Der dramatische Bericht über die deutsche Wirtschaft
Ein Beitrag von
Allein die Zwischenüberschriften klingen wie ein Abgesang auf die deutsche Wirtschaft: „Anhaltende Wachstumsschwäche im dritten Quartal“, „Welthandel bleibt volatil, Abschwächung im weiteren Verlauf zu erwarten“, „Außenhandel im August weiter im Rückwärtsgang“, „Sondereffekt dämpft Industriekonjunktur“, „Erlöse im Einzelhandel nach Aufwärtsrevision im Vormonat leicht im Minus; Stimmungsindikatoren uneinheitlich“, „Inflationsrate im September auf 2,4 Prozent gestiegen“, „Arbeitsmarkt startet schwunglos ins Schlussquartal“ „Unternehmensinsolvenzen steigen weiter“.
Unter dem Titel „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2025“ veröffentlicht das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) einen Wirtschaftsbericht, der die dramatische industrielle Lage in Deutschland aufzeigt.
NIUS dokumentiert die wichtigsten Fakten im Original:
- „Die aktuellen Konjunkturindikatoren zeigen noch keine wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal. Vor allem die ungünstigeren außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen – eine nachlassende globale Dynamik, auch infolge der zunehmend spürbaren höheren US-Zölle – dämpfen die deutschen Ausfuhren, insbesondere in die USA. Die Industrieproduktion wird von rückläufigen Auslandsaufträgen belastet. Die binnenwirtschaftlichen Bereiche zeigen dagegen Anzeichen einer Stabilisierung, insbesondere im Baugewerbe sowie bei konsum- und unternehmensnahen Dienstleistungen. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland zu Beginn des zweiten Halbjahres jedoch schwach.“
- „Das Produzierende Gewerbe hat sein Produktionsvolumen im August preis-, kalender- und saisonbereinigt spürbar gesenkt – gegenüber dem Vormonat ergab sich ein Minus um 4,3 Prozent. Insbesondere in der Industrie kam es zu einer Drosselung um 5,6 Prozent. Der (auch werkferienbedingte) Einbruch im Bereich Kfz- und Kfz-Teile stach mit -18,5 Prozent besonders hervor. Die Produktion ging jedoch auf breiter Front der industriellen Wirtschaftszweige zurück. Der Ausstoß im Energiebereich verringerte sich um 0,5 und folgt damit seinem seit Juni anhaltenden rückläufigen Trend. Im Gegensatz dazu konnte das Baugewerbe mit einem Plus von 0,6 Prozent seinen dritten Anstieg in Folge verzeichnen.“
- „Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im August nach einer Aufwärtsrevision des Vormonats erneut um 0,5 Prozent gegenüber Juli gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel ein Plus von 1,5 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln sich um 0,9 Prozent verringerte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 3,1 Prozent zulegte. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im September im Vormonatsvergleich ein Plus von 5,0 Prozent; in der Dreimonatsbetrachtung zeigt sich sogar eine Zunahme um 11,8 Prozent. Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine eher gedämpfte Konsumentwicklung im zweiten Halbjahr 2025 hin.“
- „Die Inflationsrate ist im September leicht auf 2,4 Prozent gestiegen. Wesentlicher Treiber bleiben die Dienstleistungen; die Kerninflationsrate bleibt mit 2,8 Prozent auf erhöhtem Niveau. Dämpfend wirken dagegen weiterhin die Energiepreise, die im September im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozent niedriger lagen. Bis zum Jahresende ist von einer stabilen Entwicklung der Inflation bei knapp über 2 Prozent auszugehen.“
- „Die Zahl der Arbeitslosen hat im September saisonbereinigt um 14 Tausend Personen zugenommen. Die Erwerbstätigkeit nahm im August um acht Tausend Personen etwas ab, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Juli hingegen abermals ein leichtes Plus von ebenfalls acht Tausend Personen. Angesichts der zuletzt schwachen wirtschaftlichen Entwicklung und des eher gemischten Bildes der Frühindikatoren bleiben die Chancen auf eine spürbare Herbstbelebung am Arbeitsmarkt verhalten.“
- „Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlicher Statistik im Juli um 12,3 Prozent gegenüber dem Monat Juni auf 2.197 beantragte Verfahren gestiegen; verglichen mit dem Vorjahresmonat lag sie 13,4 Prozent höher. Der IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für September einen Anstieg von 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat aus.“
Sinkende Industrieproduktion, einbrechende Exporte, steigende Unternehmenspleiten und eine träge Binnennachfrage prägen das Bild. Der deutsche Aufschwung bleibt Illusion.
Mehr NIUS:
Finanzchefs erwarten Flaute – Industrie kürzt Jobs und Investitionen
Mehr NIUS:
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
Mehr NIUS:
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
US-Unternehmen Nvidia wertvoller als alle deutschen Firmen zusammen
Metallindustrie-Präsident Dinglreiter: „Die Lage ist dramatisch“
Wirtschaftsweisen halbieren Wachstums-Prognose auf 0,5 Prozent
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare