Diese fünf Kennzahlen belegen: Noch nie lief es in der deutschen Industrie so lange so schlecht!
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Zunächst hat es die Ampel geleugnet, dann schöngeredet – und als es für jeden allzu offensichtlich wurde, hat sie es zumindest benannt, doch nie etwas getan, um das Problem zu lösen: Die deutsche Industrie ist in der Krise und der Prozess der Deindustrialisierung ist im vollen Gange.
Heute blicken wir auf fünf Kennzahlen, die das ganz konkret belegen:
1. Seit zwei Jahren schrumpft die deutsche Industrie – so lange wie noch nie.
Seit zwei Jahren befindet sich die deutsche Industrie in einer Schrumpfungsphase. Ein derart anhaltender Rückgang ist historisch beispiellos. Der HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland, der die Geschäftslage anhand der Kennzahlen für Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Vormaterialbeständen abbildet, zeigt deutlich, dass sich die Industrieproduktion kontinuierlich verschlechtert.

Seit Juli 2022 befindet sich der Index im schrumpfenden Bereich. Das bedeutet: In den letzten 24 Monaten hat sich die Situation in jedem Monat im Vergleich zum Vormonat verschlechtert. Das gab es noch nicht einmal in der globalen Finanzkrise.
2. Die Geschwindigkeit des Sinkflugs erhöht sich wieder.
Im Juni lag der Index bei 43,5 Punkten, was einen Rückgang im Vergleich zu den 45,4 Punkten im Mai darstellt. Werte unter 50 bedeuten Verschlechterungen gegenüber dem Vormonat. Werte unter 45 deuten klar auf eine Rezession hin.

Die Industrie schrumpft also nicht nur. Nach zwei Jahren mit Krisen-Werten beschleunigt sich nun noch einmal die Geschwindigkeit des Rückgangs der Industrie-Stärke. Der Rückgang des Index ist auf negative Trends in den Bereichen Produktion, Auftragseingang und Lagerbestände zurückzuführen.
Im Ergebnis ist dies auch bei dem Rückgang der Industrieproduktion festzustellen.
3. Seit einem Jahr schrumpft die Beschäftigung in der Industrie.
Die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe ist nun bereits seit zwölf Monaten rückläufig.
Auch wenn der Stellenabbau im Juni weniger stark ausgefallen ist als in den Vormonaten, bleibt die Entwicklung besorgniserregend. Der anhaltende Rückgang der Auftragseingänge und die schrumpfende Produktion führen dazu, dass Unternehmen gezwungen sind, Personal abzubauen, um Kosten zu sparen.

Von Stellenabbau bedroht sind vor allem Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie.
4. Die Produktionsraten in allen Industrie-Sektoren sinken erneut.
Im Juni sind die Produktionsraten in allen drei Teilbereichen der Industrie (Konsumgüter, Vorleistungsgüter und Investitionsgüter) erneut gesunken. Besonders stark betroffen war der Bereich der Investitionsgüter, der als zentral für die deutsche Industrie gilt.
Der Rückgang der Auftragseingänge, sowohl aus dem Inland als auch aus dem europäischen Ausland und China, trägt maßgeblich zu dieser negativen Entwicklung bei.
5. Die Reduzierung der Vormateriallager ist die stärkste seit Oktober 2009.
Die Unternehmen reduzieren ihre Lagerbestände an Vormaterialien in einem Tempo, das seit Oktober 2009 nicht mehr beobachtet wurde. Dies ist ein weiteres Anzeichen für die Krisenphase der Industrie.
Der Lagerabbauzyklus hält seit Anfang 2023 an, was mehr als außergewöhnlich ist und auf strukturelle Veränderungen hindeutet.
Dass dieser Zyklus sich nun noch dermaßen beschleunigt, deutet darauf hin, dass die Deindustrialisierung keine „Panikmache“ ist, sondern sich im Vollzug befindet. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass sich das verarbeitende Gewerbe weltweit erholt, die deutsche Industrie hingegen nicht.
Fazit: Der Deindustrialisierungsprozess ist in vollem Gange
Die deutsche Industrie befindet sich in einer der längsten und schwerwiegendsten Abschwungphasen ihrer Geschichte. Die kontinuierlich sinkenden Produktionsraten, der anhaltende Rückgang der Beschäftigung und die dramatische Reduzierung der Lagerbestände sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Erholung auf sich warten lässt.
Die Unsicherheit und der Wettbewerb, insbesondere aus China, stellen zusätzliche Herausforderungen dar, mit denen die deutsche Industrie konfrontiert ist. In vielen Bereichen führt die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands dazu, dass die Unternehmen ihre Produktion aus Deutschland verlagern oder neue Projekte nicht im Land verwirklichen.
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