Der Milliarden-Exodus: Wie die Wirtschaft seit der Ampel-Übernahme lieber im Ausland als bei uns investiert
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Es gibt kaum eine Zahl, die die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes besser zum Ausdruck bringt: die Lücke zwischen den Investitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland und den Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland.
Diese Lücke spricht eine deutliche Sprache, wie viel Geld deutsche Firmen mittlerweile lieber im Ausland als in Deutschland investieren.
Deutschland erlebt diesbezüglich seit drei Jahren eine Katastrophe: Zum dritten Mal in Folge sind mehr als 100 Milliarden Euro an Kapital abgeflossen, die nun im Ausland neue Fabriken, Werke und Anlagen finanzieren. Parallel dazu sind ausländische Direktinvestitionen in Deutschland im Keller.
„2023 betrug der Nettokapitalabfluss zum dritten Mal in Folge mehr als 100 Milliarden Euro. Wir erleben die höchsten Nettoabflüsse von Unternehmenskapital, die es in Deutschland je gab. Ausländische Direktinvestitionen – ein unbestechlicher Gradmesser für die Anziehungskraft eines Landes – sind auf dramatische Tiefstände gesunken und auch immer mehr heimische Unternehmen sprechen dem Standort die Wettbewerbsfähigkeit ab und tätigen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen lieber im Ausland“, warnt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats.

Immer mehr Kapital deutscher Unternehmen wird im Ausland investiert.
350 Milliarden Euro in drei Jahren ins Ausland abgeflossen
116 Milliarden Euro sind als Investitionen im Ausland allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 abgeflossen. Das zeigen Daten der Bundesbank. Im Gegenzug sind aber nur 22 Milliarden Euro an ausländischen Investitionen nach Deutschland geflossen: ein Nettoabfluss von 94 Milliarden Euro binnen zehn Monaten. 2022 waren bereits mit 132 Milliarden Euro, so viel wie noch nie, netto ins Ausland abgeflossen. 2021 waren knapp 120 Milliarden Euro mehr ins Ausland abgeflossen, als über ausländische Investitionen nach Deutschland zurückkamen.
Das renommierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln nannte in einer Auswertung im Sommer als Hauptgründe für den Kapital-Exodus den Wegfall des Verbrennungsmotors als wichtiges Alleinstellungsmerkmal in einer Schlüsselindustrie, die im weltweiten Vergleich hohen Energiepreise, den Fachkräftemangel, den hohen Bürokratie-Aufwand in Deutschland und große Investitionspakete im Ausland, die Unternehmensinvestitionen anlocken.
Wirtschaftsrat-General Steiger sagt: „Die Schere zwischen stark gestiegenen Abfluss von deutschem Investitionskapital und ausbleibenden ausländischen Direktinvestitionen klafft immer weiter auseinander und zeigt in schonungsloser Eindeutigkeit, dass die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland erodiert.“
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