Erziehung an der Supermarkt-Kasse: Penny nimmt jetzt „wahre Preise“
- Discounter Penny will seine Kunden mit „wahren Preisen“ erziehen.
- Neun Produkte werden um Umwelt- und Gesundheitskosten verteuert.
- Wiener Würstchen kosten dann 6 statt 3 Euro, Scheibenkäse knapp 5 statt 2,49 Euro.
Der Discounter Penny will ab sofort für neun Produkte „wahre Preise“ verlangen und seine Kunden offenbar ganz nach dem Gusto des grünen Ernährungsminister Cem Özdemir erziehen: Alle durch die Produktion entstehenden Kosten für Umwelt, Klima und Gesundheitswesen soll der neue, viel höhere Preis dann abbilden und ein Gefühl für die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Lebensmitteln schaffen.
Heißt konkret: Eine Packung Maasdamer Käse in Scheiben kostet dann 4,84 Euro statt der eigentlich veranschlagten 2,49 Euro – weil 84 Cent Klima-, 12 Cent Wasser- 76 Cent Boden- und 63 Cent Gesundheits-Kosten hinzukämen. Eine Packung Wiener Würstchen liegt bei 6,01 Euro statt 3,19 Euro, Frucht-Joghurt bei 1,44 Euro statt 99 Cent und eine Kugel Mozzarella bei 1,55 Euro statt 89 Cent.

Das sind laut Penny die „wahren Kosten“ für Scheiben-Käse
Die „wahren Preise“ sollen auch vermitteln, dass Bio- und vegane Produkte viel besser für die Umwelt und die Folgekosten viel geringer sind. So verteuert sich der vegane Schnitzel-Ersatz nur um 14 Cent, der Bio-Käse nur um 1,51 Euro (nicht wieder Maasdamer um 2,34 Euro).
Gemeinsam mit der Universität Greifswald und der Technischen Hochschule Nürnberg wurden die externen Kosten für die unterschiedlichen Lebensmittel berechnet. „Entscheide dich bei deinem Einkauf für die Umwelt“, schreibt Penny auf der Website zur Aktion. Und weiter: „Denn Lebensmittel haben von ihrer Erzeugung bis hin zu deinem Einkauf soziale und ökologische Auswirkungen, die sich aber nicht im Verkaufspreis widerspiegeln.“
Penny will die überschüssigen Einnahmen durch die hohen Preise einem Projekt zum Klimaschutz und zum Erhalt familiengeführter Bauernhöfe im Alpenraum spenden – ob irgendjemand die „wahren Preise“ bezahlen wird und überhaupt Mehreinnahmen generiert werden, ist fraglich. Ohnehin dauert die Erziehungs-Maßnahme nicht allzu lang: Schon am 5. August läuft „wahre Preise“-Aktion aus.
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