Chef der Deutschen Börse schimpft über Wirtschaftsminister: „Hatte das 18. Treffen mit Habeck – es ist eine schiere Katastrophe“
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Dr. Theodor Weimer ist Mr. Dax. Er ist der CEO der deutschen Börse, war zuvor im Vorstand der „HypoVereinsbank“ – ein echtes Schwergewicht in der deutschen und internationalen Wirtschaft. Nach anfänglicher Sympathie lässt er inzwischen kein gutes Haar mehr an Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).
„Ich habe inzwischen mein 18. Treffen mit unserem Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Habeck hinter mir und ich kann Ihnen sagen: Es ist eine schiere Katastrophe“, sagte Weimer bei einer Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsbeirats Bayern.
Die anfängliche Sympathie, weil er „super zugehört“ und „ein paar Dinge richtig gemacht“ hatte, sei schnell gewichen, „aber inzwischen kommen die Fundamentalisten immer mehr durch“.
„So schlecht wie jetzt, war unser Ansehen in der Welt noch nie, noch nie“
Es ist keine wütende Rede von Theodor Weimer, vielmehr scheint er ernsthaft besorgt um die Lage im Land und will seine Erkenntnisse über die Sicht aus dem Ausland teilen. Er sagt: „Ich habe die direkte Kenntnis, was die internationalen Investoren über Deutschland sagen. Das ist O-Ton, was sagen die Investoren mir als deutschem Börsenchef, dem Mr. DAX.“

Dr. Theodor Weimer
Weimers Kurz-Zusammenfassung: „So schlecht wie jetzt, war unser Ansehen in der Welt noch nie, noch nie.“
Weimer sei viel mit sogenannten Long-Investoren in Kontakt, also Versicherungen und Pensions-Fonds, die langfristig und sicher Geld anlegen wollen. Weimer über die Gespräche: „Die schütteln nur noch den Kopf, die sagen mir: ‚Wo sind denn eigentlich die deutschen Tugenden geblieben? Wir wissen nicht mehr, wie wir euch in Deutschland lesen sollen‘. Die Gespräche mit den Investoren haben fatalistischen Charakter, die Investoren sagen, ‚Wenn ihr so weiter macht, werden wir euch noch mehr meiden‘.“
Und weiter: „Die Wahrheit ist die: Internationale Investoren investieren nur noch opportunistisch in Deutschland, weil sie sagen, ihr seid so günstig. Wir sind zum Ramsch-Laden geworden. Die hohe Bewertung vom Dax der ist nicht getrieben von starken Fundamentaldaten, sondern der ist opportunistisch getrieben, weil so viel Geld da ist. Aber fundamental sagen sie: ‚Was ihr macht, ist einfach bekloppt – ist einfach bekloppt‘.“
Investoren fragen: „Was leistet ihr euch eigentlich da für eine Regierung?“
Politisch würde Deutschland keine Führungsstärke mehr zeigen und sich, so zitiert er, in Richtung einer „alten Ökonomie“ ähnlich der Entwicklung Japans bewegen. Weiter sagt er: „Inzwischen sagen mir die Leute in Singapur: ‚Sag mal, was leistet ihr euch eigentlich da für eine Regierung?‘“
Weiter führt er aus: „Wirtschaftspolitisch, sagen die Investoren, fehlt uns der ordnungspolitische Kompass – wir sind längst im Big Gouverment angekommen. Die Regierung glaubt, uns vor allem schützen zu müssen – verdammt, ich will gar nicht geschützt werden von dieser Regierung.“
Dann die Schlussabrechnung: „Wir sind – ökonomisch gesprochen – auf dem Weg zum Entwicklungsland.“
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