Faßnacht erklärt: Banken gewinnen, Sparer leiden – was tun?
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Das kann Sparern nicht gefallen: Viele deutsche Banken geben die höheren Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht an ihre Kunden weiter.
Nachdem die Einlagezinsen der EZB von 2014 bis Juli 2022 negativ waren und die Banken diese in den letzten Jahren auch vermehrt an ihre Kunden weitergegeben hatten, unterbleibt bei vielen Banken bislang die Weitergabe der höheren Zinsen an die Sparer. Dabei hat die EZB hat in den vergangenen 13 Monaten neun Mal die Leitzinsen erhöht. Betrug der Einlagezins zuvor -0,5 Prozent stieg dieser mittlerweile auf 3,75 Prozent.
Der Hauptfinanzierungszins – also der Zins, zu dem die EZB Geld verleiht – ist seit letztem Jahr im Juli von 0 Prozent auf 4,25 Prozent gestiegen. Davon haben allerdings nicht sonderlich viele Sparer profitiert. Laut Daten von tagesgeldvergleich.net betrug der durchschnittliche Zinssatz, den Banken ihren Kunden gewährten, im August 2023 nur 1,35 Prozent.
Der Kunde muss selbst reagieren
Die Financial Times hat herausgearbeitet, dass in Deutschland von den Banken nur 20 Prozent der höheren Zinsen weitergegeben werden. In der gesamten Eurozone sieht es ähnlich aus. Im Vereinigten Königreich hingegen werden 43 Prozent der höheren Zinsen weiter gereicht und in Frankreich immerhin 35 Prozent. Solange die Sparer dies akzeptieren, steigt natürlich die Gewinnmarge der Banken, da die Banken nun zu deutlich höheren Zinsen Geld bei EZB einlegen oder an Staaten, Unternehmen oder Privatpersonen verleihen können. Was kann man also gegen diese Entwicklung tun?

Luis de Guindos (l), EZB-Vizepräsident, und Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)
Eine Option bestünde darin, Banken zu bevorzugen, die höhere Zinsen bieten. Wenn dies mehr Privatpersonen oder Unternehmen tun würden, dann würde auch der Wettbewerbsdruck steigen und die Banken gezwungen sein, die Zinsen schneller an das Zinsniveau der EZB anzupassen. Darüber hinaus ist es generell immer ratsam zu überlegen, ob eine große Allokation von Geldern auf dem Bankkonto notwendig ist, oder ob die persönliche Situation nicht Investitionen am Kapitalmarkt zulässt. Eine grundlegende Analyse der eigenen Situation und ein Verständnis der verschiedenen Möglichkeiten ist der Schlüssel zum Erfolg.
Die Banken in den USA geraten unter Druck
Wer jedoch schlicht eine Alternative für die kurzfristige Lagerung seiner Reserven auf dem Bankkonto sucht, für den könnten kurz bis sehr kurz laufende Staatsanleihen eine Möglichkeit bieten. Eine dreimonatige deutsche Staatsanleihe hat zur Zeit ein Zinsniveau von etwa 3,6 Prozent (aufs Jahr gerechnet). Im Ausland ist das Zinsniveau sogar noch höher. Staatsanleihen aus Frankreich bringen für denselben Zeitraum 3,7 Prozent. In den USA erhält man auf eine dreimonatige Staatsanleihe (aufs Jahr gerechnet) sogar 5,5 Prozent. Dabei ist natürlich ein Währungsrisiko verbunden, da die US-Anleihen in US-Dollar herausgegeben werden.
Auch besteht theoretisch das Risiko eines Zahlungsausfalls eines Staates. In den meisten Fällen ist allerdings das Risiko eines Zahlungsausfalls einer Bank höher einzuschätzen. Anstatt der Bank sein Geld zu überlassen, welches diese dann beispielsweise an den Staat verleiht und von der Zinsdifferenz profitiert, könnte man dem Staat also direkt Geld leihen und dabei von höheren Zinsen profitieren, bei einem ähnlichen oder geringerem Risiko.
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Genau dies haben die US-Amerikaner vermehrt in diesem Jahr getan und die Banken damit unter Druck gesetzt. Getrieben von einerseits höheren Zinsen in kurzlaufenden US-Staatsanleihen und andererseits der Sorge um die Sicherheit ihres Geldes bei der Bank, schichteten sie ein Volumina von mehreren Milliarden US-Dollar um.
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Diego Faßnacht
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