„Einfach Quatsch!“: Lindners wichtigster Wirtschafts-Berater macht sich über Scholz-Prognosen lustig
Ein Beitrag von
An ein neues deutsches „Wirtschaftswunder“ glaubt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach eigenen Worten „wegen der hohen Investitionen in den Klimaschutz“. Christian Lindners wichtigster Wirtschafts-Berater Professor Lars P. Feld (Uni Freiburg) kann da nur lauthals lachen.
„Das ist Quatsch, auf gut Deutsch gesagt“, so Feld im Podcast Feld & Haucap zu seinem Podcast-Kollegen Prof. Justus Haucap (Uni Düsseldorf), der das Zitat des Kanzlers ins Spiel gebracht und so für Gelächter gesorgt hatte: „Danke, dass du den Bundeskanzler wieder in die kleine Komödie hineinbringst“, so Feld lachend.

Prof. Lars P. Feld ist der wichtigste wirtschaftliche Berater im Umfeld von Finanzminister Christian Lindner.
„Wegen der hohen Investitionen in den Klimaschutz wird Deutschland für einige Zeit Wachstumsraten erzielen können wie zuletzt in den 1950er- und 1960er-Jahren geschehen“, hatte Scholz vor knapp einem Jahr gesagt. Es folgte ein Schrumpfen der Wirtschaft 2023 (-0,3 Prozent) und eine erwartete Stagnation 2024 (+0,2 Prozent).
„Das ist einfach völlig utopisch“
Feld erklärt: „Wenn damit die Bundesrepublik Deutschland gemeint ist oder die deutsche Volkswirtschaft, dann ist das abwegig. Ich könnte es noch drastischer formulieren, dann wäre es gleich frech: Wenn man sich überlegt, wie Deutschland von 1950 bis 1962 gewachsen ist, haben wir Wachstumsraten von 8 bis 9 Prozent gehabt. Das ist einfach völlig utopisch, weil wir die Arbeitskräfte für ein solches Wirtschaftswachstum nicht haben – und nicht haben werden. Das ist einfach Quatsch, auf gut Deutsch gesagt.“
Dann erklärt der Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und Leiter des dort ansässigen Walter Eucken Instituts warum Scholz’ Aussage Unsinn ist: „Man kann es auch nüchterner ausdrücken und sagen: Der Ersatz eines bestehenden Kapitalstocks, der auf fossiler Energie basiert, durch einen Kapitalstock, der klimaneutral ist, ist für sich genommen kein Wachstumsimpuls. Da kommt kaum Wachstum rüber, das ist lediglich eine Ablösung eines bestehenden durch einen neuen Kapitalstock. Die Wachstumsimpulse müssen ja über Innovation kommen. Wenn mit dieser Transformation der deutschen Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität kein innovativer Prozess verbunden ist, dann bringt das nichts im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum.“
Heißt: Die gesamte Energiewende bringt – trotz der Investition hunderter Milliarden Euro – das Wirtschaftswachstum nicht wirklich voran, weil lediglich ein bestehendes Energiesystem durch ein neues, möglicherweise CO2-freies ersetzt wird.
Mehr NIUS:
Habeck gesteht: Deutsche Wirtschaft entwickelt sich „dramatisch schlecht“
Mehr NIUS:
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
Mehr NIUS:
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
US-Unternehmen Nvidia wertvoller als alle deutschen Firmen zusammen
Metallindustrie-Präsident Dinglreiter: „Die Lage ist dramatisch“
Wirtschaftsweisen halbieren Wachstums-Prognose auf 0,5 Prozent
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare