Bürgergeld statt Arbeit: Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger steigt an
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Immer mehr Personen, die eigentlich arbeiten könnten, erhalten Bürgergeld. Vor allem Menschen ohne deutschen Pass sind dabei deutlich überrepräsentiert.
Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger ist in diesem Jahr angestiegen. Gemeint sind damit Personen zwischen 15 Jahren und dem Renteneintrittsalter, die eigentlich arbeiten könnten, aber Bürgergeld erhalten. Im August 2023 zählte die Bundesagentur für Arbeit rund 3,96 Millionen „erwerbsfähige Leistungsberechtigte“. Das sind 110.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Im Mai 2022 lag die Zahl bei einem Tiefstwert von 3,5 Millionen, seitdem steigt sie wieder an.
Im April 2023 schnellte die Zahl auf rund 3,9 Millionen Erwerbsfähige hoch. Darunter waren knapp 2,1 Millionen Personen mit deutschem Pass und knapp 1,8 Millionen Ausländer. Da in Deutschland knapp 14 Prozent der Bevölkerung keinen deutschen Pass besitzen, ist die Gruppe damit deutlich überproportional zu ihrem Bevölkerungsanteil in der Statistik vertreten.

Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger steigt seit Mai 2022 wieder an Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Deutlich mehr Ausländer erhalten Bürgergeld
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung sind unter Ausländern auch die Beschäftigungsquoten viel niedriger als unter Deutschen und die Bürgergeld-Quoten höher. Die Beschäftigungsquote (ohne geringfügig Beschäftigte) habe im Mai unter Deutschen bei 64,5 Prozent gelegen, unter Ausländern bei 48,3 Prozent. Im April sei die Quote unter Syrern bei 31,7 Prozent, unter Irakern bei 33,8 Prozent, unter Afghanen bei 31,8 Prozent gewesen. Laut Bundesagentur für Arbeit erhielten demnach im April 5,3 Prozent der Deutschen „Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II“, also Bürgergeld. Unter Ausländern lag der Anteil bei 21,3 Prozent.
Auch der Anteil der „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ lag im April unter Deutschen bei nur 4,6 Prozent, unter Ausländern hingegen bei 17,6 Prozent. Soll heißen: Fast jeder fünfte Ausländer könnte arbeiten, bezieht aber lieber Bürgergeld.
Gleichzeitig nimmt die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland im Sommer weiter zu. Sie stieg im August auf 2,696 Millionen – 79.000 mehr als im Juli und 148.000 mehr als vor einem Jahr. Am 1. Januar 2023 hatte das Bürgergeld das Arbeitslosengeld II (ALG II) abgelöst. Die Zahl der „erwerbsfähigen Leistungsempfänger“ war seit dem Jahr 2017 tendenziell rückläufig. Nun aber steigen die Zahlen wieder an.
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