartalsweise – jeweils gegenüber dem Vorjahr.
Doch darüber wird in den allermeisten deutschen Medien nicht berichtet. Es könnte tatsächlich die Frage aufwerfen, ob die britischen Arbeiter und Angestellten nicht doch im eigenen Interesse abgestimmt haben.
Insgesamt sind die Horrorprognosen ausgeblieben
Wurden vor dem Brexit Jobverluste im UK bis in die Millionenhöhe prognostiziert, so können wir heute feststellen, dass die Arbeitslosigkeit auf einem der niedrigsten Stände der letzten Jahrzehnte ist. Sie beträgt 4,2 Prozent. Zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Brexit war die Arbeitslosenrate sogar höher. Damals lag sie bei 5,1 Prozent. Auch die Jugendarbeitslosenrate ist heute geringer als damals.
Man kann noch viele weitere wirtschaftliche Indikatoren aufzählen, um nachzuweisen, dass von den Schreckensmeldungen wenig übrig geblieben ist. Im wesentlichen Kern ist es wahrscheinlich, dass sich die Briten, statt in Angst zu verfallen, auf ihre Stärken besonnen haben. Während die Produktivität in der Europäischen Union seit Januar 2021 gefallen ist, ist sie im Vereinigten Königreich gestiegen.
Das UK setzt auf seine traditionellen Stärken
Insgesamt haben sich die Inselbewohner auf das besonnen, was das Land über viele Jahrhunderte stark gemacht hat: Freihandel mit der gesamten Welt.
Etliche neue Handelsabkommen wurden abgeschlossen, weitere Abkommen mit Indien und den USA werden angestrebt. Auch ist das UK mittlerweile Mitglied im CPTPP. Das CPTPP ist ein Handelsabkommen von Pazifik-Anrainern, unter anderem Australien, Kanada, Mexiko, Peru oder Malaysia. Diese Freihandelszone macht mehr als 14 Prozent der weltweiten Wertschöpfung aus und in ihr leben knapp 500 Millionen Menschen.
Das Vereinigte Königreich liegt zwar nicht im Pazifik – aber das ist dann wohl mal wieder typisch britisch …
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