Das klarste Zeichen der Deindustrialisierung: Stromproduktion um 20 Prozent gesunken!
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In Deutschland ist die Stromproduktion im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr um über 20,3 Prozent gesunken. Die Folgen der ideologischen Energiepolitik werden immer sichtbarer. Die energieintensive deutsche Industrie fragt weniger Strom nach. Immer mehr Strom muss auch importiert werden.
Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch haben eine positive Korrelation zueinander. Das bedeutet: Wenn die Wirtschaft brummt, kommt es zu einem höheren Energieverbrauch. Wenn es weniger gut läuft, dann sinkt der Bedarf an Energie. Insbesondere bei kurzfristigen Entwicklungen lässt sich dieser Zusammenhang gut nachweisen.
Der 20-prozentige Rückgang der deutschen Energieproduktion ist jedoch noch kein klarer Hinweis darauf, dass die Energienutzung zurückgegangen ist. Deutschland ist in den europäischen Energiemarkt integriert und kann Strom importieren oder exportieren.
Stromimporte stiegen um 78,6 Prozent!
Im 3. Quartal 2022 exportierte Deutschland 16 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom und importierte nur 13 Milliarden Kilowattstunden. Deutschland war also Netto-Stromexporteur.
Das hat sich innerhalb eines Jahres – auch in Folge des Ausstiegs aus der Kernenergie – komplett umgedreht. Im 3. Quartal 2023 exportierte Deutschland nur noch 9,9 Milliarden kWh. Der deutsche Stromexport ging also um 38,2 Prozent zurück. Die importierte Strommenge stieg hingegen um 78,6 Prozent auf 23,1 Milliarden kWh an.

Aus einem Netto-Stromexporteur wurde innerhalb eines Jahres ein Land, das 14 Prozent seiner genutzten Strommenge netto importieren musste.
Deindustrialisierung ein wesentlicher Faktor
Was allerdings große Sorgen bereiten sollte, ist, dass Deutschland nicht nur vom Stromexporteur zum Stromimporteur mutiert ist, sondern die Nachfrage nach Strom noch stärker gefallen ist, als die Netto-Strom-Importe gestiegen sind. Das Statistische Bundesamt nennt als einen wesentlichen Grund dafür die Entwicklung der energieintensiven Industrie.
Mehr als ein Viertel des deutschen Energieverbrauchs entfällt auf die Industrie.

Insbesondere die chemische Industrie und Metallerzeugung und -bearbeitung verbrauchen große Mengen an Energie. Es ist kein Zufall, dass gerade diese Sektoren besonders stark über die deutsche Energiepolitik klagen.
Die energieintensiven Industriezweige benötigten 2021 77 Prozent des industriellen Energieverbrauches. Wenn diese nun massiv weniger Energie nachfragen, dann ist das auf eine so kurze Frist nicht nur auf Sparmaßnahmen zurückzuführen, sondern vor allem auf die fortgesetzte Deindustrialisierung.
Verarbeitendes Gewerbe weiter am Schrumpfen
Dies wird durch die Daten zum Auftragseingang und den Umsatz des verarbeitenden Gewerbes bestätigt. Im Oktober sank der Auftragseingang des verarbeitenden Gewerbes um 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland sind rückläufig. Diese sanken gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent. Diese Betrachtung berücksichtigt keine Inflationseffekte, sodass der reale Rückgang noch stärker sein dürfte.
Für die Energienachfrage sind die real produzierten Güter der wesentlichste Faktor. Die gesunkene Nachfrage nach Energie durch die energieintensive Industrie ist ein weiterer Beleg zur fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands.
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